Caritas: Gelungene Sozialreformen gut fĂŒr Vertrauen in Demokratie
15.07.2025 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de
Caritas-PrÀsidentin Eva Welskop-Deffaa sieht in der Umsetzung der anstehenden Reformen der Sozialsysteme eine Chance, das Vertrauen in die Demokratie wieder zu stÀrken.
BĂŒrgerfest zu 75 Jahren Grundgesetz (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Die Zukunft der Demokratie entscheidet sich am Vertrauen der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger in zentrale Institutionen des Sozialstaats. Die Sozialversicherungen zĂ€hlen prominent dazu", sagte Welskop-Deffaa den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben).
Mit Blick auf konkrete Punkte bei Ănderungen in Renten-, Kranken- und Pflegeversicherungen sagte sie, es mĂŒsse darum gehen, Verwaltungsaufwand - gerade bei den Krankenversicherungen - zu reduzieren und es mĂŒsse gelingen, innovative Konzepte sozialrĂ€umlicher Versorgung pflegebedĂŒrftiger Menschen nachhaltiger zu fördern. DarĂŒber hinaus werde es notwendig sein, höhere Einkommen durch Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen stĂ€rker heranzuziehen.
Angesichts der demographischen VerĂ€nderungen mĂŒsse man sich zudem fragen, wie die Finanzierungslast zwischen Jungen und Alten fair zu verteilen sei.
"Die Frage, welcher Teil der Lasten durch BeitrĂ€ge und welcher durch Steuern finanziert wird, kommt als zweiter Aspekt hinzu", sagte Welskop-Deffaa. Der Deutscher Caritasverband trete fĂŒr die StĂ€rkung der beitragsbasierten gesetzlichen Sozialversicherungen ein. "SteuerzuschĂŒsse mĂŒssen ZuschĂŒsse bleiben und sie mĂŒssen an den Stellen gewĂ€hrt werden, wo es sachlich und systemisch geboten ist", so die Caritas-PrĂ€sidentin.
Mit Blick auf die schlechte finanzielle Situation der Krankenkassen sagte sie, die Lage sei auch deshalb prekĂ€r, weil fĂŒr BĂŒrgergeldempfĂ€nger keine Leistungen aus dem Bundeshaushalt kommen. "Und nicht unerwĂ€hnt bleiben darf, dass die Lage der Pflegekassen auch deshalb so angespannt ist, weil der Bund die hohen Kosten fĂŒr die Coronahilfen den Pflegeversicherungen bis heute nicht erstattet hat", erklĂ€rte sie weiter.