Polen warnt vor verschĂ€rften Grenzkontrollen und ZurĂŒckweisungen
02.05.2025 - 05:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de
CDU-Chef Friedrich Merz drohen gleich zu Beginn seiner Kanzlerschaft Spannungen mit Polen wegen der geplanten verschĂ€rften Kontrollen und ZurĂŒckweisungen an den Grenzen.
Grenze zwischen Polen und Deutschland (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Die jetzigen Kontrollen an der deutsch-polnischen Grenze sind schon ein Problem fĂŒr den tĂ€glichen Grenzverkehr und das Funktionieren des EU-Binnenmarktes", sagte Polens GeschĂ€ftstrĂ€ger und de-facto-Botschafter in Berlin, Jan Tombinski, dem "Politico" (Freitag). Er bezieht sich auf bereits von der Ampel verhĂ€ngte MaĂnahmen, welche fĂŒr teils stundenlange Staus auf StraĂen von Polen nach Deutschland gesorgt haben.
"Wir wĂŒnschen daher nicht, dass es zu einer VerschĂ€rfung der Grenzkontrollen kommt", mahnte Tombinski. "Wir stehen natĂŒrlich zu unserer Verpflichtung, die europĂ€ische AuĂengrenze - vor allem zu Russland und Belarus - zu schĂŒtzen, erwarten aber gleichzeitig, dass die FreizĂŒgigkeit im europĂ€ischen Schengenraum erhalten bleibt", sagte der langjĂ€hrige und von Premier Donald Tusk fĂŒr den Posten in Berlin nominierte Top-Diplomat.
"FĂŒr unsere MitbĂŒrger wird es schwierig zu erklĂ€ren, dass wir in unsere AuĂengrenze investieren und gleichzeitig die verschĂ€rften Kontrollen an der deutschen Grenze bekommen", warnte Tombinski.
Darauf angesprochen, ob Polen ZurĂŒckweisungen von Migranten akzeptieren wĂŒrde, erklĂ€rte Tombinski, dass Polen zu seinen "Verpflichtungen im Rahmen der EU-Gesetzgebung", darunter auch der neuen GEAS-Asylpolitik, stehe.
Merz und sein designierter Kanzleramtschef Thorsten Frei hatten angekĂŒndigt, die verschĂ€rften Kontrollen "vom ersten Tag" der Kanzlerschaft an durchzufĂŒhren zu wollen. Damit droht dem kĂŒnftigen Kanzler ein möglicher Konflikt bei seinem geplanten Antrittsbesuch bei Donald Tusk in Warschau am Mittwoch kommender Woche - obwohl Merz eine enge Koordinierung mit Nachbarstaaten wie Polen in der Migrationsfrage versprochen hatte.
In Polen ist das Thema besonders sensibel, da am 18. Mai PrÀsidentschaftswahlen anstehen. Der aktuelle PrÀsident Andrzej Duda blockiert nicht nur wichtige Gesetze von Tusk, sondern auch Botschafter-Ernennungen, etwa im Fall von Tombinski, der daher nur als GeschÀftstrÀger Polens Vertretung in Berlin leitet.