Straßenverkehr, Zugverkehr

Anwaltverein fordert Ende der Strafbarkeit von Schwarzfahren

07.04.2026 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Deutsche Anwaltverein (DAV) drängt auf eine Entkriminalisierung des Schwarzfahrens im öffentlichen Nahverkehr.

Fahrkartenkontrolle (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Derzeit gilt das Fahren ohne Fahrschein in Deutschland als Straftat. Ein Zustand, den der Verein für sozialpolitisch verfehlt hält.

"Der soziale Nutzen der Strafbarkeit ist zweifelhaft, der Schaden für die Allgemeinheit dagegen immens", sagte Swen Walentowski, Leiter politische Kommunikation und Medien des DAV, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz). Dem Verein zufolge belaufen sich die Kosten für Verfahren und Haftstrafen auf rund 200 Millionen Euro jährlich, finanziert vom Steuerzahler. Eine Entkriminalisierung sei daher "überfällig".

Aus Sicht des DAV trifft die Strafverfolgung besonders finanziell schwächere Menschen. Schwarzfahren sei ein "Armutsdelikt", so Walentowski. "Verfolgt werden vor allem Menschen, die sich den Fahrschein nicht leisten können." Statt deren Mobilität gezielt zu fördern, würden erhebliche öffentliche Mittel in ihre Bestrafung gesteckt - für Walentowski ein "sozialpolitischer Irrsinn".

Kritisch sieht der Anwaltverein auch, dass die Forderungen der Verkehrsunternehmen strafrechtlich abgesichert werden. Das sei "kaum zu rechtfertigen", mahnte Walentowski bei noz. "Wenn Sie Ihre Stromrechnung nicht bezahlen, käme auch niemand auf die Idee, die Staatsanwaltschaft einzuschalten."

Auch eine bloße Herabstufung zur Ordnungswidrigkeit greife zu kurz, warnt der DAV. Zwar entfiele damit die Ersatzfreiheitsstrafe, Betroffene könnten jedoch weiterhin durch Erzwingungshaft im Gefängnis landen.

de | news | 69091091 |

Weitere Meldungen

SPD pocht auf Herabstufung von Schwarzfahren Ordnungswidrigkeit Die SPD erhöht den Druck auf die Union, das Schwarzfahren aus dem Strafrecht zu streichen. (Politik, 16.04.2026 - 00:00) weiterlesen...

Studie zeigt positive Effekte des Deutschlandtickets Das Deutschlandticket hat laut einer aktuellen Studie des Bundesministeriums für Verkehr positive Effekte auf den öffentlichen Verkehr und die Umwelt.Der dritte Zwischenbericht zur Evaluation des Deutschlandtickets, der von einem Gutachterkonsortium unter Leitung des Instituts für angewandte Sozialwissenschaft erstellt wurde, bestätigt eine breite Nutzung des Tickets mit rund 14,5 Millionen Nutzern, was etwa einem Fünftel der Bevölkerung entspricht. (Politik, 14.04.2026 - 13:52) weiterlesen...

Preise rund ums Autofahren deutlich gestiegen Autofahren ist zuletzt im Schnitt deutlich teurer geworden, was vor allem auf die gestiegenen Kraftstoffpreise zurückzuführen ist. (Wirtschaft, 13.04.2026 - 08:23) weiterlesen...

SPD-Vorstoß für Energiewende-Gutschein Angesichts des Spitzentreffens der Koalition an diesem Sonntag warnt die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Nina Scheer, vor den Folgen eines Kraftstoffmangels in Europa und fordert einen "Energiewende-Gutschein" zur Entlastung der Verbraucher."Wir sind inmitten eines innereuropäischen Überbietungswettbewerbs im Umgang mit steigenden Spritpreisen, der dringend gestoppt werden muss", schreibt Scheer in einem Positionspapier, über das der "Spiegel" berichtet. (Politik, 12.04.2026 - 13:07) weiterlesen...

Spritpreise: Verkehrsunternehmen rechnen mit mehr Fahrgästen Die hohen Spritpreise in Deutschland führen offenbar zu deutlich mehr Fahrgästen in Bussen und Bahnen.Man gehe davon aus, "dass die Nachfrage nach ÖPNV-Tickets vor dem Hintergrund gestiegener Kraftstoffpreise für Pkw gestiegen ist", sagte ein Sprecher des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) der "Rheinischen Post" (Freitagausgabe). (Sonstige, 10.04.2026 - 00:00) weiterlesen...