Iran, Terrorismus

Deutsche Sicherheitsbehörden warnen vor iranischen SchlÀferzellen

Veröffentlicht am: 06.03.2026 um 17:14 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Deutsche Sicherheitsbehörden sehen verstĂ€rkt das Risiko, dass der Iran nicht nur eigene Agenten, sondern auch kriminelle Helfer fĂŒr AnschlĂ€ge hierzulande einsetzt.Sicherheitskreise verweisen auf FĂ€lle, in denen iranische Dienste Mitglieder der organisierten KriminalitĂ€t gezielt anwarben, etwa bei einem frĂŒheren Brandanschlag auf eine Synagoge in Bochum.

Demo fĂŒr Regime-Wechsel im Iran (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Demo fĂŒr Regime-Wechsel im Iran (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
"Je stĂ€rker das Regime unter Druck gerĂ€t, desto grĂ¶ĂŸer ist das Risiko unvorhersehbarer Reaktionen", sagte Marc Henrichmann (CDU), Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums im Bundestag, das die Nachrichtendienste des Bundes ĂŒberwacht, der "Welt am Sonntag".

Vor allem vom Iran gesteuerte Milizen wie die Hisbollah seien in erhöhter AktivitĂ€t, so Henrichmann weiter. "Nun werden insbesondere jĂŒdische, israelische und amerikanische Einrichtungen gesondert geschĂŒtzt".

Das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz (BfV) teilte auf Anfrage mit: "Anhaltend im Visier iranischer Nachrichtendienste stehen Menschen aus dem Umfeld der iranischen Auslandsopposition in Deutschland. Zwar sind bis dato keine gewalttĂ€tigen VorfĂ€lle gegen iranische Oppositionelle in Deutschland bekannt, dafĂŒr aber in anderen Staaten Westeuropas."

"Wenn es jemals einen Zeitpunkt gab, an dem der Iran seine FĂ€higkeiten zu Operationen im Ausland einsetzen könnte, dann jetzt", sagte der ehemalige FBI-Terrorermittler Matthew Levitt der "Welt am Sonntag". "Je nĂ€her das Regime einer existenziellen Bedrohung, einem Regimewechsel, gegenĂŒbersteht, desto wahrscheinlicher ist es, dass es mit allen Mitteln zurĂŒckschlĂ€gt. Dies könnte den Einsatz iranischer Agenten, terroristischer oder krimineller Stellvertreter oder den Versuch, einsame Wölfe zu Taten anzustiften, umfassen", so Levitt, heute Direktor der Israel-nahen US-Denkfabrik "Washington Institute for Near East Policy".

Laut Bericht der "Welt am Sonntag" werden insbesondere Hisbollah-Sympathisanten und Hamas-UnterstĂŒtzern Vergeltungsangriffe zugetraut. Auch Skandinavien steht im Fokus der Sicherheitsbehörden: FĂŒhrende Figuren der kriminellen schwedischen Organisation "Foxtrot" kooperieren demnach mit iranischen Diensten und haben in der Vergangenheit in deren Auftrag TerroranschlĂ€ge auf israelische Einrichtungen und Botschaften in Europa geplant und ausgefĂŒhrt. Die Organisation, berĂŒchtigt fĂŒr Gewalt und Drogenhandel, wird seit MĂ€rz 2025 wegen ihrer NĂ€he zum iranischen Regime vom US-Außenministerium sanktioniert.

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