Deutlich, Sexualdelikte

Deutlich mehr Sexualdelikte gegen Kinder und Jugendliche registriert

08.07.2024 - 10:25:57 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Strafverfolgungsbehörden haben im vergangenen Jahr deutlich mehr FÀlle von Sexualdelikten gegen Kinder und Jugendliche verzeichnet.

Justizvollzugsbeamter (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Die Zahl der jugendlichen Opfer stieg dabei um 5,5 Prozent auf 1.277 und erreicht damit einen neuen Höchstwert im FĂŒnf-Jahres-Vergleich, wie aus dem neuen Bundeslagebild hervorgeht, das am Montag vom BKA vorgestellt wurde. Die Zahlen bewegen sich insgesamt weiterhin auf einem sehr hohen Niveau - sie haben sich in den vergangenen fĂŒnf Jahren mehr als verdreifacht. Demnach registrierten die Strafverfolgungsbehörden 2023 16.375 FĂ€lle von sexuellem Missbrauch von Kindern (5,5 Prozent mehr als im Jahr 2022).

Im FĂŒnf-Jahres-Vergleich seit 2019 bedeutet dies einen Anstieg von rund 20 Prozent. 18.497 Kinder unter 14 Jahren wurden dabei zu Opfern sexuellen Missbrauchs, was einer Steigerung um 7,7 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr entspricht. Auffallend ist der hohe Anteil tatverdĂ€chtiger Kinder und Jugendlicher mit erneut rund 30 Prozent. Sexuellen Missbrauch von Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren stellte die Polizei in 1.200 FĂ€llen fest (5,7 Prozent mehr als 2022). 1.277 Opfer wurden registriert (plus 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Dies stellt einen Höchstwert im FĂŒnf-Jahres-Vergleich dar. In mehr als jedem zweiten Fall bestand eine Vorbeziehung zwischen Opfer und TatverdĂ€chtigem. Weiterhin zeigt sich, dass die Opfer im Bereich des sexuellen Missbrauchs von Kindern und auch von Jugendlichen zu rund drei Viertel weiblich sind. Die Anzahl der FĂ€lle von Herstellung, Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornografischer Inhalte ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen und erreichte im Berichtsjahr 2023 mit 45.191 FĂ€llen einen neuen Höchstwert (plus 7,4 Prozent). Seit dem Jahr 2019 haben sich die Fallzahlen damit mehr als verdreifacht. Ein besonders starker Anstieg ist bei jugendpornografischen Inhalten festzustellen. Diese sind im Jahr 2023 um rund 31 Prozent auf 8.851 FĂ€lle angestiegen. AuffĂ€llig ist, dass die TatverdĂ€chtigen in vielen FĂ€llen selbst minderjĂ€hrig sind (bei kinderpornografischen Inhalten: 38,9 Prozent; bei jugendpornografischen Inhalten: 49,5 Prozent). Eine Herausforderung fĂŒr die Polizei bleibt jedoch das Dunkelfeld in diesem PhĂ€nomenbereich. Viele Taten wĂŒrden verschwiegen, beispielsweise weil sie in einem familiĂ€ren Umfeld stattfinden. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD): "Jeden Tag werden in Deutschland 54 Kinder und Jugendliche Opfer von sexuellem Missbrauch. Das sind entsetzliche Taten, die uns tief berĂŒhren und fassungslos machen. Die meisten Opfer kannten die TĂ€ter, weil es Familienangehörige sind, Freunde oder Bekannte." Wann immer Gefahren fĂŒr Kinder drohten, sei es eine zentrale Aufgabe des Staates, aber auch der Gesellschaft, hinzuschauen und zu handeln, so die SPD-Politikerin. "Unsere Ermittlungsbehörden arbeiten mit Hochdruck daran, andauernde Missbrauchstaten zu beenden und die TĂ€ter schnell und konsequent zu ermitteln. Die TĂ€ter dĂŒrfen sich nirgendwo sicher fĂŒhlen. Wir brauchen daher auch eine Pflicht zur Speicherung von IP-Adressen bei den Anbietern, um TĂ€ter zu identifizieren und Kinder und Jugendliche vor sexualisierter Gewalt zu schĂŒtzen", so die Innenministerin.

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