Forscher: Hummeln sind effiziente Entscheider
26.02.2026 - 17:43:25 | dts-nachrichtenagentur.deBei der Suche nach Nektar und Pollen fliegen Hummeln tĂ€glich hunderte BlĂŒten an, jede einzelne erfordert eine Entscheidung: Lohnt sich der Anflug oder nicht? Um Energie zu sparen, merken sich die Insekten, welche BlĂŒtenarten zuvor Nahrung boten. Dabei können sie verschiedene Merkmale wahrnehmen, etwa Farbe, Form, Muster oder Duft.
In ihren Experimenten trainierten die Forscher Hummeln darauf, bestimmte Kombinationen aus Farbe und Form mit einer Zuckerlösung zu verknĂŒpfen. So erhielten die Tiere beispielsweise bei einer blauen, sternförmigen BlĂŒte eine Belohnung, wĂ€hrend eine gelbe, runde BlĂŒte nur Wasser enthielt. Nach mehreren DurchgĂ€ngen steuerten die Hummeln gezielt die belohnten BlĂŒten an - ein Hinweis darauf, dass sie die entsprechenden Merkmale gespeichert hatten.
Entscheidend war jedoch die Frage, welche Informationen die Tiere tatsĂ€chlich fĂŒr ihre Entscheidung nutzen. Dazu kombinierten die Forscher die erlernten Merkmale neu: Die zuvor belohnte Form erschien nun in einer anderen Farbe. Das Ergebnis war eindeutig: Waren die Farben im Training klar unterscheidbar, orientierten sich die Hummeln spĂ€ter fast ausschlieĂlich an der Farbe - nicht an der Form.
Anders verhielt es sich, wenn die Farben einander sehr Ă€hnlich waren, etwa Gelb und Orange. In diesem Fall lernten die Hummeln zusĂ€tzlich die Form oder das Muster der BlĂŒte. Wurden ihnen spĂ€ter nur graue BlĂŒten prĂ€sentiert, entschieden sie sich deutlich hĂ€ufiger fĂŒr die richtige Form - allerdings hatten sie fĂŒr diesen Lernprozess zuvor mehr Zeit benötigt.
Die Insekten wĂ€hlen damit offenbar eine Strategie nach dem Prinzip "so viel wie nötig, so wenig wie möglich". Ist ein Merkmal eindeutig, genĂŒgt es ihnen. Erst wenn die Unterscheidung schwieriger wird, verarbeiten und speichern sie zusĂ€tzliche Informationen. Nach Angaben der beteiligten Wissenschaftler reduziert dieses Vorgehen den kognitiven Aufwand und spart Ressourcen.
