Bundesamt, Kommunen

Bundesamt lĂ€sst Kommunen bei eigenen BĂŒrger-ZĂ€hlungen abblitzen

30.10.2024 - 11:10:31 | dts-nachrichtenagentur.de

Im Streit um die Ergebnisse des Zensus 2022 will das Statistische Bundesamt (Destatis) die Ergebnisse nachtrĂ€glicher BevölkerungszĂ€hlungen einzelner Kommunen nicht berĂŒcksichtigen.

Statistisches Bundesamt (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Der Zensus 2022 hat Bevölkerungszahlen fĂŒr alle Kommunen auf Basis einer wissenschaftlich geprĂŒften, vom Bundesverfassungsgericht bestĂ€tigten Methode ermittelt", sagte der Projektleiter des Zensus 2022 im Bundesamt, Karsten Lummer, am Mittwoch. "Eigene ZĂ€hlungen einzelner Kommunen mit dem Ziel, ihre Bevölkerungszahl nachtrĂ€glich zu korrigieren, haben keine gesetzliche Grundlage." Somit sei auch die Teilnahme an solchen "symbolischen Aktionen" fĂŒr BĂŒrger nicht verpflichtend. "Sie sind auch methodisch nicht geeignet, vergleichbare und auf einen bundesweit einheitlichen Stichtag bezogene Bevölkerungszahlen zu ermitteln, die wiederum Basis fĂŒr Verwaltungsprozesse in Bund und LĂ€ndern sind", so Lummer weiter.

Man begrĂŒĂŸe allerdings "alle Maßnahmen zur Verbesserung der QualitĂ€t der Melderegister". Dazu könnten diese Aktionen "sicherlich ein Anstoß sein". Die Ergebnisse des Zensus hatten in mehreren Kommunen fĂŒr aufgeregte Diskussionen gesorgt, vor allem dort, wo die Ergebnisse stark negativ von den eigenen Melderegistern abwichen. Betroffen war etwa die Stadt Halle (Saale), in der im Anschluss mit der Aktion "Halle (Saale) zĂ€hlt selbst" eine eigene ZĂ€hlung vorgenommen wurde. Die Ergebnisse dieser ZĂ€hlung wurden am Dienstag veröffentlicht. Dabei wurde mit Blick auf die Zensus-Ergebnisse im Abgleich mit den aktuellen Daten des Melderegisters ein "nicht plausibler Einwohnerschwund von rund 16.800 Personen" festgestellt. FĂŒr die betroffenen Kommunen kann eine solche Abweichung schwere Folgen haben, da die Hochrechnung des Zensus 2022 Grundlage fĂŒr die finanziellen Zuweisungen sind. Die Stadt Halle rechnet zum Beispiel jĂ€hrlich mit Einnahmeverlusten in Millionenhöhe - fĂŒr das Jahr 2025 sind es voraussichtlich rund 10,9 Millionen Euro.

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