Masken-AffĂ€re, GrĂŒne

Masken-AffĂ€re: GrĂŒne fordern AufklĂ€rung von Merz mit 90 Fragen

08.08.2025 - 14:04:09 | dts-nachrichtenagentur.de

In der AffĂ€re um den Einkauf ĂŒberteuerter Corona-Masken haben sich die GrĂŒnen bei Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ĂŒber die Informationspolitik der Bundesregierung beschwert und weitere AufklĂ€rung verlangt.

Hinweis auf Mund-Nasen-Schutz an einer Straßenbahnhaltestelle (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Trotz der Bedeutung der VorwĂŒrfe gegen den frĂŒheren Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sei die Bundesregierung bislang "belastbare Antworten" schuldig geblieben, kritisieren die GrĂŒnen-Abgeordneten Paula Piechotta und Janosch Dahmen in einem Schreiben an den Bundeskanzler, ĂŒber das das Wirtschaftsmagazin Capital berichtet. Viele Antworten auf offiziell eingereichte Fragen seien "unvollstĂ€ndig, ausweichend oder wurden teils mit erheblicher Verzögerung ĂŒbermittelt", heißt es in dem Schreiben an Merz, das am Freitag verschickt wurde. Piechotta und Dahmen begrĂŒnden ihre Beschwerde an den Bundeskanzler damit, dass die "regulĂ€ren Mittel parlamentarischer Kontrolle zunehmend ausgehebelt" wĂŒrden und noch "weitere Milliarden der deutschen Steuerzahler" verloren gehen könnten. Zudem gehe es darum, einen Schaden fĂŒr das Vertrauen in die Demokratie durch "den Verdacht des Machtmissbrauchs", die mögliche Vergabe von milliardenschweren AuftrĂ€gen an parteinahe Unternehmen und den Verzicht auf Schadensersatzforderungen gegen diese Firmen zu mindern. In dem Schreiben an den Kanzler listen Piechotta, die im Haushaltsausschuss fĂŒr den Gesundheitsetat zustĂ€ndig ist, und Gesundheitspolitiker Dahmen zudem 90 Fragen zu den MaskengeschĂ€ften auf, die aus ihrer Sicht bislang nicht ausreichend geklĂ€rt sind.

Sie bitten Merz um Antwort bis spĂ€testens 22. August 2025. Diese betreffen unter anderem den umstrittenen Auftrag an das Logistikunternehmen Fiege aus dem MĂŒnsterland und die VertrĂ€ge mit der Schweizer Firma Emix Trading, die ein Volumen von rund 750 Millionen Euro umfassten. In beiden FĂ€llen hatte das Gesundheitsministerium unter Spahn darauf verzichtet, mit Schadensersatzklagen gegen die Vertragspartner vorzugehen, obwohl es bei der Abwicklung der VertrĂ€ge zu erheblichen Problemen kam. DarĂŒber hinaus wollen Piechotta und Dahmen wissen, ob Geld aus den Maskendeals als Parteispenden an die Unionsparteien geflossen ist, warum es bei manchen Fragen wie etwa der Festsetzung von Maskenpreisen Diskrepanzen zwischen den Darstellungen im Sudhof-Bericht und seitens des Gesundheitsministeriums gibt, und ob es Weisungen an das Gesundheitsministerium gegeben hat, bestimmte Lieferanten zu bevorzugen. Ferner geht es um die lĂŒckenhafte AktenfĂŒhrung im Ministerium, das chaotische Open-House-Bestellverfahren und den möglichen Gesamtschaden durch die Maskendeals.

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