Klink-BetriebsrÀte warnen vor Pflegenotstand wegen ReformplÀnen
24.04.2026 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.deDie aktuell vorliegenden PlĂ€ne wĂŒrden massive Auswirkungen auf die Arbeit der Kollegen haben, "die jeden Tag auf Station, in den Funktionsbereichen, in Diagnostik, Therapie, Service, Technik und Verwaltung alles fĂŒr eine gute Versorgung" der Patienten geben, warnen die BetriebsrĂ€te in dem Schreiben, das neben Gesundheitsministerin Warken auch an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD), Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas (ebenfalls SPD) sowie die Vorsitzenden der Regierungsfraktionen ging. "Alle Erfolge der letzten Jahre, das Gesundheitswesen als Arbeitsplatz attraktiver zu machen, drohen zunichte gemacht zu werden."
Warken will das 2020 eingefĂŒhrte Pflegebudget deckeln und dafĂŒr sorgen, dass auch Tarifsteigerungen bei PflegekrĂ€ften nicht mehr vollstĂ€ndig refinanziert werden. Tragen mĂŒssten die zusĂ€tzlichen Kosten demnach die KrankenhĂ€user selbst. Bei denen ist die wirtschaftliche Lage allerdings jetzt schon angespannt.
Frank Werneke, Vorsitzender der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, warnt deshalb, dass die Lage in der Pflege sich verschlechtern könnte - und einigen Kliniken sogar die SchlieĂung drohe. Schon jetzt seien Teams in der Pflege oft unterbesetzt, sagte Werneke den Zeitungen. "Wenn das Pflegebudget gedeckelt wird, wird die Unterbesetzung zementiert und in den kommenden Jahren noch verschĂ€rft."
WĂŒrden Tarifsteigerungen nicht mehr refinanziert, hĂ€tten die KrankenhĂ€user keine andere Wahl als Personal abzubauen. "Damit rĂŒckt eine bedarfsgerechte Ausstattung in der Pflege noch mehr in die Ferne", sagte Werneke. FĂŒr Patienten bedeute das eine schlechtere Versorgung. FĂŒr Pflegende bedeute es noch mehr Druck und Stress, und es bestehe die Gefahr, dass dann wieder mehr Kolleginnen und Kollegen den Beruf verlassen wĂŒrden, weil sie die Belastung auf Dauer nicht aushalten, fĂŒrchtet der Verdi-Chef. "Damit wĂ€ren wir zurĂŒck in einem Teufelskreis, den wir angefangen hatten, zu durchbrechen."
Viele Einrichtungen hingen zudem finanziell schon jetzt am "seidenen Faden", sagte der Gewerkschaftschef. "Wenn diese PlĂ€ne so kommen, wird es reihenweise SchlieĂungen geben."
Unterzeichnet haben den Brief unter anderem die Arbeitnehmervertretungen der Helios Kliniken, der Charité und der UniversitÀtskliniken Essen, Göttingen und Magdeburg. Insgesamt reprÀsentieren die unterzeichnenden BetriebsrÀte rund 323.000 BeschÀftigte.
