Putschisten wollten Kanzler gefesselt im TV vorfĂŒhren
Veröffentlicht: 13.08.2023 um 00:04 Uhr, dts-nachrichtenagentur.dePrinz ReuĂ tatsĂ€chlich waren. Wie die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Regierungskreise schreibt, planten die Putschisten, bei einer Plenarsitzung des Bundestags das ReichstagsgebĂ€ude zu stĂŒrmen und alle anwesenden Minister nebst Bundeskanzler festzunehmen und zu fesseln. AnschlieĂend sollte das gesamte Kabinett als Geiseln der Ăffentlichkeit im TV vorgefĂŒhrt werden, worauf sich weitere Kritiker der Regierung aus Behörden und Institutionen dem Umsturzversuch anschlieĂen sollten.
Wie die "Bild am Sonntag" weiter berichtet, hatten die Putschisten eine umfangreiche Kabinettsliste aufgestellt: Laut Ermittlungen hatte sich Heinrich XIII. Prinz ReuĂ selbst als Staatsoberhaupt vorgesehen. Die ehemalige AfD-Abgeordnete und Richterin Birgit Malsack-Winkemann soll demnach fĂŒr das Amt der Justizministerin eingeplant gewesen sein. Ein Rechtsanwalt aus Hannover sollte AuĂenminister werden, eine HausĂ€rztin Gesundheitsministerin. Ein ehemaliger Kriminalhauptkommissar sollte als Innenminister "Polizeifragen" klĂ€ren. Ein ganz neues Ressort sollte laut Ermittlern fĂŒr eine Heppenheimer Astrologin geschaffen werden: das Ministerium fĂŒr "Transkommunikation", zustĂ€ndig fĂŒr spirituelle und astrologische Fragen. Ein inzwischen aus der Untersuchungshaft entlassener Gourmetkoch bestreitet, etwas von den UmsturzplĂ€nen gewusst zu haben: "FĂŒr mich ging es um die Frage einer Neustrukturierung von Bundeswehrkasernen. Ich ging davon aus, dass ich die Kantinenkonzepte ĂŒberarbeiten soll", sagte der Mann der "Bild am Sonntag". Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) erklĂ€rte gegenĂŒber derselben Zeitung: "Keiner in dieser extremistischen Szene sollte sich sicher fĂŒhlen." Deutschland habe "starke Sicherheitsbehörden, die unsere Demokratie gegen gefĂ€hrliche Verfassungsfeinde schĂŒtzen. Das zeigen die umfassenden Ermittlungen gegen das bisher gröĂte mutmaĂliche Terrornetzwerk von ReichsbĂŒrgern. Wir werden diese harte Gangart auch weiter fortsetzen, bis wir militante ReichsbĂŒrger-Strukturen vollstĂ€ndig offengelegt und zerschlagen haben." Militante ReichsbĂŒrger verbinde "der Hass auf die Demokratie, auf unseren Staat und auf Menschen, die fĂŒr unser Gemeinwesen einstehen. Wir haben es nicht mit harmlosen Spinnern zu tun, sondern mit gefĂ€hrlichen Extremisten, die von gewaltsamen Umsturzfantasien getrieben sind und viele Waffen besitzen." Polizei und Sicherheitsbehörden mĂŒssten "diese Extremisten konsequent entwaffnen", so Faeser: "DafĂŒr brauchen wir dringend die VerschĂ€rfungen des Waffenrechts."
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
