EU, Familien

Studie: VĂ€ter ĂŒbernehmen weniger VersorgungstĂ€tigkeiten fĂŒr Kinder

13.05.2026 - 10:29:52 | dts-nachrichtenagentur.de

VÀter in Europa beteiligen sich bei der Kinderbetreuung vor allem an interaktiven und freizeitbezogenen Aufgaben wie dem Spielen mit den Kindern, die hÀufig zeitlich flexibel sind.

Vater, Mutter, Kind (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Vater, Mutter, Kind (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Weniger flexible und stĂ€rker versorgende TĂ€tigkeiten, etwa das Anziehen, die Essenszubereitung oder die Betreuung kranker Kinder, werden von VĂ€tern seltener ĂŒbernommen. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die das Bundesinstitut fĂŒr Bevölkerungsforschung (BiB) auf Daten des Generations and Gender Survey (GGS) erstellt hat.

Die Untersuchung ging der Frage nach, welche Aufgaben VĂ€ter ebenso hĂ€ufig wie ihre Partnerinnen ausfĂŒhren und sich in Ă€hnlichem Maße an der Kinderbetreuung beteiligen. Dabei zeigte sich ein klares Muster: Bei interaktiven und freizeitbezogenen TĂ€tigkeiten wie dem gemeinsamen Spielen, dem Zu-Bett-Bringen oder dem Organisieren von FreizeitaktivitĂ€ten gibt in allen untersuchten LĂ€ndern jeweils die Mehrheit der VĂ€ter an, diese Aufgaben mindestens ebenso hĂ€ufig zu ĂŒbernehmen wie ihre Partnerin. Besonders ausgeprĂ€gt ist dieses Muster beim Spielen: In sieben von neun LĂ€ndern ist dies die Aufgabe, die VĂ€ter mindestens ebenso hĂ€ufig wie ihre Partnerinnen erledigen. Die entsprechenden Anteile variieren zwischen 68 Prozent in Deutschland und 95 Prozent in Norwegen.

Bei der Beteiligung von VÀtern an versorgenden TÀtigkeiten - etwa der Betreuung kranker Kinder, dem Anziehen der Kinder oder der Zubereitung von Mahlzeiten - zeigen sich hingegen deutliche Unterschiede zwischen den LÀndern. WÀhrend in Norwegen 80 Prozent und in Finnland 67 Prozent der VÀter berichten, kranke Kinder mindestens ebenso hÀufig zu betreuen wie ihre Partnerinnen, sind es in Tschechien nur etwa 29 Prozent und in Deutschland 42 Prozent. Auch bei anderen versorgenden TÀtigkeiten liegen die Anteile in Deutschland im unteren Bereich des LÀndervergleichs.

Die Studie untersuchte zudem den Zusammenhang zwischen einzelnen Aufgaben der Kinderbetreuung und dem Wohlbefinden von VĂ€tern: VĂ€ter, die nach eigenen Angaben mindestens so oft wie ihre Partnerinnen gemeinsam mit den Kindern spielen, berichten ĂŒber eine höhere Lebenszufriedenheit. Die Betreuung kranker Kinder ist, wenn VĂ€ter diese Aufgabe mindestens ebenso hĂ€ufig ĂŒbernehmen wie ihre Partnerin, mit einer geringeren Lebenszufriedenheit verbunden.

"Versorgende TĂ€tigkeiten sind hĂ€ufig stĂ€rker an feste Zeiten gebunden und lassen sich schwerer mit Erwerbsarbeit vereinbaren", erklĂ€rt Stefanie Hoherz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am BiB und Mitautorin der Studie. "Interaktive und freizeitbezogene TĂ€tigkeiten bieten dagegen grĂ¶ĂŸere zeitliche FlexibilitĂ€t und können hĂ€ufiger außerhalb von klassischen Kernarbeitszeiten ĂŒbernommen werden - etwa nach Feierabend oder am Wochenende."

Die Ergebnisse verdeutlichen nach Angaben des Instituts, dass Kinderbetreuung nicht als einheitliche TĂ€tigkeit verstanden werden könne. Vielmehr seien einzelne Aufgaben mit anderen Anforderungen verbunden und gingen - je nach Art der TĂ€tigkeit - mit unterschiedlichen Mustern im Hinblick auf das Wohlbefinden von VĂ€tern einher. Vor diesem Hintergrund gewinnen familienpolitische und arbeitsorganisatorische Rahmenbedingungen an Bedeutung. "Um eine ausgewogenere Verteilung der Kinderbetreuung zu fördern, sind insbesondere Rahmenbedingungen gefragt, die die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit mit zeitgebundenen oder kurzfristig anfallenden Betreuungs- und Versorgungsaufgaben verbessern, etwa durch flexiblere Arbeitszeiten fĂŒr Eltern", erklĂ€rte Claudius Garten, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesinstitut fĂŒr Bevölkerungsforschung.

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