Landkreistag, Zivilschutzplan

Landkreistag fordert flÀchendeckenden Zivilschutzplan vom Bund

12.07.2025 - 09:07:46 | dts-nachrichtenagentur.de

Zum Bevölkerungsschutztag am Samstag haben Deutschlands Landkreise beim Bund ein flÀchendeckendes Konzept angemahnt.

Zivilschutz (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Wir fordern schon seit langem einen zivilen Operationsplan, wie die Bundeswehr auch einen militĂ€rischen hat", sagte Kay Ruge, stellvertretender HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Deutschen Landkreistages (DLT), der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" (NOZ). Bislang mangele es an einem flĂ€chendeckenden Konzept fĂŒr den Bevölkerungsschutz im Krisenfall. "Was machen wir beispielsweise bei einem lĂ€ngeren Stromausfall? Wenn wir in einem Landkreis 30 Pflegeheime haben, dann können wir die nicht alle mit Notstromaggregaten versorgen. Und selbst wenn, wie sollen wir den Diesel dafĂŒr besorgen, wenn die Tankstellen nicht mehr funktionieren?" erlĂ€uterte Ruge in der "NOZ".

Ein solcher Plan mĂŒsse gemeinsam mit LĂ€ndern, Kreisen und Kommunen erarbeitet werden. Lange sei das Thema Zivilschutz auf Bundesebene vernachlĂ€ssigt worden. So wurden etwa 2007 der Betrieb und die Instandhaltung von Bunkern eingestellt. Auch die Rechtsgrundlagen stammen laut Ruge teils noch aus den 1950er-Jahren. "Da steht beispielsweise, dass im Zivilschutzfall Lagerstroh bereitgestellt werden muss." Als dringend notwendig sieht Ruge Risikoanalysen, Engpassregister und eine flĂ€chendeckende Einbindung der kommunalen Ebene. Auch die Finanzierung mĂŒsse geklĂ€rt werden: Zwar falle der Zivilschutz unter die Ausnahmeregelungen der Schuldenbremse, doch auf Ebene der Landkreise seien die Haushalte vielfach durch gestiegene Sozialausgaben stark belastet. Derzeit arbeitet der Bund gemeinsam mit den LĂ€ndern an einem Schutzraumkonzept. Ruge kritisierte jedoch, dass die Landkreise dabei bislang nicht systematisch eingebunden worden seien - obwohl sie als untere Katastrophenschutzbehörden zentrale Verantwortung tragen.

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