EU-Regierungen sehen Russland wirtschaftlich stÀrker unter Druck
18.06.2026 - 18:19:10 | dts-nachrichtenagentur.de
Angeblich sollen rund 40 Prozent der russischen Energie-Infrastruktur unbrauchbar oder zumindest beschĂ€digt sein. Dabei ist nicht ganz klar, inwieweit dies durch ukrainische SchlĂ€ge erfolgt, oder womöglich auch andere GrĂŒnde haben könnte. Klar ist aber: Der Ukraine gelingen immer hĂ€ufiger massive Angriffe weit im russischen Hinterland. Und es gelingt der Ukraine auch, Bilder davon auf Bildschirme rund um den Globus zu bringen - auch in BrĂŒssel kann man sie sehen. In europĂ€ischen Sicherheitskreisen wird davon ausgegangen, dass diese Angriffe den wirtschaftlichen Druck auf Moskau signifikant erhöhen - wenngleich die ukrainische Energieinfrastruktur wohl noch stĂ€rker zerstört ist.
Am Rande des EU-Gipfel werden sich diejenigen LĂ€nder, die gleichzeitig in der Nato sind, auch vor dem Treffen des VerteidigungsbĂŒndnisses in der TĂŒrkei weiter abstimmen, was die weitere militĂ€rische UnterstĂŒtzung der Ukraine und mögliche Perspektiven fĂŒr spĂ€tere Verhandlungen mit Russland angeht.
Dabei herrsche Einigkeit, so heiĂt es in BrĂŒssel wie schon seit Monaten, dass bei möglichen FriedensgesprĂ€chen neben Russland und der Ukraine auch Europa sowie die USA vertreten sein mĂŒssten. Eine Festlegung auf einen europĂ€ischen VerhandlungsfĂŒhrer gibt es aber offenbar noch immer nicht. ZunĂ€chst mĂŒssten die Voraussetzungen fĂŒr ernsthafte GesprĂ€che geschaffen werden. Entscheidend sei aber, dass ĂŒber die Sicherheitsinteressen Europas nicht ohne die EuropĂ€er entschieden werde.
Zumindest gesprochen wird in BrĂŒssel auch wieder ĂŒber eine EU-Perspektive fĂŒr die Ukraine. PrĂ€sident Selenskyj ist erneut persönlich angereist. Im GesprĂ€ch war zuletzt eine "assoziierte Partnerschaft". Angeblich, so erzĂ€hlt man sich auf den Fluren in BrĂŒssel, soll Selenskyj den Begriff nicht mögen, er ist mittlerweile in Kiew gewissermaĂen verbrannt - einen anderen hat man aber wohl auch noch nicht gefunden.
Das berĂŒhmt-berĂŒchtigte "Assoziierungsabkommen" zwischen der EuropĂ€ischen Union und der Ukraine, bereits 2014 von den EU-Staats- und Regierungschefs und dem damaligen ukrainischen PrĂ€sidenten Poroschenko unterschrieben, wird in Kiew wohl auch mit Hinhaltetaktik und DemĂŒtigungen verbunden. In den Niederlanden war es per Referendum zunĂ€chst abgelehnt worden, daraufhin erwirkte die niederlĂ€ndische Regierung eine ZusatzerklĂ€rung, die unter anderem Sicherheitsgarantien, militĂ€rische UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine sowie jegliche Verpflichtung der EU, Ukrainern die FreizĂŒgigkeit in der EU zu gewĂ€hren, ausschloss. Der Krieg hat diese EinschrĂ€nkungen freilich in weiten Teilen pulverisiert.
