Nationalmannschaft, WM

Der New Yorker Klopp-Gipfel und Klinsmanns Insiderwissen

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 13:43 Uhr, dpa.de

Vier Männer und Beratungen über vier Stunden: In New York arbeitet die DFB-Spitze mit dem Wunschkandidaten an der Lösung der Bundestrainer-Hürden. Nach dem ersten Treffen halten zunächst alle still.

  • Omnipräsent bei der WM: Jürgen Klopp mit Frankreichs Topstar Kylian Mbappé.   - Bild: Tom Weller/dpa
    Omnipräsent bei der WM: Jürgen Klopp mit Frankreichs Topstar Kylian Mbappé. - Bild: Tom Weller/dpa
  • Bernd Neuendorf (l) und Hans-Joachim Watzke sind mit einem klaren Auftrag in New York. (Archivbild)  - Bild: Tom Weller/dpa
    Bernd Neuendorf (l) und Hans-Joachim Watzke sind mit einem klaren Auftrag in New York. (Archivbild) - Bild: Tom Weller/dpa
  • Ein gewiefter Manager: Marc Kosicke. (Archivbild) - Bild: Christian Charisius/dpa
    Ein gewiefter Manager: Marc Kosicke. (Archivbild) - Bild: Christian Charisius/dpa
  • Jürgen Klinsmann kennt das Job-Profil des Nationaltrainers (Archivbild)  - Bild: Christoph Lother/dpa
    Jürgen Klinsmann kennt das Job-Profil des Nationaltrainers (Archivbild) - Bild: Christoph Lother/dpa
  • Wie viel Red Bull dürfte noch in einem Bundestrainer Klopp stecken? (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
    Wie viel Red Bull dürfte noch in einem Bundestrainer Klopp stecken? (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
Omnipräsent bei der WM: Jürgen Klopp mit Frankreichs Topstar Kylian Mbappé.   - Bild: Tom Weller/dpa Bernd Neuendorf (l) und Hans-Joachim Watzke sind mit einem klaren Auftrag in New York. (Archivbild)  - Bild: Tom Weller/dpa Ein gewiefter Manager: Marc Kosicke. (Archivbild) - Bild: Christian Charisius/dpa Jürgen Klinsmann kennt das Job-Profil des Nationaltrainers (Archivbild)  - Bild: Christoph Lother/dpa Wie viel Red Bull dürfte noch in einem Bundestrainer Klopp stecken? (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa

Jürgen Klopp sah aus wie ein Tourist. Helle Hose, sportliche Sneaker - und dazu die Sonnenbrille lässig ins Shirt gesteckt. So zeigten Fotos den 59-Jährigen beim ersten Bundestrainer-Gipfel mit der DFB-Spitze in New York. Direkt danach gab es weder Äußerungen der Teilnehmer, noch drangen konkrete Fakten oder gar Ergebnisse nach außen. Es gab nicht einmal Hinweise über mögliche weitere Treffen. Bleibt die DFB-Spitze länger in den USA? 

Die «Bild»-Zeitung veröffentlichte Fotos der Zusammenkunft von DFB-Präsident Bernd Neuendorf (65) sowie DFB-Vize und Ligapräsident Hans-Joachim Watzke (67) mit Klopp und dessen Berater Marc Kosicke (55) in einem Hotel am John F. Kennedy Flughafen. Kosicke, der Vierte im Bunde, kümmert sich seit vielen Jahren um Klopps Belange. Der Sportmanager gilt in der Fußball-Szene als gewiefter Verhandler. Er kümmert sich auch um Klopps Sponsoring-Verträge.

 

Das Airport-Treffen soll inklusive kurzer Pausen über vier Stunden gedauert haben. Es gab also erwartungsgemäß viel unter acht Augen zu besprechen. Klopp-Intimus Watzke hatte zuvor davon gesprochen, dass es bei der Nachfolge für den nach der nächsten vermurksten WM nicht zuletzt auf sanften Verbands-Druck zurückgetretenen Julian Nagelsmann nicht nur darum ginge, «dass man einen Namen austauscht».

Jürgen K. erklärt Jürgen K. den Bundestrainer-Job 

Das Anforderungsprofil für einen Nationaltrainer skizzierte in den WM-Tagen übrigens Jürgen Klinsmann. Der 61-Jährige, als Bundestrainer von 2004 bis 2006 verantwortlich für das deutsche WM-Sommermärchen, sprach dabei von einer Vielzahl an Rollen, die der Chefcoach bei einem Turnier zu erfüllen habe. 

«Im Grunde bist du ein Menschen-Manager», erklärte Klinsmann, angefangen beim Spieler-Puzzle, der Steuerung der Mannschaft, dem Umgang mit den Familien bis hin zum Verband. 

«Manchmal funktioniert es, manchmal nicht. Und wenn es nicht so gut läuft, übernimmst du Verantwortung, so wie es Julian Nagelsmann getan hat. Er hat Verantwortung übernommen und gesagt: Ich habe keinen guten Job gemacht. Ich gehe und mache den Weg frei für einen anderen, für den nächsten Trainer», schilderte Klinsmann.

Verantwortung im deutschen Fußball und als Nationaltrainer übernehmen will nun Klopp, der als Vereinscoach bei Borussia Dortmund und dem FC Liverpool bewiesen hat, dass er Mannschaften zu Titeln führen kann. Und dass er Menschen anleiten kann. Er würde damit die Voraussetzung des «Menschen-Managers» erfüllen, auch wenn er noch nie ein Nationalteam geführt hat. Auch darum sieht er wohl in Ex-Teamchef Rudi Völler (66) eine echte Hilfe. Der DFB-Sportdirektor bleibt auch nach dem WM-Aus bis zur EM 2028 im Amt.

Mit Wasserstandsmeldungen über den New-York-Gipfel sollten sich alle Beteiligten am Wochenende zunächst zurückhalten. Und wenn, wäre es wohl die Aufgabe von Verbandsboss Neuendorf, ein Statement zu veröffentlichen.

Bosse fliegen aus Frankfurt ein

Neuendorf und Watzke waren am Freitag aus Frankfurt in die US-Metropole geflogen. In New York hat Klopp seine WM-Basis. Er arbeitet für MagentaTV als Experte, beobachtet vor Ort die Turnierspiele bewertet sie sportlich. 

Der Austausch von Angesicht zu Angesicht galt als zentrale Voraussetzung, um zur von Verbandsseite und Klopp angestrebten Zusammenarbeit zu gelangen. Im Zuge der Nagelsmann-Trennung hatten sich beide Parteien klar und offensiv zueinander bekannt. Auch inhaltlich wurde vieles sehr schnell vorbesprochen. 

Klopp soll demnach einen Vertrag bis zur WM 2030 erhalten. Dieser soll nicht viel höher dotiert sein, als der seines Vorgängers. Nagelsmann soll nach unbestätigten Medienberichten rund sieben Millionen Euro pro Jahr kassiert haben. 

Ein Knackpunkt bleiben die Verhandlungen mit Red Bull über eine Auflösung des noch bis 2029 datierten Vertrages von Klopp als «Head of Gobal Soccer». Geschäftsführer Oliver Mintzlaff soll in der WM-Finalwoche in die USA reisen.

Wie viel Red Bull dürfte noch in Klopp stecken?

Wenn die kolportierten Details stimmen, gibt Klopp seinen Job bei dem österreichischen Getränkekonzern auf, könnte aber Markenrepräsentant bleiben. Dieses Konstrukt wird nach dpa-Informationen freilich bei den Traditionalisten innerhalb des Deutschen Fußball-Bundes kritisch bewertet. 

Mit einer ultralangen Hängepartie der Klopp-Personalie wird allgemein nicht gerechnet. Obwohl kein Zeitdruck besteht. Die ersten Länderspiele der DFB-Auswahl in der neuen Saison stehen erst Ende September an. Dann gibt es im ersten, neu gestalteten Länderspielfenster innerhalb von nur zehn Tagen aber gleich vier Partien gegen die Niederlande, Serbien und Griechenland (zweimal). Beim Start als Bundestrainer müsste Klopp also gleich in die Vollen gehen.

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