Keine Einigung ĂŒber WM-PrĂ€mien kurz vor Turnierstart
12.06.2026 - 04:22:05 | dpa.deKurz vor dem WM-Start der deutschen FuĂball-Nationalmannschaft sind die Verhandlungen ĂŒber die TurnierprĂ€mien zwischen den Spielern und dem DFB nicht abgeschlossen. «Ja, wir sind kurz davor. Also, es sieht gut aus», sagte Jonathan Tah bei einer Pressekonferenz in Winston-Salem. Der Abwehrspieler des FC Bayern gehört wie KapitĂ€n und Vereinskollege Joshua Kimmich zu den Profis, die fĂŒr die Mannschaft mit dem Verband verhandeln.Â
Dass kurz vor dem WM-Auftakt am Sonntag (19.00 Uhr/ARD und MagentaTV) in Houston gegen Curaçao nicht alle PrĂ€miendetails vereinbart sind, ist ungewöhnlich. «Wir sind in guten GesprĂ€chen mit dem Mannschaftsrat. Aber wir fĂŒhren die Verhandlungen nicht öffentlich», hatte DFB-PrĂ€sident Bernd Neuendorf im Mai gesagt. In der Vorwoche hatte der Verbandschef in Chicago auch noch keinen Vollzug bekanntgeben können.Â
Rekordzahlung nach WM-Sieg 2014
Die höchste PrĂ€mie kassierten bislang die letzten deutschen Weltmeister um KapitĂ€n Philipp Lahm 2014 in Brasilien mit 300.000 Euro pro Mann. FĂŒr den Titelgewinn bei der Heim-EM 2024 hĂ€tte es sogar 400.000 Euro gegeben.Â
Nach dem Viertelfinal-Aus gegen Spanien kassierte jeder der 26 Akteure 100.000 Euro. Bei den vergangenen zwei WM-Turnieren 2018 in Russland und 2022 in Katar gingen die Spieler nach dem Aus in der Vorrunde jeweils leer aus.
Kimmich hatte zum Start der WM-Vorbereitung Ende Mai in Herzogenaurach die Spieler-Perspektive erlĂ€utert. «Das ist ein schöner Nebeneffekt, der einem zusteht, weil man auch abliefert. Aber der Erfolg motiviert uns mehr als die Kohle», sagte der 110-malige Nationalspieler. NatĂŒrlich sei allen klar, dass bei der XXL-WM mit erstmals 48 Mannschaften «viel Geld hinten dranhĂ€ngt, viel Geld gezahlt wird».
Zudem habe er das GefĂŒhl, dass es dem DFB als Verband ökonomisch «auch wieder besser gehe», sagte Kimmich. Er deutete damit an, dass die Spieler durchaus ihre Forderungen in den Verhandlungen mit Neuendorf und DFB-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Andreas Rettig aktiv vertreten.
Knackpunkt dĂŒrfte bei den Last-Minute-GesprĂ€chen nicht die PrĂ€mie fĂŒr einen WM-Sieg sein. Schwierig wird es fĂŒr den DFB, wenn die Auswahl in einer der ersten K.o.-Runden scheitert und somit weniger Zahlungen der FIFA in die Verbandskasse flieĂen.Â
FIFA erhöhte PrÀmien im April
Ende April hatte der Weltverband nach Protesten der groĂen Nationen wie Deutschland und England die PrĂ€mien angehoben. FĂŒr die Qualifikation und die Turniervorbereitung erhĂ€lt jeder Teilnehmer nun 12,5 Millionen US-Dollar und damit zwei Millionen mehr. Der DFB hatte zuvor eine Planungsunsicherheit angesichts des Dollarkurses und der regional unterschiedlichen Steuergesetze in den USA moniert.Â
Insgesamt wird fĂŒr die 48 Teams die Rekordsumme von 871 Millionen Dollar verteilt, wobei der Turniersieger signifikant viel erhĂ€lt. Vor der Anpassung im April war von 50 Millionen Dollar fĂŒr den Weltmeister und je neun Millionen Dollar fĂŒr die 16 Teams, die in der Vorrunde ausscheiden, die Rede. Pro K.-o.-Runde steigen die FIFA-PrĂ€mien, was den Spielraum fĂŒr den DFB im Erfolgsfall erhöht.
1954 gab es einen Lederkoffer
Im Vergleich zu den ersten deutschen Weltmeistern 1954 um Fritz Walter kommen Kimmich und seine Kollegen sicherlich gut weg. Die Helden von Bern erhielten jeweils 2.500 Mark, einen Röhrenfernseher, einen Motorroller und einen Lederkoffer.
