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FIFA WM-Milliarden: UEFA und Concacaf verlangen 10-Millionen-Zahlungen fĂŒr alle VerbĂ€nde

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 18:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

UEFA und Concacaf verlangen nach der finanziell erfolgreichen WM in Amerika eine milliardenschwere Sonderzahlung der FIFA an alle MitgliedsverbÀnde. Der Schritt verschÀrft den Machtkampf mit PrÀsident Gianni Infantino kurz vor dessen angestrebter vierter Amtszeit.

  • Der Machtkampf der UEFA gegen FIFA-Boss Infantino (r) geht weiter. (Archivbild) - Bild: Robert Michael/dpa
    Der Machtkampf der UEFA gegen FIFA-Boss Infantino (r) geht weiter. (Archivbild) - Bild: Robert Michael/dpa
  • DFB-PrĂ€sident Bernd Neuendorf (l) und UEFA-Boss Aleksander Ceferin arbeiten eng zusammen. (Archivbild) - Bild: Marijan Murat/dpa
    DFB-PrÀsident Bernd Neuendorf (l) und UEFA-Boss Aleksander Ceferin arbeiten eng zusammen. (Archivbild) - Bild: Marijan Murat/dpa
  • Infantino möchte nochmal als FIFA-PrĂ€sident kandidieren. (Archivbild) - Bild: STR/AP/dpa
    Infantino möchte nochmal als FIFA-PrÀsident kandidieren. (Archivbild) - Bild: STR/AP/dpa
Der Machtkampf der UEFA gegen FIFA-Boss Infantino (r) geht weiter. (Archivbild) - Bild: Robert Michael/dpa DFB-PrÀsident Bernd Neuendorf (l) und UEFA-Boss Aleksander Ceferin arbeiten eng zusammen. (Archivbild) - Bild: Marijan Murat/dpa Infantino möchte nochmal als FIFA-PrÀsident kandidieren. (Archivbild) - Bild: STR/AP/dpa

Die UEFA und der nordamerikanische Dachverband Concacaf haben den Machtkampf mit der FIFA und ihrem PrÀsidenten Gianni Infantino durch eine milliardenschwere Forderung weiter verschÀrft.

Forderung nach zusĂ€tzlicher WM-AusschĂŒttung

Beide KontinentalverbĂ€nde verlangen vom Weltverband, nach der finanziell erfolgreichen WM im vergangenen Sommer in den USA, Kanada und Mexiko jedem der 211 FIFA-MitgliedsverbĂ€nde zusĂ€tzlich 10 Millionen US-Dollar auszuzahlen. Insgesamt wĂŒrde die FIFA damit rund 2,1 Milliarden Dollar an ihre Mitglieder ausschĂŒtten. Die Forderung geht aus einem gemeinsamen Schreiben von UEFA und Concacaf hervor.

Zur BegrĂŒndung verweisen die VerbĂ€nde darauf, dass die FIFA nach dem Turnier ĂŒber Reserven von etwa 6 Milliarden Dollar verfĂŒge. Eine einmalige SonderausschĂŒttung sei ihrer Ansicht nach zusĂ€tzlich zu den bereits im Programm „FIFA Forward Enterprise“ festgelegten Zahlungen möglich. Das Geld solle zwischen 2027 und 2030 in Infrastrukturprojekte und die Weiterentwicklung des Fußballs fließen.

Frontstellung gegen Infantino

UEFA-PrĂ€sident Aleksander Ceferin und Concacaf-Chef Victor Montagliani gelten als schĂ€rfste Kritiker von FIFA-PrĂ€sident Infantino. Der Schweizer will sich am 18. MĂ€rz 2027 zum vierten Mal zum FIFA-Chef wĂ€hlen lassen. Unter den 211 stimmberechtigten MitgliedsverbĂ€nden zeichnet sich derzeit weder eine klare Mehrheit fĂŒr noch gegen Infantino ab.

Die UEFA hat bislang keinen eigenen Gegenkandidaten prĂ€sentiert, Ceferin selbst plant keinen Antritt. Gemeinsam vereinen UEFA und Concacaf jedoch 90 der 211 Stimmen und verfĂŒgen damit ĂŒber erheblichen Einfluss auf den Ausgang der Wahl.

Streit um Investorenmodell fĂŒr WM-Vermarktung

Der aktuelle Konflikt ist eingebettet in frĂŒhere Auseinandersetzungen um ein von Infantino vorangetriebenes Investorenmodell zur Vermarktung der Weltmeisterschaft. Der FIFA-PrĂ€sident hatte abseits der offiziellen Gremien PlĂ€ne mit US-Geldgebern vorgelegt, die ein milliardenschweres Paket vorsahen. Die Initiative löste vor allem bei fĂŒhrenden europĂ€ischen FunktionĂ€ren heftigen Widerstand aus.

Nach massiven Protesten musste Infantino das Projekt zurĂŒckziehen. RĂŒcktrittsforderungen, die in diesem Zusammenhang laut wurden, wies er zurĂŒck. Stattdessen ließ er eine erneute Kandidatur fĂŒr das kommende Jahr ankĂŒndigen.

Boykottdrohungen und juristische Schritte

Der Streit um das Milliardenprojekt, das kurz nach der WM in Amerika vorgestellt und wenige Tage spĂ€ter wieder gestoppt wurde, hat mehrere Eskalationsstufen durchlaufen. Die 55 UEFA-MitgliedsverbĂ€nde drohten offen mit einem Boykott aller FIFA-Wettbewerbe, falls die PlĂ€ne nicht aufgehoben wĂŒrden und keine Garantien fĂŒr kĂŒnftige Entscheidungen gegeben werden.

Parallel bemĂŒht sich die UEFA auch auf juristischem Weg um ein Vorgehen gegen Infantino. Im Mittelpunkt steht der Vorwurf der ungetreuen GeschĂ€ftsbesorgung. Nach Darstellung der UEFA könnte dem FIFA-PrĂ€sidenten im Falle einer Verurteilung sogar eine Haftstrafe drohen. Ein entsprechendes Verfahren wĂŒrde in der Schweiz, dem Sitz der FIFA, gefĂŒhrt, wĂ€hrend der Weg ĂŒber die US-Justiz aus formalen GrĂŒnden gewĂ€hlt wurde, weil die Rechtsabteilung des Verbandes in Florida angesiedelt ist.

Vergleich mit dem Ende der Ära Blatter

Das Vorgehen erinnert an den Sturz von Infantinos VorgĂ€nger Joseph Blatter im Jahr 2015. Der damalige LangzeitprĂ€sident legte sein Amt nieder, nachdem die US-Justiz umfangreiche Ermittlungen gegen FunktionĂ€re des Weltfußballs eingeleitet hatte. Blatter selbst wurde zwar nicht verurteilt, sein FĂŒhrungsstil galt jedoch als nicht mehr tragbar.

Ende August attackierte die UEFA Infantino erneut frontal und setzte damit den politischen Druck weiter in die Höhe. Vor diesem Hintergrund erhÀlt die aktuelle Finanzforderung an die FIFA zusÀtzliche Brisanz.

Finanzielle Dimension des Machtkampfs

Die Forderung von UEFA und Concacaf an die FIFA, nach der erfolgreichen WM in den USA, Kanada und Mexiko zusĂ€tzlich jeweils 10 Millionen US-Dollar an alle 211 MitgliedsverbĂ€nde auszuschĂŒtten, markiert eine neue Eskalationsstufe im seit Wochen schwelenden Machtkampf. Die Summe von rund 2,1 Milliarden Dollar wĂ€re selbst fĂŒr den finanzstarken Weltverband ein außergewöhnlicher Schritt und wĂŒrde die Verteilung der nach der WM aufgebauten Reserven zu einem zentralen politischen Instrument machen. Der Verweis auf RĂŒcklagen von etwa 6 Milliarden Dollar zeigt, dass die KontinentalverbĂ€nde den finanziellen Spielraum der FIFA gezielt in Frage stellen.

Politischer Druck vor der Wahl 2027

Der Konflikt erhĂ€lt besondere Brisanz durch die Perspektive der nĂ€chsten PrĂ€sidentschaftswahl im Jahr 2027. Gianni Infantino strebt seine vierte Amtszeit an, wĂ€hrend mit UEFA-Chef Aleksander Ceferin und Concacaf-PrĂ€sident Victor Montagliani ausgerechnet zwei der mĂ€chtigsten RegionalverbĂ€nde zu seinen entschiedensten Kritikern zĂ€hlen. Zusammen verfĂŒgen sie ĂŒber 90 der 211 Stimmen und können damit zwar keine eigene Mehrheit sichern, aber jede Wahl maßgeblich beeinflussen. Die jetzige Finanzforderung ist damit auch als Signal an unentschlossene VerbĂ€nde zu verstehen: Wer Transparenz und stĂ€rkere Mittel fĂŒr Entwicklungsvorhaben will, soll die UnterstĂŒtzung fĂŒr den amtierenden PrĂ€sidenten ĂŒberdenken.

Strukturelle Konfliktlinien und mögliche Folgen

Im Hintergrund stehen grundsĂ€tzliche Konfliktlinien ĂŒber die Vermarktungshoheit und die Governance im Weltfußball. Infantinos zuvor prĂ€sentiertes Investorenmodell fĂŒr die WM-Vermarktung und die massiven europĂ€ischen Proteste haben das Vertrauen vieler SpitzenfunktionĂ€re belastet. Wenn UEFA und Concacaf ihre juristischen Schritte mit dem Vorwurf der ungetreuen GeschĂ€ftsbesorgung begrĂŒnden und sogar eine mögliche Haftstrafe ins Spiel bringen, zielt dies auf eine Delegitimierung der aktuellen FĂŒhrung. FĂŒr nationale VerbĂ€nde geht es praktisch darum, ob zusĂ€tzliche Mittel fĂŒr Infrastruktur und Fußballentwicklung zur VerfĂŒgung stehen – und damit um die Frage, ob sie sich in dem Machtkampf klar positionieren oder abwarten.

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