Jürgen Klopp startet als Bundestrainer gegen die Niederlande
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 23:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWSJürgen Klopp startet am Donnerstag in Amsterdam gegen die Niederlande in seine Amtszeit als deutscher Bundestrainer und erwartet bei seinem Debüt in der Nations League ein Prestigeduell mit hohem Tempo und Druck.
„Direkt zur Sache“ gegen Oranje
Der 59-Jährige sagte rund 24 Stunden vor dem Anpfiff, eine positive Anspannung sei bereits da, die Aufregung werde vermutlich noch kommen. In Amsterdam gehe es gegen den Erzrivalen „direkt zur Sache“, sagte Klopp. Ein Titelversprechen für seine bis zur Weltmeisterschaft 2030 vereinbarte Amtszeit gab er nicht ab.
Er könne versprechen, dass man der Mannschaft ansehen werde, dass sie es unbedingt probieren wolle. Der neue Bundestrainer sprach von einem möglichen Aufbruch und von seiner ersten Lektion: Die Spieler sollten lernen, „Spaß unter Druck zu haben“.
Erweckungserlebnis nach dem WM-Tiefpunkt
Die Partie beginnt um 20.45 Uhr und soll 87 Tage nach dem WM-Aus gegen Paraguay in den USA einen ersten Hinweis auf die Richtung der Nationalmannschaft geben. Einen Auftaktsieg wünschen sich auch die Fans; den hatte jeder der fünf vorherigen Bundestrainer in diesem Jahrhundert geschafft.
Klopp hatte vor seinem ersten Spiel nur zwei Trainingseinheiten mit dem 24 Spieler starken Kader. Kapitän Joshua Kimmich sprach von einer Anfangseuphorie und davon, die eigene DNA und Identität wiederfinden zu müssen. Der Trainer legt zugleich Wert auf die Art und Weise: Wille, Leidenschaft und Teamgeist sollen sichtbar werden.
Achse um Kimmich geplant
Für die Startelf zeichnet sich eine Mannschaft mit starkem WM-Anstrich ab. Im Tor wird Rückkehrer Marc-André ter Stegen erwartet, in der Innenverteidigung Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck. Kimmich soll im zentralen Mittelfeld spielen; dazu kommen unter anderem Felix Nmecha, Jamal Musiala und Kai Havertz.
Um die erfahrenen Kräfte herum bieten sich junge Spieler an. Philipp Treu und Nathaniel Brown könnten auf den Außenverteidigerpositionen zum Einsatz kommen, Kevin Schade und Karim Adeyemi als schnelle offensive Außen. Klopp kündigte an, dass es anfangs auch wild zugehen könne, entscheidend sei aber, dass die Mannschaft lebendig bleibe.
Defensive als Fundament
Als ersten Leitsatz nannte Klopp die Stabilität gegen den Ball. Fußballerische Qualität werde sichtbar, wenn eine Mannschaft defensiv stabil sei, sagte er. Diese Ordnung soll das Fundament für hohes Pressing, Tempo und mutiges Offensivspiel bilden.
Mehr als ein Freundschaftsspiel
Das Debüt fällt in die Nations League und damit in einen Wettbewerb, in dem es unmittelbar um Platzierungen, Aufstiegschancen und sportliche Planung geht. Die Gruppenphase bietet Deutschland neben der frühen Titelperspektive auch einen möglichen zusätzlichen Weg zu den Play-offs für die Europameisterschaft 2028. Ein guter Start hätte deshalb sportliches Gewicht über den Prestigecharakter des Duells hinaus.
Für Klopp ist die Ausgangslage dennoch ungewöhnlich anspruchsvoll. Vor dem Spiel blieben nur zwei Trainingseinheiten mit dem ersten 24 Spieler umfassenden Kader. Gleichzeitig soll die Mannschaft nach dem WM-Tiefpunkt gegen Paraguay ein neues Auftreten entwickeln. Der Trainer setzt dabei auf eine stabile Achse um Kapitän Joshua Kimmich und will defensive Ordnung mit hohem Pressing, Tempo und mutigen Entscheidungen verbinden.
Der Druck steigt nach dem Auftakt
Die Partie in Amsterdam ist der Beginn eines dichten Programms mit vier Spielen binnen elf Tagen. Danach folgen Begegnungen gegen Griechenland und Serbien sowie das Rückspiel in Griechenland. Das erhöht den Ergebnisdruck, lässt aber auch wenig Zeit für grundlegende Umbauten. Für die Spieler bedeutet der neue Ansatz zugleich eine unmittelbare Bewährungsprobe: Erfahrene WM-Akteure sollen Stabilität geben, während Debütanten wie Philipp Treu und weitere junge Kräfte Energie einbringen.
Ein Sieg könnte die Aufbruchstimmung rasch verstärken; eine Niederlage würde Klopps langfristige Arbeit nicht entscheiden, aber die öffentliche Erwartung an seine Amtszeit früh zuspitzen. Aussagekräftiger als das Resultat allein dürfte daher sein, ob Deutschland bereits defensive Stabilität, klare Laufwege und die angekündigte Intensität erkennen lässt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
WDR: „Klopp-Debüt: DFB-Elf startet in der Nations League gegen die Niederlande“ (23.09.2026)
Der WDR berichte, Klopp wolle den deutschen Fans die Freude am Fußball zurückgeben und habe dafür einen stark erweiterten Kader zusammengestellt. Anders als die dpa-Meldung richte der Beitrag den Schwerpunkt stärker auf Klopps langfristigen Neuaufbau und die Parallele zum ebenfalls neuen niederländischen Trainer Xavi.
n-tv: „Komplizierter Modus mit Tücken: Warum die Nations League so wichtig für Jürgen Klopp ist“ (22.09.2026)
Der Bericht schreibe, die Nations League eröffne Deutschland neben einer Titelchance auch einen möglichen zusätzlichen Weg zu den EM-Play-offs 2028. Damit bestätige er die sportliche Bedeutung des Auftakts, setze den Akzent jedoch auf Wettbewerbsregeln und Qualifikationsfolgen statt auf Klopps erwartete Spielidee.
Medienübergreifend bestehe Einigkeit, dass das Duell in Amsterdam Klopps erste große Bewährungsprobe und kein belangloser Test sei. Unterschiede gebe es vor allem beim Blickwinkel: Im Mittelpunkt stünden entweder Aufbruch und Kaderumbau oder die konkreten sportlichen Konsequenzen der Nations League.
