Manchester City, Premier League

Manchester City: Ex-Boss fordert nach Finanz-Schuldspruch Zwangsabstieg

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 07:39 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Manchester City ist wegen schwerer Verstöße gegen die Finanzregeln der Premier League schuldig gesprochen worden. Der frühere Clubchef David Bernstein fordert für seinen Herzensverein einen Zwangsabstieg, während das Strafmaß noch aussteht.

  • Der Ex-Vereinsvorsitzende David Bernstein reagierte fassungslos auf den Finanzskandal um Manchester City. (Archivbild) - Bild: picture alliance / dpa
    Der Ex-Vereinsvorsitzende David Bernstein reagierte fassungslos auf den Finanzskandal um Manchester City. (Archivbild) - Bild: picture alliance / dpa
  • Manchester City drohen im Finanzskandal harte Sanktionen. (Archivbild) - Bild: Lindsey Parnaby/dpa
    Manchester City drohen im Finanzskandal harte Sanktionen. (Archivbild) - Bild: Lindsey Parnaby/dpa
Der Ex-Vereinsvorsitzende David Bernstein reagierte fassungslos auf den Finanzskandal um Manchester City. (Archivbild) - Bild: picture alliance / dpa Manchester City drohen im Finanzskandal harte Sanktionen. (Archivbild) - Bild: Lindsey Parnaby/dpa

Der frühere Manchester-City-Vorsitzende David Bernstein fordert nach dem Schuldspruch der Premier League wegen Finanzverstößen den Zwangsabstieg des englischen Topclubs.

Bernstein verlangt harte Sanktion

„Wenn sich all das bestätigt und die Berufung scheitert, kann Manchester City nicht in der Premier League bleiben. Der Club muss eine schwere Strafe erhalten, die ihn aus der Premier League entfernt. Das sage ich als Unterstützer und Fan seit 70 Jahren“, sagte Bernstein dem britischen Sender BBC.

Der 83-Jährige führte Manchester City von 1998 bis 2003. Er erklärte, die Sanktionen dürften sich nicht auf Geldstrafen beschränken, und verwies auf die Bedeutung des Falls für die Glaubwürdigkeit der Premier League.

Schuldspruch wegen Finanzverstößen

Eine unabhängige Kommission befand Manchester City am Dienstagabend wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Premier League zwischen den Spielzeiten 2009/10 und 2017/18 für schuldig. Nach den Feststellungen soll der Club mit Geschäftspartnern Scheinverträge geschlossen und damit Finanzierungen von mehr als 830 Millionen britischen Pfund, umgerechnet etwa 969 Millionen Euro, verschleiert haben.

Bis Freitag kann Manchester City Berufung einlegen. Über die Sanktionen soll in einer gesonderten Anhörung entschieden werden.

Punktabzug oder Ausschluss möglich

Dem Club drohen unter anderem ein massiver Punktabzug und der Ausschluss aus der Premier League. Manchester City, der seit 2008 Scheich Mansour aus der Herrscherfamilie von Abu Dhabi gehört, hat seine Unschuld bislang beteuert.

Auch Keane und Ministerin reagieren

Der frühere Kapitän von Manchester United, Roy Keane, reagierte ebenfalls fassungslos. „Wenn ich Spieler wäre, würde ich diese Medaillen zu 100 Prozent in die Tonne werfen. Natürlich würde man das – es ist Betrug“, sagte Keane beim britischen Sender ITV Sport.

Die britische Sportministerin Lisa Nandy bezeichnete den Fall als „äußerst ernst“. Der Bericht der Premier League sei in seiner Deutlichkeit erschütternd, sagte sie.

Ein Verfahren mit weitreichenden Folgen

Der Schuldspruch betrifft Vorgänge aus der Zeit von 2009/10 bis 2017/18 und damit eine Phase, in der Manchester City sportlich zum dominierenden englischen Spitzenklub aufstieg. Nach Darstellung der Premier League sollen Scheinverträge Einnahmen künstlich erhöht und Kosten gesenkt haben. Die Kommission beziffert das fragliche Finanzvolumen auf mehr als 900 Millionen Pfund.

Über das konkrete Strafmaß ist noch gesondert zu entscheiden. Im Raum stehen finanzielle Sanktionen, ein deutlicher Punktabzug, die Aberkennung von Titeln oder der Ausschluss aus der Premier League. Welche Maßnahme angemessen wäre, hängt unter anderem von der rechtlichen Bewertung der einzelnen Verstöße und dem Ausgang eines möglichen Berufungsverfahrens ab.

Belastungsprobe für die Liga

Der Fall geht über Manchester City hinaus. Die Premier League muss zeigen, ob ihre Finanzregeln auch gegenüber einem wirtschaftlich besonders starken Eigentümer durchgesetzt werden. Eine harte Sanktion könnte zudem Auswirkungen auf die Tabelle vergangener Spielzeiten, andere Vereine und mögliche Entschädigungsforderungen haben.

Für Fans ist zunächst entscheidend, dass Urteil und Strafmaß getrennt betrachtet werden: Der Schuldspruch ist gefallen, die sportlichen Konsequenzen stehen aber noch aus. Bis Freitag kann Manchester City Berufung einlegen; erst danach wird sich abzeichnen, wann und in welchem Umfang die weiteren Verfahrensschritte abgeschlossen werden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Offiziell: Premier League spricht Manchester City schuldig“ (29.09.2026)

Der Bericht bestätige den Schuldspruch wegen schwerer Finanzverstöße und hebe hervor, dass die Sanktionen noch nicht feststünden. Er setze einen Schwerpunkt auf die behauptete Verschleierung von Einnahmen und Kosten sowie auf die Möglichkeit von Geldstrafen, Punktabzügen und Titelaberkennungen.

DER SPIEGEL: „Premier League spricht ManCity in Finanzaffäre schuldig“ (29.09.2026)

Der Artikel ordne das Verfahren als einen der größten Skandale des englischen Fußballs ein und verweise auf mögliche Titelaberkennungen. Anders als der n-tv-Bericht betone er zusätzlich die Vorgeschichte der Untersuchung und die Erklärung Manchester Citys, der Club werde Rechtsmittel ausschöpfen und halte sich für unschuldig.

Tagesspiegel: „Top-Club droht Titelverlust: Manchester City in allen 115 Anklagepunkten schuldig gesprochen“ (29.09.2026)

Der Bericht bestätige den Schuldspruch und stelle die drohenden Folgen für Punkte, Titel und Ligazugehörigkeit heraus. Zusätzlich beschreibe er die von der Kommission beanstandeten Scheinverträge sowie den früheren UEFA-Fall; offen bleibe weiterhin, welche Sanktion die unabhängige Kommission verhängen werde.

Medienübergreifend bestehe Einigkeit über den Schuldspruch, die noch ausstehende Strafentscheidung und die Berufungsmöglichkeit. Unterschiede lägen vor allem in der Gewichtung von finanziellen Details, Vorgeschichte und möglichen sportlichen Folgen.

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