Manchester City, Premier League

Manchester City legt Einspruch gegen Urteil im Finanzskandal ein

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 13:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Manchester City hat im Finanzskandal um 115 Verstöße gegen die Regeln der Premier League wie angekündigt Einspruch eingelegt. Der englische Topclub weist die Vorwürfe zurück; über mögliche Strafen ist noch nicht entschieden.

Das Etihad Stadium von Manchester City. - Bild: Martin Rickett/PA Wire/dpa
Das Etihad Stadium von Manchester City. - Bild: Martin Rickett/PA Wire/dpa

Manchester City hat im Finanzskandal um Verstöße gegen die Finanzregeln der englischen Premier League Einspruch gegen das Urteil einer unabhängigen Kommission eingelegt.

Club weist Vorwürfe zurück

„Der Verein weist die von der Premier League erhobenen Vorwürfe zurück“, teilte Manchester City in einer Stellungnahme mit. Die Entscheidung enthalte aus rechtlicher, grundsätzlicher und tatsächlicher Sicht „eindeutige und wesentliche Fehler“ und sei deshalb nicht haltbar.

Der Club erklärte zudem, es liege eine umfassende Sammlung von Beweisen vor, die seine Position stütze. Manchester City hatte den Einspruch bereits angekündigt und reichte ihn nun fristgerecht ein.

115 Anklagepunkte

Die unabhängige Kommission befand den zehnmaligen englischen Meister in allen 115 Anklagepunkten für schuldig. Die Vorwürfe beziehen sich auf Verstöße zwischen den Spielzeiten 2009/10 und 2017/18.

Strafmaß noch offen

Manchester City drohen harte Sanktionen. Möglich sind unter anderem die Aberkennung mehrerer Meistertitel oder ein Zwangsabstieg aus der Premier League.

Das Verfahren der Premier League läuft seit 2023. Wegen des Einspruchs kann es erneut lange dauern, bis endgültig über das Strafmaß oder einen Freispruch entschieden wird.

Ein Verfahren mit großer Tragweite

Der Einspruch eröffnet die nächste Phase eines außergewöhnlich umfangreichen Disziplinarverfahrens im englischen Profifußball. Die Vorwürfe betreffen neun Spielzeiten von 2009/10 bis 2017/18 und damit Jahre, in denen Manchester City drei englische Meisterschaften gewann. Im Zentrum stehen Finanzangaben, Sponsoring, Zahlungen an Trainer und Spieler sowie die Zusammenarbeit mit den Ermittlern.

Die mögliche Sanktion wird in einem gesonderten Verfahren festgelegt. Im Raum stehen neben Geldstrafen auch ein erheblicher Punktabzug, der Ausschluss aus der Premier League oder die nachträgliche Aberkennung von Titeln. Eine Entscheidung hätte deshalb nicht nur Auswirkungen auf Manchester City, sondern könnte auch die sportliche Bilanz früherer Spielzeiten und die Wettbewerbsordnung der Liga berühren.

Was der Einspruch bedeutet

Bis zu einer endgültigen Entscheidung bleibt das Strafmaß offen. Der fristgerecht eingereichte Einspruch kann das Verfahren weiter verlängern und die für Clubs, Fans, Sponsoren und konkurrierende Vereine wichtige Klärung hinauszögern. Zugleich erhält Manchester City Gelegenheit, die Feststellungen der unabhängigen Kommission rechtlich und inhaltlich anzugreifen.

Die Größenordnung des Falls hängt auch mit der langen Zeitspanne und der Zahl der Anklagepunkte zusammen. Anders als bei einzelnen Verstößen geht es um die Frage, ob finanzielle Regeln über Jahre systematisch verletzt wurden. Das Ergebnis des Berufungsverfahrens dürfte daher über den konkreten Club hinaus die Glaubwürdigkeit und Durchsetzungskraft der Finanzregeln im englischen Fußball prägen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

DER SPIEGEL: „Manchester City: Sponsor erwägt rechtliche Schritte gegen die Liga“ (01.10.2026)

Der Bericht bestätige den Einspruch des Clubs und hebe zugleich hervor, dass der Hauptsponsor Etihad Airways rechtliche Schritte gegen die Premier League erwäge. Der Schwerpunkt liege damit auf den möglichen Folgen der Urteilsbegründung für einen beteiligten Geschäftspartner; offen bleibe weiterhin, welche Strafe Manchester City letztlich erhalte.

FOCUS online: „7 Antworten zum Finanz-Skandal: ManCity drohen Mega-Strafen bis zu Zwangsabstieg“ (30.09.2026)

Der Artikel ordne die 115 Anklagepunkte detailliert ein und beschreibe mögliche Folgen wie Punktabzug, Titelverlust oder Ausschluss aus der Premier League. Anders als der aktuelle Vorgang des Einspruchs richte sich der Schwerpunkt auf Vorgeschichte, Einteilung der Vorwürfe und Vergleichsfälle; die Sanktion sei noch nicht festgelegt.

Beide Berichte stellten die Verurteilung in allen Anklagepunkten und die offenen Konsequenzen heraus. Der SPIEGEL-Bericht betone zusätzliche juristische Risiken für den Sponsor, während FOCUS online vor allem die Dimension des Verfahrens und mögliche sportliche Sanktionen erläutere.

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