Trotz Kritik: FIFA-PrÀsident Infantino tritt zur Wahl an
Veröffentlicht am: 06.09.2026 um 14:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
 Der massiv unter Druck stehende FIFA-PrĂ€sident Gianni Infantino wird sich im kommenden Jahr zur Wiederwahl stellen. «Der FIFA-PrĂ€sident hat im April angekĂŒndigt, dass er 2027 zur Wiederwahl antreten wird. NatĂŒrlich hat sich daran nichts geĂ€ndert», sagte eine Sprecherin des WeltfuĂballverbands. «Herr Infantino wird zur Wiederwahl antreten.»
Vor der Eröffnung der U20-Weltmeisterschaft der Frauen in Polen am Samstag hatte Infantino auf Fragen zu seiner Zukunft noch ausweichend reagiert. Als ein Journalist ihn fragte, ob er definitiv zur Wahl antreten werde, verlieà er lÀchelnd die Runde, hob dabei aber den Daumen. Infantino sah sich in Katowice das Eröffnungsspiel von Polen gegen Argentinien an, das die Gastgeberinnen mit 3:0 gewannen.
«Es wird viel zu sagen geben, aber es wird den richtigen Ort und den richtigen Zeitpunkt dafĂŒr geben», hatte der FIFA-Boss zudem in Katowice angekĂŒndigt. Schon einen Tag danach gab es das Statement, das die Unklarheiten beseitigte.Â
Nach InvestorenplÀnen massiv unter Druck
Infantino ist in den vergangenen Monaten extrem unter Druck geraten und steckt in der gröĂten Krise seiner Ăra. Besonders seine publik gewordenen und mittlerweile zurĂŒckgenommenen PlĂ€ne ĂŒber die Einbindung von Investoren fĂŒr zukĂŒnftige WM-GeschĂ€fte sorgten fĂŒr EntrĂŒstung in der FuĂball-Welt.
Obwohl die PlĂ€ne inzwischen vom Tisch sind, bleibt Infantino umstritten. Die EuropĂ€ische FuĂball-Union UEFA will Infantinos Wiederwahl beim FIFA-Kongress im kommenden MĂ€rz verhindern. UEFA-Boss Aleksander Ceferin gilt als einer der schĂ€rfsten Kritiker Infantinos. Der Slowene selbst hatte aber angekĂŒndigt, den 56-JĂ€hrigen nicht herauszufordern. Die Bewerbungsfrist lĂ€uft bis zum 18. November. Infantino hat das Amt seit 2016 inne.
UEFA bereitet Strafverfahren vor
Die UEFA bereitet wegen des Investorendeals ein Strafverfahren wegen des Verdachts der ungetreuen GeschĂ€ftsbesorgung vor. Gemeint ist, dass jemand, der mit der Verwaltung fremder Vermögenswerte oder GeschĂ€fte betraut ist, seine Pflichten verletzt und dadurch der betroffenen Person oder Organisation einen Vermögensschaden zufĂŒgt.
Eine Anklage wurde bislang nicht erhoben. Infantino beharrt darauf, nicht gegen geltendes Recht verstoĂen zu haben. Zuletzt schaltete die FIFA ihrerseits die US-Justiz ein und warf den EuropĂ€ern eine «Verleumdungskampagne» vor.
