BVB-RĂŒckschlag, Tullberg

Weiterer BVB-RĂŒckschlag - Tullberg bleibt trotzdem vorerst

Veröffentlicht am: 25.01.2025 um 19:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Borussia Dortmund kann auch mit Interimstrainer Tullberg nicht gewinnen. Der DÀne bleibt aber mindestens bis zum Champions-League-Spiel. Beim 2:2 gegen Bremen lÀuft wieder viel gegen den BVB.
Spielte nicht von Beginn an: Serhou Guirassy. - Bild: Bernd Thissen/dpa

Borussia Dortmund findet vorerst keinen Weg aus der Krise, hÀlt aber zunÀchst an Interimstrainer Mike Tullberg fest. Der dÀnische U19-Coach soll den BVB nach dem bitteren 2:2 (1:0) am Samstag gegen Werder Bremen auch am Mittwoch in der Champions League gegen Schachtar Donezk betreuen. 

«Das war eigentlich auch vorher schon klar. Ich habe ihm aber gesagt, dass es erst einmal ums Bremen-Spiel geht, weil ich hundert Prozent Mike Tullberg haben wollte – und den haben wir auch bekommen», sagte BVB-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Lars Ricken nach dem ersten Punktgewinn im fĂŒnften Pflichtspiel in diesem Jahr.

BVB lange in Unterzahl

Zufriedenstellend ist das Unentschieden fĂŒr die Dortmunder trotzdem nicht. Drei Tage nach der Trennung von Nuri Sahin verletzte sich Felix Nmecha frĂŒh und Nico Schlotterbeck sah wegen einer Notbremse bereits nach 20 Minuten die Rote Karte. In Unterzahl gingen die kĂ€mpferisch ĂŒberzeugenden Dortmunder durch Serhou Guirassy (28.) und ein Eigentor von Marco Friedl (51.) 2:0 in FĂŒhrung.

Ausgerechnet zwei ehemalige Dortmunder sorgten am Ende aber fĂŒr den Ausgleich fĂŒr lange harmlose GĂ€ste. Leonardo Bittencourt (65.) und Marvin Ducksch (72.) trafen fĂŒr Werder. Damit bleiben die ebenfalls nach wie vor im Jahr 2025 sieglosen Hanseaten in der Tabelle vor den taumelnden Dortmundern.

Erneut lÀuft viel gegen Dortmund

Schon frĂŒh lief bei der Tullberg-Premiere wieder viel gegen den BVB. FĂŒr den verletzten Nmecha kam der zuletzt formschwache Marcel Sabitzer in die Mannschaft. Der Österreicher war einer von vier Spielern, die Tullberg im Vergleich zum ernĂŒchternden 1:2 beim FC Bologna in der Champions League aus der Startelf genommen hatte. Direkt nach dieser Pleite war Sahin beurlaubt worden. 

Neun Minuten spĂ€ter kam es noch hĂ€rter: Abwehrchef Schlotterbeck wurde nach einer Notbremse gegen Bremens Marco GrĂŒll von Schiedsrichter Christian Dingert des Feldes verwiesen. Dies war bereits der fĂŒnfte Platzverweis fĂŒr die Schwarzgelben - keine andere Mannschaft kassierte in dieser Saison bislang mehr Rote Karten. 

Damit fehlten Tullberg schon nach gut 20 Minuten die beiden noch besten Spieler in den vergangenen Wochen einer ansonsten vollkommen verunsicherten Mannschaft. Er wolle ein Team sehen, das «sich zerreißt» hatte der eigentliche U19-Coach der Dortmunder vor dem Spiel gesagt. «Fehler kann man machen, aber dann repariert man sie im Vollsprint, mit Sabber im Mund, mit Messer zwischen den ZĂ€hnen», hatte der DĂ€ne deutlich formuliert. 

Und das dezimierte Team kĂ€mpfte gegen die frĂŒhen WiderstĂ€nde an. Guirassy köpfte sieben Minuten nach dem Platzverweis nach Vorarbeit des gebĂŒrtigen Bremers Julian Brandt zur FĂŒhrung fĂŒr den BVB ein. 

Auch nach dem Seitenwechsel zeigte Werder wenig BemĂŒhungen, die mit vier Niederlagen katastrophal schlecht ins Jahr gestarteten Dortmunder zu fordern. Das zweite Gegentor legten sich die GĂ€ste in Person von Innenverteidiger Friedl selbst ins Netz.

Die Leidenschaft, die Tullberg vor dem Spiel von seinem Team gefordert hatte, lebte er an der Seitenlinie konsequent vor. Wie von Sinnen sprintete er nach dem 2:0 am Spielfeldrand entlang, schrie und boxte immer wieder seine FÀuste in die Luft. 

Ricken will sich bei Trainersuche Zeit lassen

Doch sein Team musste weiter leiden. Wie aus dem Nichts kamen die bis dahin völlig harmlosen GĂ€ste durch ein Traumtor wieder heran. Der eingewechselte Bittencourt jagte eine Direktabnahme aus gut 20 Metern unhaltbar ins obere Toreck. Plötzlich waren die GĂ€ste da und kamen nur sieben Minuten spĂ€ter tatsĂ€chlich zum Ausgleich. Auf Vorarbeit von Jens Stage vollendete der gebĂŒrtige Dortmunder Ducksch zum 2:2. 

Im Anschluss kam von den zehn Dortmundern nichts mehr. Der BVB verteidigte nur noch den einen Punkt. Trotz des erneuten RĂŒckschlags sieht Sportchef Ricken keinen Druck, schnell einen dauerhaften Sahin-Nachfolger zu finden. «Wir nehmen uns die notwendige Zeit und sind mit Mike Tullberg momentan hervorragend aufgestellt», sagte Ricken. 

Die Dortmunder Fans bezogen schon vor dem Spiel klar Stellung und kritisierten dabei auch die ClubfĂŒhrung. «Elefanten im Raum ansprechen. Probleme stehen nicht an der Seitenlinie», stand auf einem Plakat, das auf der SĂŒdtribĂŒne zu sehen war.

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