Tod von MĂ€der geht Geschke nah: Schwer zu verdauen
30.06.2023 - 07:12:08 | dpa.deAuch gut zwei Wochen nach dem Tod von Radprofi Gino MĂ€der geht Routinier Simon Geschke die Tragödie immer noch nah. «Es lĂ€sst einen nicht kalt, gerade wenn man bei der Tour de Suisse live dabei war. Es ist eine schwere Sache zu verdauen, wenn man mit jemandem einen Tag zuvor noch geredet hat», sagte der 37-JĂ€hrige vor dem Start der 110. Tour de France am Samstag in Bilbao der Deutschen Presse-Agentur.Â
Mitte des Monats war der Schweizer MĂ€der bei der Tour de Suisse auf einer rasenden Abfahrt in eine Schlucht gestĂŒrzt und spĂ€ter im Krankenhaus gestorben. Bei Geschke fĂ€hrt daher die Vorsicht bei den Abfahrten mit. «Ausblenden tut man es nicht. Man weiĂ, dass die Sturzgefahr immer besteht. Ich fahre schon immer vorsichtig und hoch konzentriert», so der gebĂŒrtige Berliner, der vor seiner elften Tour-Teilnahme steht.
«Risiko wird immer bleiben»
Bei der Sicherheitsdebatte im Radsport bleibt Geschke realistisch. «Radsport ist immer gefĂ€hrlich. Es ist schnell, wir haben nicht viele Knautschzonen. In den Abfahrten wird super schnell gefahren, aber auch auf den Flachetappen. Bei der StreckenfĂŒhrung wurde schon viel gemacht, aber das Risiko wird immer bleiben. Man kann den Radsport nicht zu 100 Prozent sicher machen», so der Cofidis-Profi.
Im vergangenen Jahr war Geschke neun Tage bei der Tour im Bergtrikot unterwegs. Ob es einen weiteren Angriff auf das gepunktete Trikot gibt, kann er noch nicht sagen. Auch, weil hinter seiner Tour-Form noch ein Fragezeichen steht. Erst im FrĂŒhjahr war Geschke durch eine Corona-Erkrankung erheblich zurĂŒckgeworfen worden. Das habe «leider sehr, sehr lange gedauert». Ohnehin hat Geschke von Corona die Nase voll, schlieĂlich hatte er schon wĂ€hrend den Olympischen Spielen 2021 nach einem Positiv-Test tagelang im QuarantĂ€ne-Hotel in Tokio festgesessen.
Ob Geschke im nĂ€chsten Jahr noch einmal die Tour in Angriff nimmt und das Dutzend vollmacht, kann er nicht sagen. «Ich bin nicht bei der Tour, um irgendwelche Rekorde zu brechen. Wenn das die letzte ist, dann ist das so.»Â
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