Alexander Zverev wird nach Shanghai erstmals Tennis-Nummer-eins
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 14:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRanglistenwechsel nach Shanghai
- Alexander Zverev wird in den kommenden Wochen erstmals die Nummer eins der Tennis-Welt.
- Der 29-Jährige gewann in diesem Jahr die French Open und die US Open.
- Jannik Sinner bleibt zunächst an der Spitze, kann wegen seines Saisonendes aber keine weiteren Punkte verteidigen.
Alexander Zverev wird erstmals in seiner Karriere die Nummer eins der Tennis-Welt.
Alcaraz und Shelton scheiden aus
Die letzten rechnerischen Zweifel beseitigten Carlos Alcaraz und Ben Shelton beim ATP-Turnier in Shanghai. Alcaraz verlor im Sechzehntelfinale gegen den Belgier Zizou Bergs mit 5:7, 6:7 (4:7). Shelton unterlag zuvor dem Franzosen Arthur Géa.
Damit können weder Alcaraz noch Shelton Zverev im Ranking noch überholen. Spätestens zum Saisonende wird der Hamburger an der Spitze stehen.
Sinner gibt Punkte nicht zu verteidigen
Aktuell führt Jannik Sinner die Weltrangliste noch an. Der Südtiroler hat wegen anhaltender Knieprobleme sein Tennisjahr vorzeitig beendet und kann seine gute Punkteausbeute aus dem Vorjahr nicht verteidigen.
Als bislang einziger deutscher Mann stand Boris Becker an der Spitze der Weltrangliste. Becker führte das Ranking 1991 zweimal und insgesamt zwölf Wochen an.
Becker gratuliert dem Nachfolger
Becker gratulierte Zverev bereits vor einigen Tagen, als die rechnerische Gewissheit noch fehlte. «Herzlichen Glückwunsch, Sascha!!!», schrieb der dreimalige Wimbledonsieger nach Sinners Saisonende.
Zverev könnte Beckers Bestmarke schon Anfang 2027 übertreffen. Offen ist nur noch, wann er Sinner an der Spitze ablöst.
Früher Wechsel im November möglich
Frühestens kann Zverev mit dem Ranking vom 2. November die Nummer eins werden. Dafür müsste er das laufende Masters in Shanghai gewinnen und beim Turnier in Wien Ende Oktober das Halbfinale erreichen.
Auch ein Finaleinzug in Shanghai und der Titelgewinn in Wien würden genügen. Danach stehen für Zverev das Masters in Paris und die ATP Finals der besten acht Spieler des Jahres in Turin auf dem Plan.
Beim Six Kings Slam in Saudi-Arabien, dem nächsten Turnier nach Shanghai, werden keine Weltranglistenpunkte vergeben.
Ein deutscher Spitzenplatz mit langer Vorgeschichte
Alexander Zverev erreicht die Nummer eins in einer Phase, in der sich die Kräfteverhältnisse im Männertennis neu ordnen. Jannik Sinner verliert durch sein vorzeitiges Saisonende die Möglichkeit, seine Punkte aus dem Vorjahr zu verteidigen. Carlos Alcaraz und Ben Shelton konnten ihre rechnerischen Chancen in Shanghai nicht nutzen.
Für den deutschen Tennisverband und das Publikum ist der Schritt besonders bedeutend, weil Boris Becker bislang der einzige deutsche Einzelspieler an der Spitze war. Becker kam 1991 auf insgesamt zwölf Wochen als Weltranglistenerster. Zverev kann diesen Wert bereits Anfang 2027 übertreffen.
Ranking entscheidet über den Zeitpunkt
Der Aufstieg erfolgt nicht zwingend unmittelbar nach dem Turnier in Shanghai. Entscheidend ist, wann die von Zverev erspielten Punkte im offiziellen Ranking an Sinners bisherige Ausbeute heranreichen. Frühestens kann dies mit der Rangliste vom 2. November geschehen.
Für Zverev stehen danach weitere große Prüfungen an: das Masters in Paris und die ATP Finals in Turin. Der Six Kings Slam in Saudi-Arabien besitzt dagegen keine Bedeutung für die Weltrangliste, weil dort keine ATP-Punkte vergeben werden. Für Tennisfans bleibt damit vor allem der genaue Zeitpunkt des Führungswechsels offen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Frankfurter Rundschau: „Shanghai-Masters: Alexander Zverev gegen Halys jetzt live im TV und Stream“ (11.10.2026)
Der Bericht habe Zverevs Weg an die Spitze vor dem nun feststehenden Führungswechsel begleitet. Er hebe besonders hervor, dass der Deutsche in Shanghai bereits wichtige Schritte habe machen können und das Halbfinale als rechnerisch entscheidendes Ziel gegolten habe. Anders als die aktuelle Meldung richte sich der Schwerpunkt auf die Live-Situation, die Übertragung und Zverevs Begegnungen im Turnier.
WEB.DE: „Siegemund lässt Comeback offen und lobt Zverev“ (10.10.2026)
Der Artikel bestätige Zverevs bevorstehenden Aufstieg und ordne ihn als ersten deutschen Mann seit Boris Becker an der Spitze ein. Zugleich setze er einen anderen Schwerpunkt, indem er die Bedeutung des Erfolgs für den deutschen Tennissport und mögliche Impulse für den Nachwuchs betone. Offen bleibe in dem Beitrag vor allem Siegemunds eigene sportliche Zukunft.
Beide Berichte stimmten darin überein, dass Zverev vor dem Sprung auf Platz eins stehe. Während die Frankfurter Rundschau den Turnierverlauf und die Rechenwege betone, richte WEB.DE den Blick stärker auf die Wirkung für den deutschen Tennissport.
