Zverev startet erfolgreich in Titel-Mission von Australien
Veröffentlicht: 12.01.2025 um 13:25 Uhr, dpa.deAlexander Zverev streifte sich das rote Haarband vom Kopf und lĂ€chelte zufrieden. An einem verregneten Auftakttag der Australian Open hat der deutsche Tennisstar seine Titel-Mission mit einem souverĂ€nen Sieg gestartet und ein paar KrĂ€fte gespart.Â
Der Weltranglistenzweite gewann gegen den Franzosen Lucas Pouille mit 6:4, 6:4, 6:4 und erreichte zum neunten Mal in Folge die zweite Runde des Grand-Slam-Turniers in Melbourne. Dort ist der Hamburger im Duell mit Pedro Martinez aus Spanien ebenfalls klarer Favorit. «Ich fand eigentlich, das war ein relativ solides Match», sagte Zverev im TV-Sender Eurosport.
Unwetter bringt Spielplan durcheinander
WĂ€hrend Zverev in der Rod Laver Arena von den Ă€uĂeren Bedingungen geschĂŒtzt war, wurden zwei deutsche Spielerinnen durch das Unwetter ĂŒber Melbourne ausgebremst. Erst nach sechseinhalbstĂŒndiger Regen-Unterbrechung gewann Tatjana Maria gegen die Amerikanerin Bernarda Pera mit 7:6 (7:3), 6:4. In der zweiten Runde trifft die mit 37 Jahren Ă€lteste Spielerin des Hauptfelds auf die DĂ€nin Clara Tauson.Â
Das Match der Dortmunderin Jule Niemeier gegen die Polin Maja Chwalinska wurde gestrichen und wird am Montag nachgeholt. Der Spielplan wurde durch das Gewitter und den Starkregen krĂ€ftig durcheinander gewirbelt. Die Entscheidung, das Turnier wie schon im Vorjahr erneut am Sonntag zu starten und damit die erste Runde auf drei Tage zu strecken, dĂŒrfte sich schon jetzt ausgezahlt haben.
Zverev vom Start weg Herr der Lage
Anders als oft in der Vergangenheit in Erstrunden-Matches fand Zverev sofort gut ins Turnier. Der Olympiasieger von 2021 agierte wie gewohnt aufschlagstark, den ersten Satz sicherte er sich aber mit einem Vorhand-Winner. Auch das Returnspiel des Hamburgers war gefÀhrlich, so dass er sich gegen den Wild-Card-Inhaber immer wieder Breakchancen herausspielen konnte. Die mangelnde Verwertung der einzige Kritikpunkt von Tennis-Idol Becker, ansonsten urteilte er als Experte bei Eurosport: «Alles war eigentlich gut.»
Trainer und Vater Alexander Zverev Senior sowie Bruder Mischa Zverev, die durch die neue Box in der Ecke des Courts noch nĂ€her ans Spielgeschehen herangerĂŒckt sind, mussten von AuĂen kaum korrigierend eingreifen. Allerdings lieĂ Zverev im zweiten und dritten Satz zu viele Breakchancen liegen, was ihn zwischendurch sichtlich Ă€rgerte. Nach 2:21 Stunden verwandelte er dennoch mit seinem 18. Ass seinen zweiten Matchball gegen Pouille, der 2019 bei den Australian Open im Halbfinale gestanden hatte.Â
Spritzen gegen Armverletzung
Körperlich wirkte Zverev topfit. Die Bizeps-Verletzung, wegen der er beim United Cup vor anderthalb Wochen im Viertelfinale ausgefallen war, schien ihn nicht mehr zu behindern. «Ich habe mich spritzen lassen nach dem United Cup», sagte Zverev bei Eurosport: «Ich hoffe, dass es jetzt auch die nÀchsten zwei Wochen hÀlt.»
Zverev spielt auch in Melbourne mit einem neuen SchlÀger, mit dem er noch druckvoller agieren kann. «Der Grund dahinter ist, dass die TennisbÀlle so unfassbar langsam geworden sind und dass man eigentlich keine Kontrolle mehr im TennisschlÀger braucht, sondern man braucht Power», erklÀrte Zverev. Schon im vergangenen Herbst war er auf das neue Racket umgestiegen.
Mit solchen Umstellungen setzt Zverev auch ein Zeichen. Als Nummer zwei der Welt wolle er «natĂŒrlich Grand Slams gewinnen» und «die Nummer 1 der Welt werden. Das sind alles TrĂ€ume, die ich mir immer noch erfĂŒllen möchte. Ich hoffe, dass ich es dieses Jahr schaffen kann.» Der Start ist ihm schon mal gelungen.
