Mit Messi als Edeljoker: Argentinien feiert WM-JubilÀumssieg
28.06.2026 - 05:58:11 | dpa.deMit Lionel Messi als treffsicherer Edeljoker hat Argentinien einen JubilĂ€umssieg gefeiert. Der Titelverteidiger setzte sich zum WM-Gruppenabschluss trotz einer XXL-Rotation in der Startelf gegen Jordanien mit 3:1 (2:0) durch und holte seinen 50. Sieg bei FuĂball-Weltmeisterschaften. Erfolgreicher sind in der WM-Geschichte nur Rekordweltmeister Brasilien (78) und Deutschland (70).Â
Messi kam erstmals seit 20 Jahren bei einem WM-Spiel von der Bank. Bei seiner Einwechslung in der 60. Minute brandete riesiger Jubel im hauptsĂ€chlich mit argentinischen Fans gefĂŒllten Dallas-Stadion auf - und der wurde knapp 20 Minuten spĂ€ter noch lauter: Messi baute per FreistoĂ seinen Torrekord auf nun 19 WM-Treffer aus. Der 39-JĂ€hrige ist zudem der erste Spieler der Geschichte, der in sieben aufeinanderfolgenden WM-Spielen mindestens ein Tor erzielt hat.
FĂŒhrungstor im Messi-Stil
Den FĂŒhrungstreffer erzielte Giovani Lo Celso (19. Minute) im Messi-Stil mit links und einem FreistoĂ-Schlenzer in den Winkel. Es war zugleich das erste argentinische Tor bei dieser WM, das nicht von Messi erzielt wurde. Lautaro MartĂnez (31.) legte per Foulelfmeter nach. Neuling Jordanien, fĂŒr den Musa Al-Taamari (55.) zum 1:2 traf, schloss seine erste WM-Endrunde ohne Punktgewinn als Gruppenletzter ab.Â
Trainer Lionel Scaloni hatte nicht nur Messi geschont, sondern seine Startelf auf gleich neun Positionen umgestellt. Der Einzug in die K.-o.-Runde als Gruppensieger hatte fĂŒr die Albiceleste schon vorher festgestanden. Gegner im Sechzehntelfinale ist in der deutschen Nacht zum Samstag der sensationelle WM-DebĂŒtant Kap Verde, fĂŒr den das KrĂ€ftemessen mit Messi und Co. ein Jahrhundertspiel wird.Â
Messi beim AufwÀrmen ganz entspannt
Auch als Bankspieler war Messi der unumstrittene Star. Beim AufwĂ€rmen wurde vor allem er auf dem riesengroĂen VideowĂŒrfel eingeblendet, und jedes Mal war der Jubel auf den RĂ€ngen groĂ. Messi winkte entspannt ins Publikum, wĂ€hrend er sich dehnte. Das Spiel verfolgte er dann zunĂ€chst Kaugummi kauend auf der Bank.
Der Superstar sah aus der fĂŒr ihn völlig ungewohnten Perspektive, dass sein Team auch ohne ihn mit Jordanien keine Probleme hatte. Kurz nachdem Lo Celsos erstes Tor per AuĂenrist wegen Abseits noch aberkannt worden war, belohnte sich der 30-JĂ€hrige fĂŒr eine starke Anfangsphase mit dem FreistoĂtor. Jordaniens Schlussmann Yazeed Abulaila, der spekuliert und die Torwartecke offen gelassen hatte, half allerdings auch mit.Â
Knapp zehn Minuten spĂ€ter rettete Abulaila zwar zunĂ€chst mit einer spektakulĂ€ren Parade sein Team vor dem zweiten Gegentreffer, doch beim Zweikampf zuvor hatte Nizar Al-Rashdan mit dem FuĂ den Kopf von Marcos Senesi getroffen. Den fĂ€lligen StrafstoĂ nach Videobeweis vollendete MartĂnez sicher. In der Nachspielzeit der ersten HĂ€lfte hatten Otamendi und Julian Alvarez weitere Möglichkeiten fĂŒr Argentinien.Â
Fans fordern Messi-Einwechslung
Die zweite Halbzeit hatte gerade begonnen, da forderten die Fans mit «Messi, Messi»-Rufen die Einwechslung ihres Lieblings. ZunĂ€chst traf aber MartĂnez die Latte (53.) - und Al-Taamari vollendete einen klasse Angriff des krassen AuĂenseiters zum ĂŒberraschenden 1:2. Nach einer Stunde kam dann Messi ins Spiel, was auch Ehefrau Antonela Roccuzzo auf der TribĂŒne mit Applaus bedachte.Â
Messi wurde sogleich von seinen Teamkollegen als Anspielstation gesucht. Bei einem FreistoĂ aus rund 25 Metern zielte er etwas zu hoch (64.). Beim zweiten Versuch aus etwas kĂŒrzerer Distanz machte er es besser und schlenzte den Ball an der Mauer vorbei ins Tor.
