WM, USA

Trotz Elfer-Fehlschuss: Mbappé und Frankreich im Halbfinale

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 00:00 Uhr, dpa.de

Der Titelfavorit erreicht wieder die Vorschlussrunde einer WM. Und Kylian Mbappé steht wieder im Fokus. Erst verzweifelt der Superstar an Marokkos starkem Torhüter Bono, dann trifft er traumhaft.

  • Kylian Mbappé erzielte sein insgesamt 20. WM-Tor. - Bild: Tom Weller/dpa
    Kylian Mbappé erzielte sein insgesamt 20. WM-Tor. - Bild: Tom Weller/dpa
  • Kylian Mbappé (r.) haderte mit Schiedsrichter Facundo Tello. - Bild: Tom Weller/dpa
    Kylian Mbappé (r.) haderte mit Schiedsrichter Facundo Tello. - Bild: Tom Weller/dpa
  • Kylian Mbappé erzielte sein insgesamt 20. WM-Tor. - Bild: Tom Weller/dpa
    Kylian Mbappé erzielte sein insgesamt 20. WM-Tor. - Bild: Tom Weller/dpa
  • Kylian Mbappé (r.) haderte mit Schiedsrichter Facundo Tello. - Bild: Tom Weller/dpa
    Kylian Mbappé (r.) haderte mit Schiedsrichter Facundo Tello. - Bild: Tom Weller/dpa
Kylian Mbappé erzielte sein insgesamt 20. WM-Tor. - Bild: Tom Weller/dpa Kylian Mbappé (r.) haderte mit Schiedsrichter Facundo Tello. - Bild: Tom Weller/dpa Kylian Mbappé erzielte sein insgesamt 20. WM-Tor. - Bild: Tom Weller/dpa Kylian Mbappé (r.) haderte mit Schiedsrichter Facundo Tello. - Bild: Tom Weller/dpa

Erst hüpfte Kylian Mbappé jubelnd vor der französischen Kurve, dann kam es kurz darauf am Spielfeldrand gar zur Umarmung mit TV-Experte Jürgen Klopp. So einen Stürmer hätte der designierte Bundestrainer auch gerne. Der Superstar von Real Madrid war beim dritten Halbfinal-Einzug bei einer Fußball-WM in Serie wieder der große Matchwinner für Frankreich. Der große Titelfavorit setzte sich im Viertelfinale hochverdient mit 2:0 (0:0) gegen Marokko durch und trifft nun auf den Sieger des Duells zwischen Spanien und Belgien, das an diesem Freitag in Inglewood bei Los Angeles steigt.

«Wir sind im Halbfinale, wir sind zuversichtlich. Der Weg ist noch lang. Es wird noch härter werden. Aber wir sind bereit», sagte Mbappé, der das wichtige Führungstor für die Franzosen erzielt hatte. Entsprechend wusste auch Nationaltrainer Didier Deschamps, bei wem er sich zu bedanken hatte: «Wir haben eine Reihe von super Spielern, aber leicht ist es nie. Ein verschossener Elfmeter, viele vergebene Chancen, aber wenn du einen Kylian in der Mannschaft hast, musst du dir keine großen Sorgen machen.»

Knöchelverletzung offenbar nicht so schlimm

Auch der lädierte Knöchel bereitet offenbar keine Sorgen. «Ich habe einen Schlag auf den Knöchel bekommen, aber es ist okay», sagte Mbappé. Nach seiner Auswechslung in der 77. Minute musste er allerdings seinen Knöchel kühlen, nachdem er in der zweiten Halbzeit einmal übel gefoult worden war.

Dabei lief es für Mbappé zunächst nicht nach Plan. In der ersten Halbzeit scheiterte er zunächst mit einem Elfmeter an Marokkos überragendem Keeper Bono. Dann traf Mbappé aber in der 60. Minute per Traumtor zur Führung. Der Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé (66.) legte nach. Für Frankreich war es der sechste Sieg im sechsten Spiel bei diesem Turnier. Mbappé hat nun insgesamt 20 WM-Tore, nur eines weniger als Rekordhalter Lionel Messi aus Argentinien. 

Marokko, das 2022 als erstes afrikanisches Team ein WM-Halbfinale erreicht hatte, wirkte vor 63.811 Zuschauern über weite Strecken überfordert. 

Marokkos Bono hält herausragend

Die Franzosen waren in der Hitze von Foxborough von Anfang an das klar bessere Team, verzweifelten aber lange an Marokkos bestens aufgelegtem Schlussmann. Der 35-jährige Bono war schon nach wenigen Minuten bei einem Schuss von Mbappé und einem Kopfball von Bayern-Verteidiger Dayot Upamecano zur Stelle - und wurde dann immer stärker.

In der 28. Minute hielt Bono sogar einen Strafstoß von Mbappé. Die Szene verlief aus Sicht des Schützen aber auch extrem unglücklich. Das Foul von Ex-Bayern-Profi Noussair Mazraoui am Kapitän der Équipe Tricolore war eine klare Sache. Ein vorangegangener Zweikampf zwischen Marokkos Achraf Hakimi und Frankreichs Désiré Doué wurde jedoch erstaunlich lange überprüft. Mbappé stand am Punkt bereit, wartete und wartete - und scheiterte schließlich.

Schiri-Diskussion dürfte weitergehen

Bonos Elfer-Statistik bei Weltmeisterschaften ist bemerkenswert: Von neun Schützen konnten ihn gerade mal zwei überwinden. Viermal parierte er, dreimal wurde anderweitig vergeben. Mbappé blickte nach seinem Fehlversuch derweil fassungslos zum argentinischen Referee Facundo Tello hinüber. Die Diskussion über die Schiedsrichter-Leistungen bei diesem Turnier dürfte weitergehen.

Die Franzosen versuchten es wieder und wieder. Ein Schlenzer von Ousmane Dembélé flog am Tor vorbei (33.), Doué brachte die Kugel aus guter Position nicht an Bono vorbei (35.), Lucas Digne hämmerte sie an die Latte (45.+2). 

Und Marokko? Blieb offensiv erstaunlich blass. Die Nordafrikaner mussten zwar den angeschlagenen Ismael Saibari, der ab der kommenden Saison für Bayern München spielt, draußen lassen. Dennoch war es im Angriff viel zu wenig.

Doppelschlag bringt die Entscheidung

Kurz nach der Pause ließ Marokko eine vielversprechende Konterchance liegen, dann übernahmen wieder die Franzosen das Kommando. Mbappé tauchte nach einem guten Antritt von Bayern-Star Michael Olise plötzlich frei vor Bono auf. Er jagte den Ball deutlich über das Tor, stand aber ohnehin im Abseits (56.).

Und dann war's doch soweit: Mbappé erlöste sich und seine Franzosen - und wie. Von der Strafraumgrenze aus schlenzte der Stürmer von Real Madrid den Ball herrlich ins rechte Eck. Bono konnte diesmal nur noch hinterherschauen. Der Bann war gebrochen, Dembélé entschied die Partie mit einem Flachschuss.

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