Italien, Deutschland

Bier gegen Frust und Nachwehen: Skispringer scheitern knapp

Veröffentlicht: 10.02.2026 um 21:59 Uhr, dpa.de

Der zweite Coup gelingt dem deutschen Skisprung-Team nicht. Nach Olympia-Gold für Philipp Raimund reicht es nur für Platz vier. Slowenien dominiert.

  • Das deutsche Skisprung-Team war nach Platz vier enttäuscht. - Bild: Daniel Karmann/dpa
    Das deutsche Skisprung-Team war nach Platz vier enttäuscht. - Bild: Daniel Karmann/dpa
  • Philipp Raimund konnte nicht an seine Leistung aus dem Einzel-Wettbewerb anknüpfen. - Bild: Daniel Karmann/dpa
    Philipp Raimund konnte nicht an seine Leistung aus dem Einzel-Wettbewerb anknüpfen. - Bild: Daniel Karmann/dpa
  • Nika Prevc konnte sich über nach Tränen-Silber über Gold freuen. - Bild: Daniel Karmann/dpa
    Nika Prevc konnte sich über nach Tränen-Silber über Gold freuen. - Bild: Daniel Karmann/dpa
Das deutsche Skisprung-Team war nach Platz vier enttäuscht. - Bild: Daniel Karmann/dpa Philipp Raimund konnte nicht an seine Leistung aus dem Einzel-Wettbewerb anknüpfen. - Bild: Daniel Karmann/dpa Nika Prevc konnte sich über nach Tränen-Silber über Gold freuen. - Bild: Daniel Karmann/dpa

Das eine oder andere Bier wollte Philipp Raimund nach der Enttäuschung mit dem deutschen Skisprung-Team auf jeden Fall trinken. «Ich muss meine Nachwehen wegspülen», sagte der Olympiasieger im Einzel nach der hauchdünn verpassten Medaille im Mixed-Wettbewerb. 

Nach dem Sensations-Coup vom Montag war Raimund nur 24 Stunden später nicht in der gewünschten Verfassung. «Meine Nacht war sehr bescheiden. Mein Kopf hat keine Ruhe gegeben. Mein Körper hat angefangen, nur noch weh zu tun. Aber für Gold tausche ich das gerne ein», erklärte der 25-Jährige. «Heute gab es aber einen Dämpfer.»

Ein Katzensprung fehlt zu Bronze

Gold sicherte sich im italienischen Predazzo Slowenien mit den Geschwistern Prevc überlegen vor Norwegen und Japan, das nach acht Sprüngen lediglich 1,2 Punkte vor dem deutschen Team mit Raimund, Selina Freitag, Agnes Reisch und Felix Hoffmann lag. «Es war ein Katzensprung», ärgerte sich Raimund. 

«Bei uns ist leider nicht alles gelungen heute. Bei Philipp war der Tag lang», erklärte Männer-Bundestrainer Stefan Horngacher im ZDF rückblickend nach Raimunds ebenso unerwarteten wie emotionalem Triumph am Abend zuvor.

Hauchdünner Rückstand tut deutschem Team weh

Bereits nach dem ersten Durchgang waren die Aussichten auf ein zweites Skisprung-Gold nur noch gering. Reisch (26), Hoffmann (28) und auch Raimund gelangen trotz der Unterstützung durch die zahlreichen deutschen Fans ordentliche Sprünge, herausragend war allerdings niemand. Freitag (24) erwischte trotz Platz sieben im Einzel keinen guten Versuch auf der kleinen Schanze.

«Ich habe im ersten einfach ein bisschen was liegen gelassen, was natürlich weh getan hat», sagte Freitag und war schon enttäuscht angesichts des geringen Rückstands zum Bronze-Rang. «Dass es am Ende noch so knapp geworden ist, macht es vielleicht noch bitterer», fügte Hoffmann hinzu.

Als Vierter war der Rückstand auf Favorit Slowenien mit den Geschwistern Domen Prevc und Nika Prevc bereits deutlich. Die beiden dominierenden Athleten der Weltcup-Saison hatten in den jeweiligen Einzelwettbewerben noch einige Schwierigkeiten. Nika Prevc verpasste das erwartete Gold, Domen Prevc sprang sogar an einer Medaille vorbei. Gemeinsam mit Anze Lanisek und Nika Vodan waren die Slowenen im Mixed-Wettbewerb nicht zu bezwingen.

Wenig Veränderungen im zweiten Durchgang

Auch der Final-Durchgang brachte keine Veränderungen. Die Sprünge waren teilweise gut, den Rückstand konnten weder Reisch noch Hoffmann entscheidend verkürzen. «Ich habe ich nicht gezaubert, aber ich habe meine Leistung gebracht», sagte Reisch. Freitag konnte sich im Vergleich zum ersten Sprung immerhin verbessern. 

Raimund griff in seinem letzten Versuch noch einmal an. Doch es wurde nichts mit einer Medaille. Japan sicherte sich Platz drei, Norwegen jubelte über den zweiten Rang.

Ausgerechnet Lindvik sichert Norwegen eine Medaille

Ausgerechnet Norwegen: Vor rund einem Jahr hatte es bei der WM einen Skandal gegeben. Marius Lindvik und Johann André Forfang waren wegen manipulierter Anzüge disqualifiziert worden. Nach seinem Olympiasieg am Montag erzählte Raimund, dass seine Freundschaft mit Lindvik im Zuge der Ereignisse kaputtgegangen sei. Nun sicherte Lindvik den Skandinaviern eine Medaille von der Normalschanze.

Nächste Chance auf der Großschanze

Auf der Großschanze geht es erst am 14. Februar weiter. «Da ist er auch schon Dritter gewesen im Sommer. Die kann er auch», sagte Bundestrainer Horngacher über weitere Medaillenchancen von Olympiasieger Raimund. Der Slowene Prevc gilt am Samstag als großer Favorit. «Ich habe aber die Medaille schon im Sack. Da kann ich entspannter rangehen», sagte Raimund.

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