NĂ€chster, Oranje-Sieg

NÀchster Oranje-Sieg: «Turnier geht jetzt erst richtig los»

21.06.2021 - 21:49:28 | dpa.de

Die Niederlande ziehen wie Italien ohne Niederlage ins Achtelfinale ein. Gegen Nordmazedonien kann Trainer Frank de Boer ein bisschen experimentieren. Nun geht es fĂŒr das Oranje-Team nach Budapest.

  • SouverĂ€ner Gruppensieger: Mit drei Siegen zieht die Niederlande ins EM-Achtelfinale ein. - Foto: Marius Becker/dpa
  • Memphis Depay (l) brachte die Niederlande mit einem Linksschuss in FĂŒhrung. - Foto: Kenzo Tribouillard/Getty Pool/AP/dpa
  • Zum Haare raufen: Nordmazedoniens Arijan Ademi trauert einer vergebenen Chance nach. - Foto: Marius Becker/dpa
  • Obwohl die Niederlande von der UEFA als Gastmannschaft gefĂŒhrt wurde, war es natĂŒrlich ein orangenfarbenes Heimspiel fĂŒr die Niederlande. - Foto: Marius Becker/dpa
  • Georginio Wijnaldum (l) sorgte mit seinem Tor fĂŒr die Vorentscheidung. - Foto: Marius Becker/dpa
  • Mit seinem zweiten Tor stellte Wijnaldum (M) das Endergebnis her. - Foto: Marius Becker/dpa
SouverĂ€ner Gruppensieger: Mit drei Siegen zieht die Niederlande ins EM-Achtelfinale ein. - Foto: Marius Becker/dpa Memphis Depay (l) brachte die Niederlande mit einem Linksschuss in FĂŒhrung. - Foto: Kenzo Tribouillard/Getty Pool/AP/dpa Zum Haare raufen: Nordmazedoniens Arijan Ademi trauert einer vergebenen Chance nach. - Foto: Marius Becker/dpa Obwohl die Niederlande von der UEFA als Gastmannschaft gefĂŒhrt wurde, war es natĂŒrlich ein orangenfarbenes Heimspiel fĂŒr die Niederlande. - Foto: Marius Becker/dpa Georginio Wijnaldum (l) sorgte mit seinem Tor fĂŒr die Vorentscheidung. - Foto: Marius Becker/dpa Mit seinem zweiten Tor stellte Wijnaldum (M) das Endergebnis her. - Foto: Marius Becker/dpa

Nach ihrem dritten Sieg bei dieser EM begaben sich die NiederlÀnder vor den Augen von MinisterprÀsident Mark Rutte zu den KlÀngen des Karnevals-Klassikers «Viva Hollandia» auf eine kurze Ehrenrunde.

Die Mannschaft von Bondscoach Frank de Boer gewann in Amsterdam gegen den Turnier-Neuling Nordmazedonien mit 3:0 (1:0) und tankte damit weiteres Selbstvertrauen fĂŒr das am Sonntag in Budapest stattfindende Achtelfinale. Dort trifft der Europameister von 1988 auf einen der vier besten Gruppendritten. Nordmazedonien blieb bei seiner EM-Premiere dagegen ohne Punkt.

Frenkie de Jong: MĂŒssen uns steigern

Lange aufhalten wollten sich die NiederlĂ€nder mit der Partie gegen den Underdog nicht. «Drei Tore sind schön und gut, es hĂ€tten aber noch einige mehr sein können», sagte der erneut starke Frenkie de Jong. «Im Achtelfinale werden wir uns steigern mĂŒssen», sagte der Mittelfeldstratege vom FC Barcelona. «In einigen Situationen waren wir etwas zu leichtsinnig», bemĂ€ngelte auch KapitĂ€n Georginio Wijnaldum. «Heute haben wir gegen Nordmazedonien gespielt. In anderen Spielen mĂŒssen wir aber besser aufpassen.»

Gegen wen es nun geht, wissen die NiederlĂ€nder noch nicht. Weshalb auch die Frage nach den eigenen Aussichten schwierig zu beantworten ist. «Ich denke, dass wir heute viele gute Dinge gesehen haben, uns aber auch noch steigern mĂŒssen», sagte de Boer. «Jetzt geht das Turnier eigentlich erst richtig los», sagte Torwart Maarten Stekelenburg.

Wijnaldum trifft doppelt

Vor 16.000 Zuschauern in der Amsterdam Arena brachte Memphis Depay die Niederlande vor der Pause in FĂŒhrung (24. Minute). Der vom FC Liverpool zu Paris Saint-Germain wechselnde Wijnaldum baute den Vorsprung nach dem Seitenwechsel mit zwei Treffern aus (51., 58.). Bei den Nordmazedoniern feierte Fußball-Legende Goran Pandev einen emotionalen Abschied aus der Nationalmannschaft.

Obwohl es fĂŒr beide Teams um nichts mehr ging, entwickelte sich ein munteres Spielchen. De Boer hatte seine Mannschaft wie zuvor angekĂŒndigt auf zwei Positionen verĂ€ndert, um sie im Rhythmus zu halten. 2008 hatte der damalige Trainer Marco van Basten im letzten Spiel die komplette Mannschaft ausgetauscht - kurz darauf schieden die Niederlande im Viertelfinale gegen Russland aus.

Vor allem der fĂŒr den Wolfsburger Wout Weghorst ins Team gerutschte Donyell Malen nutzte seine BewĂ€hrungschance. Der auch von Borussia Dortmund umworbene Angreifer der PSV Eindhoven sorgte fĂŒr viel Schwung und empfahl sich fĂŒr weitere EinsĂ€tze. «Wir wissen, welche QualitĂ€ten Donyell hat. Es ist gut, dass wir so einen Spieler in unseren Reihen haben», lobte Wijnaldum den Angreifer.

Letztes LĂ€nderspiel fĂŒr Pandev

Die ersten auffĂ€lligen Szenen hatten allerdings die Nordmazedonier, bei denen KapitĂ€n Pandev sein letztes LĂ€nderspiel bestritt. Von den NiederlĂ€ndern gab es daher vor der Partie ein Abschiedsgeschenk. Oranje-KapitĂ€n Wijnaldum ĂŒberreichte dem 37 Jahre alten Angreifer ein Trikot der Elftal mit der Nummer 122. Pandev bestritt gegen die Niederlande sein 122. LĂ€nderspiel.

Seine Mitspieler waren offenbar gewillt, ihrer Fußball-Ikone einen wĂŒrdigen Abschied zu bereiten. Doch erst hatte Ivan Trickovski Pech, dass er bei seinem Treffer knapp im Abseits stand (9.), dann traf Aleksandar Trajkovski nur den Pfosten (22.).

So leichtfertig die NiederlĂ€nder in der Defensive agierten, so sehr ließen sie ihre große QualitĂ€t in der Offensive aufblitzen. Vor allem Depay zeigte wenige Tage nach seinem perfekt gemachten Wechsel zum FC Barcelona eine ganz starke Leistung. Der Lohn: Wenige Minuten nach dem Pfostentreffer der Nordmazedonier brachte der StĂŒrmerstar die Elftal auf Zuspiel von Malen in FĂŒhrung.

Nach dem Seitenwechsel wurden die NiederlĂ€nder noch druckvoller. Gegen die nun krĂ€ftemĂ€ĂŸig deutlich nachlassenden Nordmazedonier nutzte das Oranje-Team die sich bietenden RĂ€ume zu einigen schönen Kombinationen. Zwei davon schloss Wijnaldum innerhalb von sieben Minuten ab. Die Partie war damit gelaufen, dennoch hatte sie noch einen emotionalen Moment zu bieten. Als Pandev in der 68. Minute ausgewechselt wurde, bildete die komplette Mannschaft Nordmazedoniens ein Spalier, um ihre Fußball-Legende gebĂŒhrend zu verabschieden.

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