Drei von vier WM-Spielern 2026 spielen im Ausland, 1990 nur jeder Vierte
04.06.2026 - 10:50:25 | presseportal.deAuch die deutsche Nationalmannschaft internationalisiert sich wieder: Bei der WM 2010 standen noch alle Nationalspieler bei Bundesliga-Klubs unter Vertrag, 2026 spielt rund ein Drittel (33 %) im Ausland. Im internationalen Vergleich ist das weiterhin ein niedriger Wert.
Die Analyse betrachtet FuĂball als Arbeitsmarkt und stĂŒtzt sich auf Kaderdaten von 14 WM-Stammteilnehmern zwischen 1990 und 2026 sowie auf den Anteil von Spielern aus dem Ausland oder mit Migrationshintergrund in Europas fĂŒnf Top-Ligen. Datengrundlage sind transfermarkt.de, die offiziellen WM-Kader (Wikipedia, 1990 bis 2022) und das Panini-Album zur WM 2026.
"FuĂball ist einer der am besten dokumentierten ArbeitsmĂ€rkte der Welt: In kaum einem Arbeitsmarkt lĂ€sst sich so genau nachzeichnen, wie SpitzenkrĂ€fte dorthin wandern, wo die besten Bedingungen warten", heiĂt es bei DataPulse Research, das die Analyse durchgefĂŒhrt hat. "Spannend ist vor allem, wer zu Hause bleibt. Die LĂ€nder mit den stĂ€rksten Ligen, allen voran England, halten die meisten ihrer Nationalspieler im eigenen Land."
Bosman als Wendepunkt eines liberalisierten Arbeitsmarktes
Bis Mitte der 1990er-Jahre durften pro Mannschaft nicht mehr als drei auslĂ€ndische Spieler auflaufen. Das Bosman-Urteil des EuropĂ€ischen Gerichtshofs vom 15. Dezember 1995 hob diese BeschrĂ€nkung fĂŒr EU-Profis auf und stellte Sportler arbeitsrechtlich anderen Arbeitnehmern gleich. Den gröĂten Schub gab es direkt danach: Zwischen 1995 und 1997 stieg der Anteil von Top-Spielern aus dem Ausland oder mit Migrationshintergrund in den Top-Ligen um 16 Prozentpunkte. In den europĂ€ischen Spitzenligen wuchs der Anteil von 23 % (1990) auf 71 % (2025).
Die WM 2026 in Zahlen
SĂŒdkorea zeigt den Trend zur Internationalisierung am deutlichsten: 1990 spielten alle WM-Nationalspieler in der heimischen K-League, 2026 sind es 83 % im Ausland.
Starke Ligen halten ihre Talente eher im Land
AuffĂ€llig niedrige LegionĂ€rsanteile finden sich dort, wo die stĂ€rksten Ligen beheimatet sind. England stellt laut UEFA-FĂŒnfjahreswertung die stĂ€rkste Liga und hĂ€lt mit 78 % die meisten WM-Nationalspieler im eigenen Land. Spitzenklubs in Spitzenligen binden heimische Talente und ziehen zugleich internationale an.
Was die Zahlen bedeuten
Der FuĂball ist heute stĂ€rker globalisiert als fast jede andere Branche. SpitzenkrĂ€fte wandern dorthin, wo die besten Bedingungen warten. Ein Rezept fĂŒr WM-Erfolg lĂ€sst sich aus den Daten jedoch nicht ableiten: Zuletzt waren Teams mit hohem LegionĂ€rsanteil erfolgreich, davor aber auch Nationen, die ihre Stars in der Heimatliga halten.
Die vollstÀndige Studie mit interaktiven Grafiken zu allen 48 WM-Nationen ist abrufbar unter: https://www.finalarm.de/studien/wm-legionaere/
Ăber die Studie / Methodik
Die Studie untersucht den Anteil der LegionĂ€re (Nationalspieler, die zum Zeitpunkt des Turniers bei einem auslĂ€ndischen Verein unter Vertrag stehen) in den WM-Kadern von 14 Stammteilnehmern (1990 bis 2026) sowie den Anteil der Spieler aus dem Ausland oder mit Migrationshintergrund in den fĂŒnf europĂ€ischen Top-Ligen (1990 bis 2025). Der WM-Wert ist ein spielergewichteter Durchschnitt. Datenquellen: transfermarkt.de, WM-Kader auf Wikipedia (1990 bis 2022), Panini-Album (Mai 2026) und Opta Power Ranking. Das Bosman-Urteil liberalisierte den Spielerverkehr innerhalb der EU; ein Teil des Anstiegs der frĂŒhen 1990er-Jahre spiegelt zudem die MobilitĂ€t nach dem Kalten Krieg wider. FĂŒr 2026 erfasst das Panini-Album 18 statt 26 Spieler pro Nation.
Ăber Finalarm
Finalarm ist ein deutschsprachiges Finanzportal, das Verbraucher mit Finanzvergleichen, Marktanalysen und verstĂ€ndlich aufbereiteten Wirtschaftsthemen bei finanziellen Entscheidungen unterstĂŒtzt.
Ăber DataPulse Research
DataPulse Research ist ein unabhĂ€ngiges Datenstudio mit Fokus auf Datenjournalismus und datengetriebene Visualisierungen. Wir machen komplexe ZusammenhĂ€nge verstĂ€ndlich und setzen Zahlen in einen klaren Kontext. Unsere Studien erscheinen regelmĂ€Ăig in Medien wie Zeit, FAZ, Tagesschau, Welt, Focus, Bild, Statista und Wikipedia.
Pressekontakt:
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