Wellbrock, RĂ€tsel

Wellbrock gibt RĂ€tsel auf: Vorlauf-Aus statt Medaillenchance

03.08.2024 - 13:39:18 | dpa.de

Florian Wellbrock hat keine Chance mehr auf eine Medaille im Olympia-Becken. FĂŒr den 26-JĂ€hrigen ist erneut im Vorlauf Schluss. Kommentieren will er das zunĂ€chst nicht. Sein Trainer Ă€ußert sich.

  • Florian Wellbrock ist erneut im Vorlauf ausgeschieden. - Foto: Oli Scarff/AFP/dpa
  • Abklatschen nach der Niederlage: Florian Wellbrock und Sven Schwarz sind ausgeschieden. - Foto: Tsvangirayi Mukwazhi/AP/dpa
Florian Wellbrock ist erneut im Vorlauf ausgeschieden. - Foto: Oli Scarff/AFP/dpa Abklatschen nach der Niederlage: Florian Wellbrock und Sven Schwarz sind ausgeschieden. - Foto: Tsvangirayi Mukwazhi/AP/dpa

Florian Wellbrock nahm nach der nĂ€chsten großen EnttĂ€uschung eine AbkĂŒrzung. Der Freistilschwimmer ging nicht den ĂŒblichen Weg durch die Interviewzone der La DĂ©fense Arena, sondern verschwand erst einmal. Als Olympia-Bronzegewinner von Tokio gestartet, schied der 26-JĂ€hrige ĂŒber 1500 Meter Freistil im Vorlauf aus. Platz 14 in 15:01,88 Minuten: Wellbrock brach auf seiner eigentlichen Paradestrecke im Becken komplett ein. Vorlaufsieger Daniel Wiffen aus Irland war mehr als 21 Sekunden schneller als er.

«Wir sind im Moment einfach nur ein bisschen fassungslos und traurig, dass das Rennen so verlaufen ist», sagte Wellbrocks Coach Bernd Berkhahn. «Wir haben eigentlich alle dran geglaubt. Auch der Flo hat dran geglaubt, dass er richtig was drauf hat.»

Der Langstrecken-Bundestrainer aus Magdeburg erklĂ€rte zudem: «Ich bin sehr betroffen davon, das muss man so sagen. Weil ich natĂŒrlich auch an meiner Arbeit dann zweifle und das infrage stelle.» Berkhahn hat einen Ruf als Erfolgstrainer auf den langen Distanzen. Unter anderen Olympiasieger Lukas MĂ€rtens und Bronzegewinnerin Isabel Gose trainieren bei ihm.

Form sollte eigentlich stimmen

Schon ĂŒber 800 Meter hatte Wellbrock das Finale verfehlt, sich anschließend aber weiter zuversichtlich gegeben. Bei den Weltmeisterschaften im Februar war ihm das schon einmal passiert. Über 1500 Meter feierte er dann ein starkes Comeback und holte Silber. Diesmal klappte das nicht. Die Olympischen Spiele 2024 enden ohne Edelmetall fĂŒr Wellbrock im Becken.

Dabei war der gebĂŒrtige Bremer nach Aussage seines Coaches eigentlich in guter Verfassung gewesen. «Die Form ist immer noch gut, alles prima», hatte Berkhahn in der Vorbereitung des 1500-Meter-Rennens noch gesagt. Warum es dennoch ein solcher Auftritt wurde, ist ein RĂ€tsel. «Das passt alles nicht zusammen. Das kriege ich nicht zusammen», sagte Berkhahn.

Der zweite deutsche Starter Sven Schwarz schwamm in 14:51,97 Minuten deutlich schneller als Wellbrock. FĂŒr das Finale reichte es aber auch bei ihm nicht. Nach dem Rennen klatschten sich die beiden noch kurz im Wasser ab. Auf die Frage, ob er wisse, was bei Wellbrock los sei, sagte Schwarz: «Der Respekt ist groß. Dazu kann ich jetzt nichts sagen. Wir haben uns nicht unterhalten, da war keine Zeit fĂŒr. Das kann jedem mal passieren.»

FĂŒr Wellbrock sind die Olympischen Spiele auch nach seinem letzten Auftritt im Becken noch nicht vorbei. Im Freiwasser will der Olympiasieger von 2021 in Tokio in der kommenden Woche um die Medaillen schwimmen. ZunĂ€chst muss er sich aber von einem großen RĂŒckschlag erholen.

 

 

 

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