EM, Frankreich

Der nÀchste Champion: Jungstar Liebmann glÀnzt mit EM-Gold

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 11:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Mit seinem EM-Titel hat Liebmann etwas geschafft, was vorher noch keinem Deutschen gelungen ist. Was ihn auszeichnet und warum sich die deutschen Schwimmfans auf sein nÀchstes Rennen freuen können.
  • Johannes Liebmann schreit seine Freude heraus. Sonst ist er eher ruhig. - Bild: Julien De Rosa/AFP/dpa
  • Johannes Liebmann sieht bei sich noch Steigerungspotenzial. - Bild: Julien De Rosa/AFP/dpa
  • Gold und Silber: Johannes Liebmann (r) und Sven Schwarz zeigen StĂ€rke. - Bild: Sebastien Bozon/AFP/dpa
Johannes Liebmann schreit seine Freude heraus. Sonst ist er eher ruhig. - Bild: Julien De Rosa/AFP/dpa Johannes Liebmann sieht bei sich noch Steigerungspotenzial. - Bild: Julien De Rosa/AFP/dpa Gold und Silber: Johannes Liebmann (r) und Sven Schwarz zeigen StÀrke. - Bild: Sebastien Bozon/AFP/dpa

Selbst nach seinem bislang grĂ¶ĂŸten Triumph blieb Johannes Liebmann selbstkritisch. «Ich sehe immer noch viele Fehler bei mir», sagte der frisch gekĂŒrte Europameister mit Gold um den Hals. Das hatte er zumindest mit Blick auf das Rennen ĂŒber 800 Meter Freistil wohl ziemlich exklusiv. Mit unwiderstehlicher Power und erstaunlicher Abgezocktheit ließ der 19-JĂ€hrige der Konkurrenz keine Chance.

«Man konnte ihn einfach nicht schlagen, das muss man auch ganz ehrlich sagen», sagte Sven Schwarz, der sich ĂŒber Silber freute. «Er war einfach zu stark.» Binnen kĂŒrzester Zeit hat sich Liebmann einen Namen ĂŒber die Schwimm-Szene hinaus gemacht.

Sein Europarekord auf der 800-Meter-Strecke im April war der erste große Schritt. Nun folgte mit dem historisch ersten deutschen EM-Titel auf der zweitlĂ€ngsten Beckendistanz der nĂ€chste. Quasi nebenbei verbesserte Liebmann seine eigene Bestmarke auch noch auf 7:37,59 Minuten. Der Norddeutsche ist der neue Maßstab. «Wir mĂŒssen jetzt alle arbeiten, dass wir wieder an ihn rankommen», sagte der Hannoveraner Schwarz.

Liebmann von eigener Ruhe ĂŒberrascht

Liebmanns Leistungssprung ist eng mit Bundestrainer Bernd Berkhahn verknĂŒpft. Mit 16 wechselte Liebmann aus Elmshorn nach Magdeburg. Dort trainiert er beim international anerkannten Langstrecken-Experten. Der 55-JĂ€hrige hat schon Florian Wellbrock und Lukas MĂ€rtens zu Olympiasiegern geformt, in Isabel Gose und Oliver Klemet sind weitere deutsche Medaillen-Schwimmer im Team. Liebmann ist das nĂ€chste große Versprechen aus Berkhahns Schwimm-Universum.

Der Jungstar betont gerne, wie er von der Arbeit mit seinen Trainingskollegen profitiert, wie sehr ihm deren Erfahrung hilft. In der Gruppe kommt er mit seiner sportlich forschen, aber gleichzeitig ruhigen Art gut an. Als «abgeklÀrt» beschreibt MÀrtens seinen Trainingspartner. Was er damit meint, versteht man spÀtestens nach Liebmanns Titel im Centre Aquatique Olympique.

«Ich war vor dem Rennen unglaublich ruhig. Das hat mir nicht Angst gemacht», beschrieb Liebmann sein erstes großes Finale in der Eliteklasse. «Es hat mich selber ein bisschen gewundert, wie ruhig ich da rangehen kann.»

Drei Deutsche in der Weltjahresbestenliste vorne

Der Erfolg wird Liebmann zusĂ€tzliche Sicherheit geben. Über 1500 Meter zĂ€hlt der Freistilexperte ebenfalls zu den Topfavoriten. Niemand war in diesem Jahr auf der lĂ€ngsten Beckendistanz bisher schneller als er. In der Weltjahresbestenliste fĂŒhrt Liebmann vor Sven Schwarz und Oliver Klemet. Auf den langen Strecken gibt das Team des Deutschen Schwimm-Verband derzeit das Tempo vor.

«Wir haben jetzt hier die Pflichtaufgabe erfĂŒllt mit Gold und Silber», sagte Schwarz nach dem Doppel-Coup ĂŒber 800 Meter. Dass der 24-JĂ€hrige bei einem Starterfeld, in dem zum Beispiel auch Olympiasieger Daniel Wiffen aus Irland mitschwamm, von einer Pflichtaufgabe spricht, zeigt das Selbstvertrauen im deutschen Team.

Zwei aus Drei

An diesem Freitag geht es in den VorlĂ€ufen ĂŒber 1500 Meter erst einmal darum, die nationale Konkurrenz zu bezwingen. Liebmann, Schwarz und Klemet sind allesamt Podestkandidaten. Doch selbst wenn sie die drei schnellsten Vorlaufzeiten schwimmen, dĂŒrfen nur zwei von ihnen ins Finale. Pro Nation sind dafĂŒr nur zwei Athleten startberechtigt.

Was fĂŒr die Sportler selbst stressig und anstrengend ist, ist fĂŒr den deutschen Schwimmsport ein Segen - auch mit Blick auf Weltmeisterschaften und Olympische Spiele. Konkurrenz macht schließlich alle besser. Auch Schwarz sieht eine gute Zukunft im deutschen Langstreckenschwimmen. «Ich glaube, dass das die nĂ€chsten Jahre viel Spaß machen kann», sagte er. Johannes Liebmann wird dabei sicher eine Hauptrolle spielen.

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