Olympiabewerbung Berlin soll vor DOSB-Entscheidung zurĂŒckziehen
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 14:47 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBerlin will seine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele offenbar zurĂŒckziehen. Die dts Nachrichtenagentur meldete dies am Mittwoch aus Berlin, weitere Einzelheiten sollen folgen.
Entscheidung vor DOSB-Auswahl
Berlin gehört bislang zu den drei deutschen Bewerbern fĂŒr die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Neben der Hauptstadt treten MĂŒnchen und die Region Köln-Rhein-Ruhr an.
Der Deutsche Olympische Sportbund will am 26. September 2026 bei einer auĂerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden entscheiden, welche Bewerbung Deutschland in das internationale Auswahlverfahren einbringt.
Berlin in der Bewertung zurĂŒck
Die DOSB-Evaluierungskommission bewertete MĂŒnchen mit 87 Punkten und Köln-Rhein-Ruhr mit 85 Punkten. Berlin kam auf 74,6 Punkte und lag damit auf dem dritten Platz.
Das Berliner Konzept âBerlin+â sieht neben der Hauptstadt auch Austragungsorte in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen vor. Zu den genannten GrĂŒnden fĂŒr die schwĂ€chere Bewertung zĂ€hlen groĂe Entfernungen innerhalb des Konzepts und die fehlende Möglichkeit eines Referendums nach Berliner Verfassungsrecht.
Politischer Druck nach der Abgeordnetenhauswahl
Die Berliner Bewerbung steht zudem unter politischen Vorzeichen. Die Linke, die bei der Abgeordnetenhauswahl stĂ€rkste Kraft wurde, lehnt die Olympia-PlĂ€ne ab; auch die GrĂŒnen haben sich gegen eine Bewerbung ausgesprochen.
Das Berliner Abgeordnetenhaus hatte im Mai fĂŒr das Olympiakonzept gestimmt. Dieser Beschluss bindet eine neue Landesregierung jedoch nicht.
Die Berliner Olympiabewerbung steht im Zusammenhang mit der nationalen Auswahl des Deutschen Olympischen Sportbundes. Berlin bewirbt sich gemeinsam mit Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen um die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044; als weitere Kandidaten treten MĂŒnchen und die Region Köln-Rhein-Ruhr an.
Die Entscheidung des DOSB soll am 26. September 2026 bei einer auĂerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden fallen. Nach der Bewertung der DOSB-Evaluierungskommission liegt Berlin mit 74,6 Punkten hinter MĂŒnchen mit 87 und Köln-Rhein-Ruhr mit 85 Punkten. Bewertet wurden unter anderem internationale WettbewerbsfĂ€higkeit, operative Eignung, Finanzierung, Kosten und langfristiger Nutzen.
Politische Bedeutung fĂŒr Berlin
Die Bewerbung ist durch den Ausgang der Berliner Abgeordnetenhauswahl zusÀtzlich unter politischen Druck geraten. Elif Eralp, deren Partei stÀrkste Kraft wurde, lehnt das Vorhaben ab und verweist auf bereits ausgegebene Millionen sowie andere finanzpolitische PrioritÀten. Ein Parlamentsbeschluss zugunsten des Olympiakonzepts bindet eine neue Landesregierung nicht.
FĂŒr die Region hĂ€tte ein RĂŒckzug unmittelbare Bedeutung: Das Konzept âBerlin+â verteilt mögliche Wettbewerbe ĂŒber mehrere BundeslĂ€nder und setzt auf bestehende SportstĂ€tten sowie regionale Infrastruktur. International wĂŒrde Berlin damit aus dem deutschen Auswahlverfahren ausscheiden; die Entscheidung ĂŒber den deutschen Kandidaten wĂ€re davon getrennt weiterhin beim DOSB. Ăber den Austragungsort entscheidet spĂ€ter das Internationale Olympische Komitee.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
rbb24: âBerlin nur AuĂenseiter im Rennen um deutsche Olympia-Bewerbungâ (23.09.2026)
Der Beitrag ordnet Berlin als Schlusslicht der DOSB-Bewertung mit 74,6 Punkten ein und nennt MĂŒnchen sowie Köln-Rhein-Ruhr als besser bewertete Bewerbungen. Zugleich wird die politische Unsicherheit nach der Berliner Wahl beschrieben; der Berliner Olympia-Beauftragte Kaweh Niroomand hatte einen RĂŒckzug zuvor ausgeschlossen.
NDR: âDeutsche Olympia-Bewerbung: Diese Metropole geht nicht mit Kiel als Segelstandort ins Rennenâ (23.09.2026)
Der NDR stellt die unterschiedlichen Segelstandorte der Bewerber in den Mittelpunkt und verweist ebenfalls auf Berlins RĂŒckstand in der Bewertung. Gemeinsam ist beiden BeitrĂ€gen die Erwartung eines engen nationalen Auswahlverfahrens vor der DOSB-Abstimmung am 26. September; offen bleibt, ob Berlin seine Bewerbung tatsĂ€chlich zurĂŒckzieht oder bis zur Entscheidung aufrechterhĂ€lt.
