WM, Mexiko

Nach Blitz und Donner: Mexiko-Gala gegen Deutschland-Schreck

01.07.2026 - 06:01:30 | dpa.de

Sie dürfen immer mehr träumen vom Titel. WM-Mitgastgeber Mexiko zeigt gegen Ecuador eine teils grandiose Leistung. Die Mannschaft, gegen die Deutschland in der Gruppenphase noch verloren hatte.

  • Jubel ohne Ende: Mexiko zeigt eine phasenweise berauschende Leistung.  - Bild: Ricardo Mazalan/AP/dpa
    Jubel ohne Ende: Mexiko zeigt eine phasenweise berauschende Leistung. - Bild: Ricardo Mazalan/AP/dpa
  • Bereits sein drittes Tor bei dieser WM: Der in Kolumbien geborene Julián Quiñones.  - Bild: Natacha Pisarenko/AP/dpa
    Bereits sein drittes Tor bei dieser WM: Der in Kolumbien geborene Julián Quiñones. - Bild: Natacha Pisarenko/AP/dpa
  • Der Anpfiff wurde auch für die Zuschauer zur Geduldsprobe.  - Bild: Fernando Llano/AP/dpa
    Der Anpfiff wurde auch für die Zuschauer zur Geduldsprobe. - Bild: Fernando Llano/AP/dpa
  • Stürmer Jimenez erzielte das wichtige zweite Tor. - Bild: Ricardo Mazalan/AP/dpa
    Stürmer Jimenez erzielte das wichtige zweite Tor. - Bild: Ricardo Mazalan/AP/dpa
Jubel ohne Ende: Mexiko zeigt eine phasenweise berauschende Leistung.  - Bild: Ricardo Mazalan/AP/dpa Bereits sein drittes Tor bei dieser WM: Der in Kolumbien geborene Julián Quiñones.  - Bild: Natacha Pisarenko/AP/dpa Der Anpfiff wurde auch für die Zuschauer zur Geduldsprobe.  - Bild: Fernando Llano/AP/dpa Stürmer Jimenez erzielte das wichtige zweite Tor. - Bild: Ricardo Mazalan/AP/dpa

Nach einstündiger Verspätung wegen Blitz und Donners hat WM-Mitgastgeber Mexiko seine erste große WM-Gala gezündet und Deutschland-Schreck Ecuador besiegt. Angeführt von Wunder-Teenager Gilberto Mora zeigten die Mexikaner vor 80.824 Zuschauern im ausverkauften Fußball-Tempel Aztekenstadion einen phasenweise berauschenden Auftritt.

Sie bezwangen die defensivstarken Südamerikaner im Sechzehntelfinale der XXL-WM souverän mit 2:0 (2:0). Julián Quiñones traf in der 22. Minute, Raúl Jiménez legte neun Minuten später nach. Ecuador beendete die Partie zu zehnt, weil Arsenals Verteidiger Piero Hincapie in der Nachspielzeit mit Rot des Feldes verwiesen wurde. Hincapie hatte sich die Hand vor den Mund gehalten, was Referee Slavko Vincic nach Sichtung der Bilder entsprechend ahndete.

Wieder im Viertelfinale wie 1970 und 1986?

Im Achtelfinale erneut in der Mexiko-Festung Aztekenstadion kommt es entweder zum Duell mit der Demokratischen Republik Kongo oder Titelanwärter England um Bayern-Star Harry Kane. 

Wer auch immer es sein wird, der Gegner ist nach diesem beeindruckenden Auftritt der Mannschaft von Trainer-Fuchs Javier Aguirre - dem vierten Sieg im vierten Turnierspiel - gewarnt. Mexiko ist bei der WM weiter ohne Gegentor. Zudem erreichte Mexiko bei seinen Heim-Weltmeisterschaften 1970 und 1986 stets das Viertelfinale.

Stresstest für Ecuador: Lärmende Fans machen Nacht zum Tag

Die Furcht vor Deutschland-Bezwinger Ecuador erwies sich als weitgehend unberechtigt. Allerdings wurde der Trip nach Mexiko-Stadt für die Mannschaft von Sebastián Beccacece auch vorher schon zum Stresstest. Nachdem die Anreise schon neun statt der geplanten sechs Stunden gedauert hatte, machten mexikanische Fans vor dem Team-Hotel Ecuadors die Nacht zum Tag. 

Doch damit nicht genug: Wenige Stunden vor dem Anpfiff setzte ein heftiges Gewitter mit wolkenbruchartigen Regenfällen ein. Das Spiel musste aus Sicherheitsgründen um eine Stunde verschoben werden. Den Mexikanern schienen die 60 Minuten des Wartens nur noch mehr Lust zu machen. Ecuador wirkte angesichts der Kulisse nahezu eingeschüchtert. «Die Fans sind unser bester 12. Mann», sagte Aguirre vor dem Anpfiff. Genauso kam es.

Mexikos Wunder-Teenager legt los 

Noch nie hat eine mexikanische Nationalmannschaft ein WM-Spiel im Aztekenstadion verloren. Und schon der rasante Beginn machte den Fans Mut, dass das so bleiben würde. 

Vor allem Wunder-Teenager Gilberto Mora wirbelte. Der mit 17 Jahren zweitjüngste Startelfspieler eines WM-K.-o.-Spiels nach Pelé versuchte es mit einem Distanzschuss in der fünften Minute selbst. Kurz danach legte er den Ball wunderbar auf der rechten Seite vor, Luís Romo flankte direkt und in der Mitte setzte Jiménez zum Flugkopfball an - aber vorbei. 

Dann kam wieder Mora, der die WM-Bühne einfach nur zu genießen schien. Ein Schlenzer verfehlte aber das Ziel (15.). Mexiko drückte, kontrollierte den Ball und das Spiel, so konsequent waren sie bisher selbst bei ihren drei Gruppensiegen nicht aufgetreten. Der Auftritt wirkte titelreif.

Doch Achtung: Beinahe hätte John Yeboah die Fiesta früh gesprengt: Er traf nur das Außennetz. Die Antwort folgte prompt und sie ließ das Aztekenstadion beben. Roberto Alvarado schickte aus der eigenen Hälfte Quiñones. Der ließ sich die Chance nicht nehmen und hämmerte den Ball aus rund zwölf Metern ins Tor. Es war bereits das dritte WM-Tor des in Kolumbien geborenen Angreifers. 

Jiménez trifft auch wieder

Die Fiesta Mexicana ging aber weiter. Nach einem Abspielfehler der nun teils hilflos wirkenden Ecuadorianer knallte Jiménez den Ball in den Winkel. Der Premier League erfahrene Stürmer, der wegen seiner Vorgeschichte mit Lebensgefahr nach einem Schädelbruch 2020 bei seinem Tor zum WM-Auftakt schwer ergriffen mit Tränen in den Augen gefeiert hatte, legte nach. 

Mit 47 Treffern ist Jiménez Mexikos alleiniger zweitbester Torschütze in der Geschichte. Fünf Tore fehlen ihm noch zur 38 Jahre alten vereinslosen Legende Javier Hernández.

Die Zu-Null-Mexikaner

Es war ein Auftritt der Mexikaner wie im Rausch - zumindest in der ersten halben Stunde. Und wenn es mal gefährlich vor dem mexikanischen Tor wurde, war Schlussmann Raúl Rangel zur Stelle. Nach der Pause zogen sich die Mexikaner allerdings gefährlich weit zurück und überließen Ecuador mehr den Ball und die Kontrolle. 

Brandgefährlich blieben sie trotzdem, mit zwei Kopfbällen binnen einer Minute verpasste der mit aufgerückte Verteidiger jeweils das 3:0. Ansonsten zeigte Mexiko eine weitere Qualität: Einen Vorsprung nach Hause bringen - noch keinem Gegner gelang überhaupt ein Tor gegen den WM-Mitgastgeber.

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