Italien, Deutschland

Affe im Kopf: Raimund zwischen feiern und nächster Mission

Veröffentlicht: 12.02.2026 um 13:24 Uhr, dpa.de

Skisprung-Olympiasieger Philipp Raimund erlebt aufregende Tage. Vor dem Start auf der Großschanze berichtet er davon - und erzählt von einem früheren Streit mit dem Bundestrainer.

  • Philipp Raimund will auch auf der Großschanze angreifen. - Bild: Daniel Karmann/dpa
    Philipp Raimund will auch auf der Großschanze angreifen. - Bild: Daniel Karmann/dpa
  • Seine Goldmedaille musste Raimund in den vergangenen Tagen vielen Menschen zeigen. - Bild: Daniel Karmann/dpa
    Seine Goldmedaille musste Raimund in den vergangenen Tagen vielen Menschen zeigen. - Bild: Daniel Karmann/dpa
  • Geht es für Philipp Raimund auch auf der Großschanze hoch hinaus? - Bild: Daniel Karmann/dpa
    Geht es für Philipp Raimund auch auf der Großschanze hoch hinaus? - Bild: Daniel Karmann/dpa
Philipp Raimund will auch auf der Großschanze angreifen. - Bild: Daniel Karmann/dpa Seine Goldmedaille musste Raimund in den vergangenen Tagen vielen Menschen zeigen. - Bild: Daniel Karmann/dpa Geht es für Philipp Raimund auch auf der Großschanze hoch hinaus? - Bild: Daniel Karmann/dpa

Feiern im Teamhotel, Medien-Marathon und schlaflose Stunden: Vor seiner nächsten Medaillen-Mission pendelt Philipp Raimund zwischen den Vorzügen und Herausforderungen eines Olympiasiegers. In der Villa di Bosco schwitzte der Gold-Gewinner bei zwei Saunagängen, genoss einen euphorischen Empfang. Abends kam er dann schwer zur Ruhe.

«Der Kopf hat wieder angefangen, den Affen zu machen und sich ein bisschen im Kreis zu drehen», berichtete der 25-Jährige. Der sensationelle Triumph und größte Erfolg der bisherigen Karriere hinterlässt Spuren. Nach einem freien Tag muss Raimund nun den Fokus wieder auf das Skispringen richten. Schließlich träumt er von mindestens einer weiteren Medaille in Predazzo. Dort steht am Samstag (18.45 Uhr/ARD und Eurosport) das Einzel auf der Großschanze an.

Selbstvertrauen, aber keine Überheblichkeit

«Da ist er auch schon Dritter gewesen im Sommer. Die kann er auch», sagte Bundestrainer Stefan Horngacher, und Raimund selbst erklärte mit olympischem Gold um den Hals und entsprechendem Selbstvertrauen: «Als ich zum Sommer-Grand-Prix hier war, bin ich auf der kleinen Schanze Sechster geworden, auf der großen Schanze Dritter.»

Auf Platz sechs folgte bei den Winterspielen Platz eins. Und auf Rang drei? «Ich weiß nicht, ob ich Olympiasieger noch toppen kann», erklärte Raimund im ZDF und lächelte.

Dem gebürtigen Göppinger gelingt es derzeit, volle Überzeugung in die eigene Stärke zu vermitteln, ohne dabei überheblich zu sein. Er wirkt im Val di Fiemme so ausgeglichen und fokussiert wie nie. «Ich war tödlich ruhig, ich war so im Fokus, ich habe nichts an mich rangelassen», berichtete er in der ARD von seinem Gold-Wettkampf.

Raimund dankt Psychologen

In seiner sportlichen Entwicklung zum Ringe-Champion überstand Raimund auch schwere Zeiten - sportlich und emotional. Nicht einmal ein Jahr ist es her, da verzichtete er auf einen Start beim Skifliegen im slowenischen Planica. Höhenangst machte ihm zu schaffen.

Das Problem hat er - auch durch die Arbeit mit einem Psychologen - mittlerweile im Griff. «Ich kann mich nur bei ihm bedanken und bin sehr froh, dass ich den Schritt gemacht habe im Sommer», erklärte Raimund nun in Italien.

Zu seiner Entwicklung gehört auch die Verbesserung des Verhältnisses zum Bundestrainer. «Wir haben auch schon ein richtiges Streitgespräch gehabt. Da hat's richtig gescheppert. Aber das war auch gut. Das war wichtig», sagte der nach dieser Saison aus dem Amt scheidende Horngacher. Raimund erklärte mit Blick auf das vergangene Jahr: «Es hat wirklich gekracht vor der WM in Trondheim, danach man sich ausgesprochen.» Das habe gutgetan.

Der Topfavorit kommt aus Slowenien

Mit der sicheren Goldmedaille «im Sack» sieht Raimund den Druck für das Großschanzen-Einzel mehr bei der Konkurrenz um Topfavorit Domen Prevc. Sobald der Slowene eine Schwäche zeigt, will Raimund aber da sein.

Weitere Glückwünsche würde er liebend gerne entgegennehmen - auch, wenn er mit Blick auf die Beantwortung der bisher erhaltenen Nachrichten schon jetzt feststellte: «Ich glaube, ich werde bis zu meinem Lebensende nicht durchkommen.»

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