WM, Frankreich

Mbappé eröffnet: Frankreich startet mit Sieg in Titelmission

16.06.2026 - 23:04:23 | dpa.de

Topfavorit Frankreich kommt gegen Senegal erst spĂ€t in Fahrt - dann aber richtig. Der Superstar trifft nach Vorlage eines Bayern-Profis und holt sich einen Rekord. Ein anderer MĂŒnchner hat zuvor Pech.

  • Der Topstar unter den vielen Stars der Franzosen: Kylian MbappĂ©. - Bild: Frank Franklin II/AP/dpa
    Der Topstar unter den vielen Stars der Franzosen: Kylian Mbappé. - Bild: Frank Franklin II/AP/dpa
  • Senegals Nicolas Jackson (r.) hatte Pech mit einem Pfostenschuss. - Bild: Frank Franklin II/AP/dpa
    Senegals Nicolas Jackson (r.) hatte Pech mit einem Pfostenschuss. - Bild: Frank Franklin II/AP/dpa
Der Topstar unter den vielen Stars der Franzosen: Kylian Mbappé. - Bild: Frank Franklin II/AP/dpa Senegals Nicolas Jackson (r.) hatte Pech mit einem Pfostenschuss. - Bild: Frank Franklin II/AP/dpa

Superstar Kylian MbappĂ© und Bayern-Profi Michael Olise haben TitelanwĂ€rter Frankreich bei der Fußball-WM zum Auftaktsieg gefĂŒhrt. MbappĂ© erzielte beim 3:1 (0:0) gegen Senegal in der 66. Minute die FĂŒhrung, Olise leistete die ĂŒberragende Vorarbeit. Der eingewechselte Bradley Barcola (82.) erhöhte. Senegals Ibrahim Mbaye machte es noch mal ganz kurz spannend (90.+5), ehe MbappĂ© mit seinem insgesamt 14. WM-Treffer erneut zuschlug (90.+6).

Damit ist der StĂŒrmer von Real Madrid nur noch zwei Tore vom WM-Allzeit-Rekordhalter Miroslav Klose entfernt. «Wir haben noch nicht voll losgelegt, es ist aber gut, mit einem Sieg zu starten», sagte MbappĂ© auch mit Blick auf eine eher maue erste Halbzeit. «Es ist keine Erleichterung. Wenn ich anfange, ĂŒber die Leute nachzudenken, die mich kritisieren, höre ich nie damit auf. Ich spiele fĂŒr mein Land, ich will bis ins Finale.»

Im französischen Trikot hat MbappĂ© nun den bisherigen WM-ToptorschĂŒtzen Just Fontaine (13) ĂŒberflĂŒgelt - und sich mit den LĂ€nderspieltoren 57 und 58 auch die nationale Bestmarke von Olivier Giroud (57) geschnappt. 

Der Weltmeister von 1998 und 2018 wirkte zunĂ€chst uninspiriert, verdiente sich den Erfolg aber dank einer klaren Leistungssteigerung nach der Pause. Die Franzosen gehören zu den großen Titelfavoriten beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko. Die ersten drei Punkte dĂŒrften ihnen auf dem Weg zum erhofften dritten Stern weiteren Schwung verleihen.

Franzosen ohne Torchance in der ersten Halbzeit

Viele der 80.545 Zuschauer in East Rutherford hatten sich auf ein Offensiv-Spektakel der Franzosen eingestellt - das gab's allerdings erst im zweiten Durchgang. Schon als MbappĂ© kurz vor dem Einlauf der beiden Mannschaften ins Stadion auf den VideoleinwĂ€nden gezeigt wurde, brandete großer Jubel auf. In der ersten Halbzeit blieb der hochgelobte und ausnahmslos mit Topspielern besetzte Angriff der Équipe Tricolore jedoch noch erstaunlich harmlos.

Nicht ein einziges Mal schossen die Franzosen vor der Pause gefĂ€hrlich auf das Tor von Edouard Mendy. Stattdessen brachten sich die Senegalesen selbst in BedrĂ€ngnis, als KapitĂ€n Kalidou Koulibaly eine Hereingabe beinahe ins eigene Tor klĂ€rte (44.). Ansonsten konnten weder MbappĂ© noch Ousmane DembĂ©lĂ© noch Olise vom FC Bayern MĂŒnchen zunĂ€chst große Akzente setzen.

Bayern-Leihgabe Jackson trifft den Pfosten

Und Senegal? Trat so selbstbewusst auf wie Trainer Pape Thiaw es sich gewĂŒnscht und auch angekĂŒndigt hatte. Nicolas Jackson, vergangene Saison vom FC Chelsea an die Bayern ausgeliehen, schĂŒttelte seinen MĂŒnchner Ex-Kollegen Dayot Upamecano ab und hĂ€mmerte die Kugel an den Pfosten (25.). 

Auch sonst wirkten die Westafrikaner am und im gegnerischen Strafraum zielstrebiger. Die FĂŒhrung wĂ€re verdient gewesen, hĂ€tte Ismaila Sarr seine Riesenchance in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs genutzt.

Kein Elfmeter nach Mané-GrÀtsche

Nach der Pause ein verĂ€ndertes Bild: Nun kamen auch die Franzosen in der Hitze von New Jersey auf Betriebstemperatur. DesirĂ© DouĂ© schoss knapp links vorbei (47.). Olise (53.) und MbappĂ© (57.) aus aussichtsreicher Position scheiterten jeweils an Mendy. Warum eigentlich nicht gleich so, dĂŒrfte sich Frankreichs Erfolgstrainer Didier Deschamps auf der Bank gefragt haben.

Noch ratloser wirkte der 57-JÀhrige allerdings einen Moment spÀter. Mbappé ging nach einer GrÀtsche von Senegal-Star Sadio Mané im gegnerischen Sechzehner zu Boden, bekam aber keinen Elfmeter. Nicht mal, nachdem der im Iran geborene australische Schiedsrichter Alireza Faghani vom Video-Assistenten zum Check an den Bildschirm geschickt worden war. Eine harte Entscheidung des Referees.

Querflöten-Jubel vom Real-Star

Doch Les Bleus blieben dran. Und sie belohnten sich. Olise bediente Mbappé mit einem herrlichen Steilpass - und der traf flach an Mendy vorbei zum 1:0. 

MbappĂ© jubelte, in dem er sich eine imaginĂ€re Querflöte an den Mund hielt. Dies hatte er schon vor dem Spiel dem britischen Comedian James Corden versprochen. Der StarstĂŒrmer von Real Madrid hatte in dessen Sendung erzĂ€hlt, dass er als musikalische FrĂŒherziehung ein, zwei Jahre Querflöte gespielt hatte.

Jackson hĂ€tte fast mit dem direkten Ausgleich geantwortet, stand aber im Abseits (68.). In der Schlussphase erhöhte Barcola auf 2:0. Nach dem Anschluss fĂŒr den Senegal in der Nachspielzeit geriet der Sieg nur ganz kurz in Gefahr - stattdessen sorgte MbappĂ© per Fernschuss fĂŒr die endgĂŒltige Entscheidung.

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