Das sagt Völler zum drohenden Lagerkoller und dem WM-Rasen
10.06.2026 - 05:27:04 | dpa.deGleich bei seinem ersten öffentlichen Auftritt im Teamquartier der FuĂball-Nationalmannschaft war Rudi Völler auch fĂŒr kritische Themen zustĂ€ndig. Der DFB-Sportdirektor sprach in Winston-Salem ĂŒber die QualitĂ€t des WM-Hotels und einen drohenden Lagerkoller. Auch zur Rasen-QualitĂ€t im Trainingsstadion musste er sich Ă€uĂern.Â
Rudi Völler ĂŒber das WM-Hotel und Lagerkoller
Von Pracht-Herberge bis Geisterschloss - viel wurde ĂŒber das deutsche Teamhotel The Graylyn Estate schon berichtet und geschrieben. Auch die typische Turniersorge, dass sich die FuĂball-Profis in der Abgeschiedenheit in North Carolina recht bald langweilen könnten, ist ganz schnell ein Thema.Â
Völler wischte alle Zweifel beiseite. «Ich habe schon vor einigen Monaten gesagt, das ist jetzt kein Luxusresort, aber es ist total angenehm. Wir sind unter uns», sagte der 66-JĂ€hrige. Man habe fĂŒr die Spieler «einiges gemacht, dass sie sich auch dann zwischen den Trainingszeiten beschĂ€ftigen können», versicherte der Sportdirektor.Â
Entscheidender Vorteil, den auch Bundestrainer Julian Nagelsmann hervorhob, seien die kurzen Wege zwischen Hotel und Trainingsplatz. Sollte die WM fĂŒr die DFB-Elf in einem Misserfolg enden, will Völler jedenfalls keine Ausreden hören. «Also es wird, egal, wie weit es geht, niemals eine Entschuldigung sein, dass vielleicht das TrainingsgelĂ€nde oder das Trainingszentrum nicht gut genug waren», sagte er.Â
Die Lagerkoller-Debatte ist fĂŒr Völler vor seiner fĂŒnften WM als Spieler, Trainer oder Sportdirektor seit 1986 ohnehin aus der Zeit gefallen. Der entscheidende Unterschied zu seinen Zeiten als Spieler: «Wir hatten damals kein Internet. Wir hatten keine Handys. Es gab auch kein deutsches Fernsehprogramm. Das war frĂŒher komplizierter, glauben Sie mir. Also Lagerkoller, wie wir es frĂŒher mal kennen, das gibt's heute ĂŒberhaupt nicht mehr», argumentierte Völler.
Im einstigen DFB-Camp in Malente, wo sich etwa die Weltmeister von 1974 vorbereiteten, hĂ€tte es nicht einmal einen Pool gegeben. Und: «Selbst wenn da ein Pool gewesen wĂ€re, muss man nicht noch mal hin», sagte Völler ĂŒber die Sportschule in Norddeutschland.Â
Rudi Völler ĂŒber die Rasen-QualitĂ€t des Trainingsplatzes
Gleich das erste Training der DFB-Elf auf dem Platz der Wake Forest University hatte auf dem Rasen deutliche Spuren hinterlassen. Die Sorge, dass das spezielle GrĂŒn, das sich von europĂ€ischen Grassorten unterscheidet, zum WM-Problem werden könnte, war schnell wieder da. Auch bei der Club-WM im Vorjahr hatte es in den USA Rasen-Debatten gegeben.Â
Völler sieht aber keinen Grund fĂŒr Gras-Alarm. «Ja, man braucht Wasser. Das ist bei diesen Temperaturen dann schon nicht nur zum Trinken, sondern auch auf dem Platz», sagte er. Die Greenkeeper an der UniversitĂ€t wĂŒrden ganze Arbeit leisten. «Die Leute hier geben sich unglaubliche MĂŒhe», meinte Völler.
FĂŒr die WM-Spiele mĂŒssten sich die Nationalspieler auf Ă€hnliche Bedingungen mit einem stumpfen Untergrund einstellen. «NatĂŒrlich kann es ruhig auch manchmal ein bisschen hĂ€rter sein. Es kann auch mal ein bisschen trockener sein. Das wird dann in den Stadien auch Ă€hnlich sein», sagte Völler. Man habe «nichts zu lamentieren».
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