Höhere Tierarztkosten belasten Tierheime
19.04.2026 - 06:10:35 | dpa.de
Tierheime in Deutschland haben einer Umfrage zufolge mit den Folgen höherer Kosten fĂŒr die Behandlung von Tieren zu kĂ€mpfen. Das teilte der Deutsche Tierschutzbund nach einer eigenen Erhebung mit. Demnach gaben fast 80 Prozent der befragten Einrichtungen an, die Kosten seien seit 2022 um 30 bis 50 Prozent gestiegen, teils auch mehr. Am 22. November 2022 war eine neue GebĂŒhrenordnung der TierĂ€rzte in Kraft getreten.
Seither steige die Zahl der Halter, die bei Tierheimen um finanzielle Hilfe fĂŒr Tierarztkosten bitten. «Rund 80 Prozent der befragten Tierschutzvereine bestĂ€tigen diesen Trend», teilte der Tierschutzbund mit. 60 Prozent der Tierheime gaben demnach an, dass sie «in wachsendem MaĂe Fundtiere aufnehmen mĂŒssen, die sehr wahrscheinlich ausgesetzt wurden».Â
Warum Tierheime auf Spenden angewiesen sind
«Ohne Spenden wĂ€re in vielen Tierheimen lĂ€ngst das Licht aus», sagte der PrĂ€sident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder. Die Kosten fĂŒr die Betreuung von Fundtieren werden seinen Angaben zufolge nicht in vollem Umfang von den Kommunen abgedeckt. Von der Bundesregierung fehle Hilfe.
Laut Tierschutzbund sind die GebĂŒhren 2022 im Durchschnitt um 22 Prozent gestiegen. Einige Leistungen wie das Röntgen seien dagegen billiger geworden. Als Beispiel fĂŒr höhere Kosten nannte der Verband Ultraschalluntersuchungen, die aktuell 58,92 Euro kosteten. Zuvor seien 42,34 Euro fĂ€llig gewesen.
Wie viele Tierheime sich geĂ€uĂert haben
An der Befragung im vergangenen November haben laut Tierschutzbund online 501 Einrichtungen teilgenommen. Man werde sich bei einer fĂŒr 2026 geplanten Neubewertung der GebĂŒhrenordnung von 2022 fĂŒr eine Entlastung der Tierschutzeinrichtungen einsetzen.
GrundsĂ€tzlich ist die Organisation nicht gegen die Ănderungen: Die GebĂŒhrenordnung sei eine wichtige MaĂnahme, um Tierarztpraxen, Kliniken und Notdienste flĂ€chendeckend zu erhalten. Weil sie aber mit höheren Kosten etwa fĂŒr Futter und Energie einherging, habe sie Tierheime, Tierschutzvereine und Tierhalter hart getroffen. Die BundestierĂ€rztekammer hatte damals die Anpassung der GebĂŒhren als Â«ĂŒberfĂ€llig» bezeichnet und auf gestiegene Kosten fĂŒr TierĂ€rzte verwiesen.
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