Angry Anderson mit 79 Jahren gestorben: Rose-Tattoo-Frontmann tot
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 10:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Angry Anderson, Frontmann der australischen Hardrock-Band Rose Tattoo, ist im Alter von 79 Jahren gestorben.
Familie und Band bitten um Privatsphäre
Der Sänger starb am Montagabend im Kreis seiner Angehörigen. Andersons Tod wurde von seinen Bandkollegen und seiner Familie mitgeteilt.
Rose Tattoo würdigte ihn als hingebungsvollen Vater und geschätztes Mitglied der Musik- und Unterhaltungsszene. Die Familie und die Band baten um Privatsphäre und dankten den Fans für ihre Anteilnahme.
Europatournee nach Erkrankung abgebrochen
Die Australier waren seit Juli mit ihrer „One Last Ride Tour“ unterwegs. Im August brach die Band ihre Europatournee wegen gesundheitlicher Probleme Andersons ab.
Zuvor hatte Rose Tattoo noch in Köln gespielt. Ende Juli trat die Band außerdem beim Heavy-Metal-Festival in Wacken auf. Konzerte in München, Graz, Budapest, Berlin und Hamburg wurden abgesagt.
Rose Tattoo und Solo-Hit „Suddenly“
Anderson gehörte seit der Gründung von Rose Tattoo im Jahr 1976 zur Band und war über Jahrzehnte ihr Gesicht und ihre Stimme. Zu den bekannten Liedern der Gruppe zählen „Bad Boy for Love“, „Rock 'n' Roll Outlaw“ und „Stuck on You“.
Als Solokünstler gelang ihm 1987 mit „Suddenly“ sein größter Erfolg. Die gefühlvolle Ballade wurde durch die australische Serie „Neighbours“ bekannt und erreichte Platz zwei der australischen Charts sowie Platz drei in Großbritannien.
Auch als Schauspieler aktiv
Anderson wirkte zudem außerhalb der Musik. 1985 spielte er in „Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel“ den Gangster Ironbar. 1992 trat er als König Herodes in einer australischen Bühnenproduktion von „Jesus Christ Superstar“ auf.
Eine prägende Stimme des australischen Hardrock
Angry Anderson stand fast fünf Jahrzehnte für Rose Tattoo. Die 1976 gegründete Band verband harte Gitarrenriffs mit einem rauen, bluesgeprägten Stil und prägte damit die australische Rockszene. Lieder wie „Bad Boy for Love“ und „Rock 'n' Roll Outlaw“ machten die Gruppe auch außerhalb Australiens bekannt.
Andersons Wirkung reichte über den Hardrock hinaus. Mit „Suddenly“ zeigte er 1987 eine deutlich sanftere Seite und erreichte damit hohe Platzierungen in Australien und Großbritannien. Die Verwendung des Lieds in der Serie „Neighbours“ verschaffte ihm zusätzlich ein großes Publikum, das nicht aus der Rockszene kam.
Vom Rockmusiker zum vielseitigen Künstler
Seine Auftritte in „Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel“ und in der Bühnenproduktion von „Jesus Christ Superstar“ unterstrichen seine Vielseitigkeit. Anderson war damit nicht nur Sänger einer langjährigen Band, sondern auch Schauspieler und Solokünstler.
Für das internationale Publikum war sein Tod besonders deshalb bemerkenswert, weil Rose Tattoo bis zuletzt auftrat. Noch Ende Juli spielte die Band beim Wacken-Festival; der anschließende Abbruch der Europatournee wegen Andersons gesundheitlicher Probleme markierte bereits eine einschneidende Zäsur. Die abgesagten Konzerte in Deutschland, Österreich und Ungarn betreffen damit zugleich einen laufenden Abschnitt der Bandgeschichte.
