Mehr Ertrunkene in der Badesaison: DLRG warnt vor Risiken an GewÀssern
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 06:00 Uhr | presseportal, AD HOC NEWSMit mindestens 101 TodesfĂ€llen war der Juni der mit Abstand folgenschwerste Monat des Jahres. Nur 2003 zĂ€hlte die DLRG in einem Juni noch mehr Opfer. Die lang anhaltenden hohen Temperaturen fĂŒhrten zu einem starken Andrang an den GewĂ€ssern. Gleichzeitig unterschĂ€tzten viele Menschen bestehende Risiken. Bezogen auf die unfallreichsten Monate Mai bis August entfielen rund 43 Prozent der TodesfĂ€lle auf den ersten Sommermonat. Dazu Ute Vogt: "Das ist ein Höchstwert. Ebenfalls auffĂ€llig ist, dass es im Juni zum zweiten Mal in Folge einen deutlichen Anstieg der Unfallzahlen in den GewĂ€ssern gab."
Junge MÀnner besonders gefÀhrdet
Weiterhin stellt die DLRG einen erneuten Anstieg der Opferzahlen unter jungen Personen fest. Seit Jahresbeginn ertranken bereits 88 Menschen zwischen elf und 30 Jahren. Das sind schon jetzt 15 TodesfÀlle mehr als im gesamten Vorjahr. Jedes dritte Opfer bekannten Alters gehörte dieser Altersgruppe an, in der die Wasserretter zuletzt im Gesamtjahr 2019 mehr tödliche UnfÀlle verzeichneten.
Mehr als 90 Prozent der verunglĂŒckten Elf- bis 30-JĂ€hrigen waren mĂ€nnlich. "Jugendliche und junge MĂ€nner gehen hĂ€ufig vermeidbare Risiken ein. Dabei spielen Leichtsinn, SelbstĂŒberschĂ€tzung und mangelnde Schwimmkompetenz eine wesentliche Rolle", so die DLRG PrĂ€sidentin. Insgesamt waren bisher knapp 85 Prozent der Opfer bekannten Alters mĂ€nnlich.
DLRG fordert mehr AufklÀrung und Schwimmausbildung
Mehr AufklĂ€rung kann dazu beitragen, die Zahl der UnfĂ€lle unter jungen Menschen zu senken. Gemeinsam mit Partnern arbeitet die DLRG bereits daran, zu Beginn der nĂ€chsten Badesaison flĂ€chendeckend möglichst viele Menschen direkt fĂŒr die Gefahren beim Baden und Schwimmen zu sensibilisieren.
Damit knĂŒpfen die Lebensretter an die Arbeit dieses Sommers an: "Unsere ehrenamtlich Engagierten im gesamten Bundesgebiet haben ihre BemĂŒhungen zur AufklĂ€rung nochmals intensiviert. Die zusĂ€tzlichen Informationsangebote wurden vielerorts gut angenommen. Gemeinsam mit zahlreichen anderen Akteuren konnten wir sicher dazu beitragen, dass im weiteren Sommerverlauf zumindest weniger Menschen ertranken", resĂŒmiert Ute Vogt. Neben privaten Initiativen braucht es aber auch mehr AufklĂ€rung durch die öffentliche Hand. Beispielsweise sollte der Bund mit nationalen Kampagnen zu mehr Sicherheit an den GewĂ€ssern beitragen.
Schulen spielen eine SchlĂŒsselrolle bei der PrĂ€vention von BadeunfĂ€llen. Dort sollten Wissen ĂŒber Gefahren im Wasser und ein fundierter Schwimmunterricht Hand in Hand gehen. Gerade das Schwimmen lernen kommt oft aber zu kurz. "Bund, LĂ€nder und Kommunen mĂŒssen zusammen flĂ€chendeckend deutlich mehr in die marode Schwimmbadlandschaft und den schulischen Schwimmunterricht investieren. Andernfalls befĂŒrchten wir dauerhaft höhere Opferzahlen unter jungen Menschen", so Vogt.
Zahl der TodesfÀlle bei Senioren sinkt deutlich
Ein weiteres Drittel der Opfer bekannten Alters waren Menschen ĂŒber 60 Jahre: 84 TodesfĂ€lle sind jedoch 24 weniger als im Vorjahreszeitraum. Ăhnlich verhĂ€lt es sich bei den Ertrunkenen zwischen 31 und 60 Jahren: 69 Personen - und damit 25 weniger als 2025 - verloren bis zum Ende des Sommers im Wasser ihr Leben.
Die meisten TodesfĂ€lle zĂ€hlte die DLRG bisher in Seen und Teichen. 146 Opfer bedeuten vier mehr als im Vorjahreszeitraum. In FlĂŒssen und BĂ€chen (103) ereigneten sich weniger UnglĂŒcke (2025: 120). Auch in KanĂ€len (+9) sowie in den Meeren (+2) und in SchwimmbĂ€dern (+2) weist die DLRG Statistik aktuell eine höhere Zahl zu Tode gekommener Personen aus.
Entgegen der bundesweiten VerÀnderung zum Vorjahr ertranken in Nordrhein-Westfalen (+16), Sachsen (+10), Schleswig-Holstein (+4), Berlin (+3) und Rheinland-Pfalz (+2) mehr Menschen. In absoluten Zahlen ereigneten sich die meisten tödlichen UnfÀlle in Bayern. Hier ertranken bis zum Ende der Sommerferien 61 Personen. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren es 73. Insgesamt 24 Personen verstarben infolge von UnfÀllen mit Booten und WassersportgerÀten wie Kajaks oder SUP-Boards.
Rettungsschwimmer verhindern hunderte weitere UnglĂŒcke
Vor allem in den Sommermonaten wĂ€ren deutlich mehr Menschen ertrunken, wenn nicht RettungskrĂ€fte und beherzt handelnde BadegĂ€ste rechtzeitig eingegriffen hĂ€tten. "Allein unsere Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer befreiten erneut hunderte Personen aus Lebensgefahr im Wasser", hob Ute Vogt hervor. Auch kĂŒnftig werden sie zur Stelle sein, denn die Zahl junger Menschen in der Nachwuchsausbildung wĂ€chst seit Jahren. FĂŒr die PrĂ€sidentin der DLRG ist das ein wichtiges Signal: "Jede zusĂ€tzliche Rettungsschwimmerin und jeder zusĂ€tzliche Rettungsschwimmer macht Deutschlands GewĂ€sser ein StĂŒck sicherer."
Weiteres Material zur DLRG Sommerbilanz Ertrinken 2026, darunter Grafiken und die Auswertung nach BundeslĂ€ndern, finden Sie unter dlrg.de/zwischenbilanz. Passende Bilder und Audio-Material fĂŒr die Berichterstattung gibt es auch im DLRG Medienportal.
Ăber die DLRG
Die DLRG als private Wasserrettungsorganisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. HierfĂŒr klĂ€ren ihre ehrenamtlich Aktiven ĂŒber Wassergefahren auf, bringen Menschen das Schwimmen bei und bilden sie im Rettungsschwimmen aus. Zudem wachen mehr als 50.000 Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer jĂ€hrlich 2,6 Millionen Stunden ĂŒber die Sicherheit von BadegĂ€sten und Wassersportlern. Sie engagieren sich darĂŒber hinaus in der örtlichen Gefahrenabwehr und bilden Einheiten der rund 80 DLRG WasserrettungszĂŒge fĂŒr den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Die DLRG zĂ€hlt derzeit rund 640.000 Mitglieder. Mehr als 1,3 Millionen Förderinnen und Förderer unterstĂŒtzen die lebensrettende Arbeit mit Spenden. Schirmherr ist BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier.
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