Haarschnitt fĂŒr die MenschenwĂŒrde / Bethel und Barber Angels machen kostenfreies Angebot
05.05.2026 - 10:30:02 | presseportal.de
Mit sieben Personen sind die Barber Angels an diesem Sonntag in der Kava in Bielefelds Zentrum im Einsatz. FĂŒnf Friseurinnen und Friseure verschönern knapp 50 Menschen mit Kamm und Schere, zwei "Orga-Engel" kĂŒmmern sich um die Anmeldung und die Ausgabe von Hygieneprodukten, wie Shampoo, Deo, Zahnpasta und -bĂŒrsten. Die erhalten die BedĂŒrftigen dank Spendengeldern. Auch Waffeln und Kaffee werden kostenlos angeboten.
MĂ€nner und Frauen kommen in die Kava, um sich die Haare schneiden zu lassen. Junge und Ă€ltere. Auch eine vierköpfige Familie mit zwei kleinen Söhnen setzt sich erst in den Wartebereich und spĂ€ter an den runden Tisch, an dem geschnitten wird. "Das ist ein hervorragendes Angebot", findet Manuela (53), die von einer Erwerbsminderungsrente lebt und der Friseur Uwe Kennemund die langen Haare in Form gebracht hat. Auch Heinz Hugo, der eben noch eine schlohweiĂe MĂ€hne trug, ist nach seinem ersten Schnitt seit fĂŒnf Monaten zufrieden. "Alles ist so teuer geworden", sagt der Bielefelder. ZusĂ€tzlich zu seiner kleinen Rente erhĂ€lt auch er Sozialleistungen. "FĂŒr einen Schnitt im Salon zahle ich mit Waschen und Trinkgeld vermutlich fast 30 Euro - wie soll das gehen?", fragt er.
Auf die Frage, warum er ehrenamtlich arbeite, antwortet Uwe Kennemund: "Ich kann nicht mit Geld helfen, aber ich habe ein Talent - Haareschneiden. Das will ich nutzen, um Menschen ein StĂŒck ihrer WĂŒrde zurĂŒckzugeben." Ein neuer Haarschnitt - das lĂ€sst sich an den erfreuten Reaktionen der frisch Frisierten ablesen - kann Zufriedenheit verleihen und das SelbstwertgefĂŒhl steigen lassen, das womöglich durch eine schwierige Lebenssituation abhandengekommen ist. "Im Idealfall fassen Menschen neuen Mut und bewerben sich beispielsweise um eine Wohnung oder eine Arbeitsstelle", sagt Uwe Kennemund.
Die Barber Angels tragen schwarze Westen, die an eine Motorradkluft erinnern. Nur wenige Mitglieder fahren tatsĂ€chlich Motorrad. Die Kleidung dient vielmehr dazu, Hemmschwellen abzubauen und zu signalisieren: Ob Friseur oder Gast, hier sind alle gleich; die Friseurinnen und Friseure tragen keine besonders teure oder schicke Kleidung. AuĂerdem schafft ihr einheitlicher Dress einen Wiedererkennungswert.
Heinz Hugo ist jetzt fertig. Er steht aus dem Frisierstuhl auf und macht dem nÀchsten Gast Platz. "Danke", sagt er zu Hermann Hannebrook und verlÀsst lÀchelnd die Kava.
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Leitung Presse + Kommunikation
Quellenhofweg 25
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Tel. 0521 144-3512
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