Druck, Pastorin

Unter Druck - Pastorin Anja und das Kirchenasyl am 10. September im Ersten

04.09.2025 - 12:18:27 | presseportal.de

Bremen - Kirchen als Schutzraum fĂŒr GeflĂŒchtete - ein Thema mit ZĂŒndstoff. Einige Kirchengemeinden gewĂ€hren regelmĂ€ĂŸig GeflĂŒchteten Asyl in ihren GotteshĂ€usern. So auch Pastorin Anja in Bremen, die sich seit 2017 um HĂ€rtefĂ€lle kĂŒmmert. Die Betroffenen sehen das eingeschrĂ€nkte Leben in KirchenrĂ€umen als letzte Hoffnung. Ist das Kirchenasyl ein Akt der NĂ€chstenliebe oder untergrĂ€bt es den Rechtsstaat?

"Unter Druck - Pastorin Anja und das Kirchenasyl" am 10. September im Ersten - Foto: presseportal.de

Die Dokumentation "Unter Druck - Pastorin Anja und das Kirchenasyl" aus der ARD-Reihe "Echtes Leben" begleitet Pastorin Anja auf ihrer heiklen Mission und beleuchtet den wachsenden Druck, unter dem Helfende und Betroffene heute stehen. Zu sehen ist sie am Mittwoch, 10. September, um 23:35 Uhr im Ersten und in der ARD Mediathek.

Echtes Leben: Unter Druck - Pastorin Anja und das Kirchenasyl

Seit mehr als 40 Jahren bieten Kirchen GeflĂŒchteten einen besonderen Schutzraum: das Kirchenasyl. Es ist ein Privileg, kein (verbrieftes) Recht. Und seine Duldung durch die Behörden wird zunehmend infrage gestellt. Denn wĂ€hrend die Gesellschaft erbittert ĂŒber eine mögliche "Migrationswende" streitet, schwindet die Toleranz des Staates. Das spĂŒrt auch die freikirchliche Pastorin Anja, die in ihrer Gemeinde Schutzsuchenden, denen eine Abschiebung droht, Kirchenasyl gewĂ€hrt. Wie meistert sie den schwierigen Balanceakt zwischen NĂ€chstenliebe und Gesetzestreue?

Das Land Bremen gilt als Hochburg des Kirchenasyls: 200 der insgesamt knapp 2.400 FÀlle bundesweit wurden 2024 hier registriert. Ausgerechnet in der Adventszeit kam es in der liberalen Hansestadt letztes Jahr zum Eklat: Der Innensenator wies seine Polizei an, einen 25-jÀhrigen Somalier aus dem Kirchenasyl zu holen und in Gewahrsam zu nehmen, um ihn nach Finnland abschieben zu können. Eine Menschenkette hinderte die Beamten jedoch daran, das Bremer Zion-Gemeindezentrum zu betreten. Die Folge der gescheiterten Abschiebung: öffentliche Kontroversen, verunsicherte Gemeinden, verschnupfte Kirchenobere und verÀrgerte Behörden.

Was Kirchenasyl konkret bedeutet, zeigt der Film am Beispiel von Menschen, die aktuell im Kirchenasyl leben, sowie von denen, die es in der Vergangenheit in Anspruch genommen haben und der Gemeinde bis heute eng verbunden sind. In ihrer Arbeit muss sich Pastorin Anja mit Behörden auseinandersetzen. Und es stellen sich auch praktische Fragen des alltĂ€glichen Lebens, vom Essen bis zum Sprachunterricht. Denn es bedeutet einen enormen Aufwand fĂŒr eine Gemeinde, Menschen ĂŒber Monate unterzubringen, zu ernĂ€hren und zu betreuen.

Seit 2013 hat jeder Asylsuchende das Recht gegen einen Abschiebungsbescheid einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht zu stellen. Kritiker des Kirchenasyls sehen das Vorgehen der Kirchengemeinden daher als unnötig an. Von "einer gewissen Anmaßung" spricht der Migrationsforscher Stefan Luft von der UniversitĂ€t Bremen, er sagt, die Kirchen wĂŒrden in den Vollzug des AuslĂ€nder- und Asylrechts massiv eingreifen.

Pastorin Anja sieht sich dagegen als "Möglichmacherin". Dieses RollenverstĂ€ndnis ist ihr beim Kirchenasyl besonders wichtig. Seit 2017 kĂŒmmert sie sich um Menschen auf der Flucht, um HĂ€rtefĂ€lle, die auf das Kirchenasyl als letzte Hoffnung setzen. Doch zunehmend gerĂ€t ihre Arbeit zwischen die Fronten. Es gehört zu ihrer christlichen Überzeugung, von Fall zu Fall sich anzuhören, warum ein Mensch in Not die Hilfe ihrer Gemeinde sucht. Gleichzeitig wird sie immer schĂ€rfer von Außenstehenden kritisiert, dass sie sich ĂŒber das staatliche Handeln in der Migrationspolitik hinwegsetzt.

Kann Kirche eine Integrationsarbeit leisten, die der Staat nicht schafft? Oder nutzen Pastorinnen und Pastoren hier ein Privileg entgegen dem Willen der Gesellschaft?

"Echtes Leben: Unter Druck - Pastorin Anja und das Kirchenasyl" (Autor Yannick Lowin) ist eine Produktion der Bremedia/Dokness im Auftrag von Radio Bremen, WDR und SWR (Redaktion Dirk Hansen, Christiane Mausbach, Katrin GrĂŒnewald) fĂŒr die ARD 2025.

Pressefotos sind bei ARD Foto verfĂŒgbar (Akkreditierungen nötig).

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