Circular Week 2026: NRW stellt Reparatur-Weltrekord auf
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 15:08 Uhr | presseportal, AD HOC NEWSNordrhein-Westfalen hält den Weltrekord im Reparieren: Im Oktober haben Menschen im ganzen Land mehr als 3.450 Reparaturen dokumentiert – und damit den bisherigen Rekord von 3.177 Reparaturen aus Großbritannien aus dem Jahr 2024 deutlich übertroffen. Organisiert hat die Aktion das Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) im Rahmen der Circular Week 2026. Die europäische Aktionswoche brachte vom 26. bis 31. Oktober Akteur:innen aus Kommunen, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie aus den großen Ambitionen für eine Kreislaufwirtschaft konkrete Veränderungen vor Ort werden. Die Circular Week 2026 wurde vom Ministerium für Umwelt, Natur und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.
Unter dem Leitgedanken „Turning Europe’s Circular Ambition into Urban Reality“ verband die Circular Week strategische Debatten mit Projekten und Mitmachaktionen. Einen Schwerpunkt bildeten Städte und Regionen – als Orte, an denen zirkuläre Lösungen erprobt, umgesetzt und gemeinsam weiterentwickelt werden.
„In den Kommunen, Städten und Regionen werden aus zirkulären Ambitionen konkrete Veränderungen. Hier treffen politische Ziele auf diejenigen, die sie umsetzen: Verwaltungen, Unternehmen, Initiativen und die Menschen, die ihre Stadt gestalten“, sagt Michael Kuhndt, Executive Director des CSCP.
Von der europäischen Debatte zur Umsetzung vor Ort
Veranstaltungen fanden in zwei europäischen Ländern statt, darunter in Polen, wo die Circular Week 2018 von INNOWO ins Leben gerufen wurde. 2026 wurde sie erstmals gemeinsam mit dem Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) organisiert und erhielt so einen Schwerpunkt auf Nordrhein-Westfalen. In NRW reichte das Programm von Aachen über Duisburg und Lindlar bis Wuppertal. So verband die Aktionswoche lokale Erfahrungen mit einer europäischen Perspektive.
Zentrales Event war die Circular Week Online Conference am 27. Oktober. In fünf thematischen Tracks diskutierten Vertreter:innen aus Kommunen, Wirtschaft und Politik unter anderem über resiliente Infrastrukturen, Reparatur und Produktlebensdauer, regulatorische Rahmenbedingungen, Bürger:innenbeteiligung, Future Skills sowie Finanzierung und Umsetzung in Städten. Der rote Faden: Wie gelingt es, dass zirkuläre Lösungen nicht nur auf dem Papier funktionieren, sondern im Alltag ankommen?
In Deutschland umfasste die Circular Week 2026 insgesamt 20 Veranstaltungen, die gemeinsam mit mehr als 100 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft gestaltet wurden und insgesamt über 2.000 Teilnehmende erreichten. Die Online-Konferenz brachte 573 Teilnehmende in 42 Sessions zusammen, um zentrale Fragen und praxisnahe Lösungsansätze für eine zirkuläre Wirtschaft zu diskutieren.
Weltrekord: Vom Fahrrad bis zur Jeans
Wie alltagsnah Kreislaufwirtschaft sein kann, zeigte der Reparatur-Weltrekord NRW. Den ganzen Oktober über waren die Menschen in Nordrhein-Westfalen aufgerufen, ihre Reparaturen zu dokumentieren. Repariert wurde zu Hause, in Repair Cafés und Reparaturinitiativen, in Handwerksbetrieben und Unternehmen – vom Fahrrad über Elektrogeräte und Möbel bis hin zu Kleidung.
Unterstützt wurde der Weltrekord von zahlreichen Partnern in ganz Nordrhein-Westfalen. Dabei ging es von Anfang an um mehr als eine Zahl: Die Aktion sollte Reparatur sichtbar machen, zum Mitmachen motivieren und zeigen, dass eine längere Nutzung von Produkten eine echte Alternative zum Neukauf ist.
„Was als ehrgeiziges Ziel begann, hat sich zu etwas viel Größerem entwickelt: zu einer gemeinsamen Initiative, die zeigt, dass Reparieren nicht der Vergangenheit angehört, sondern eine unverzichtbare Fähigkeit für die Zukunft ist“, sagt Stephan Schaller, Senior Expert am CSCP.
Repair & Share Festival: Reparieren als Gemeinschaftserlebnis
Wie sehr Reparatur in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, zeigte das Repair & Share Festival am 31. Oktober in Wuppertal. Die FAB Region Bergisches Städtedreieck brachte dort Reparaturinitiativen, engagierte Bürger:innen, Unternehmen und weitere Akteur:innen zusammen. Besucher:innen konnten eigene Gegenstände mitbringen, Reparaturangebote und Workshops nutzen und mit Initiativen ins Gespräch kommen. Reparieren wurde so nicht nur als praktische Dienstleistung erlebbar, sondern als soziale, gemeinschaftliche Aktivität – getragen von vielen engagierten Menschen, auf denen die Reparaturkultur in NRW bereits heute aufbauen kann.
Bilanz: Kreislaufwirtschaft entsteht gemeinsam
Die Circular Week 2026 hat gezeigt, dass Kreislaufwirtschaft auf vielen Ebenen zugleich ansetzen muss: Politische Rahmenbedingungen und kommunale Strategien sind ebenso entscheidend wie tragfähige Geschäftsmodelle, neue Infrastrukturen und die Bereitschaft der Menschen, ihr Verhalten zu verändern. Gerade in NRW wurde deutlich, wie eng Resilienz, Reparatur, lokale Wertschöpfung, Bürgerbeteiligung und kommunale Entwicklung zusammenhängen.
„Während der Circular Week haben wir sehr viele Perspektiven und Ansätze zusammengebracht und dazu eingeladen, Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam konkrete Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln“, zieht Michael Kuhndt ein positives Fazit.
Die zentrale Erkenntnis: Eine zirkuläre Wirtschaft entsteht nicht an einem einzelnen Ort und nicht durch einen einzelnen Akteur – sondern dort, wo Menschen, Organisationen, Unternehmen und öffentliche Hand gemeinsam anfangen, Dinge anders zu machen.
Circular Week 2026 auf einen Blick
Ăśber das CSCP
Das Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) ist ein internationaler, gemeinnütziger Think-and-Do-Tank. Gemeinsam mit Unternehmen, politischen Entscheidungsträgern, Partnerorganisationen und der Zivilgesellschaft verfolgt es das Ziel, Nachhaltigkeit zu einem festen Bestandteil aller Bereiche zu machen, um die Vision zu verwirklichen: ein gutes Leben für alle zu ermöglichen.
Nils Kreft
Communication Coordinator Circular Week 2026
email: nils.kreft@cscp.org
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