Das Licht: Tykwer macht Berlinale-Film zur ZDF-Miniserie
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 13:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAusstrahlung in zwei Fassungen
- Tom Tykwer ordnete «Das Licht» fĂŒr das ZDF in vier Episoden neu.
- Die Miniserie startet am 30. Oktober im Streamingportal des Senders.
- 3sat zeigt den rund 160-minĂŒtigen Film am 6. November um 22.15 Uhr.
«Das Licht» startet als vierteilige ZDF-Miniserie
Tom Tykwers Kinofilm «Das Licht» ist ab Freitag (30. Oktober) in einer neuen Fassung als vierteilige Miniserie im Streamingportal des ZDF zu sehen. Der Film hatte 2025 die Berlinale eröffnet.
FĂŒr die Serie ordnete Tykwer Szenen neu und ergĂ€nzte Material, das in der Kinofassung nicht enthalten war.
Tykwer gibt der Geschichte neuen Rhythmus
Der Regisseur sagte, «Das Licht» sei fĂŒr die TV-Ausstrahlung im ZDF immer auch als Miniserie gedacht gewesen. Die vier Episoden hĂ€tten ein eigenes Leben als Kapitel und gĂ€ben der ErzĂ€hlung einen neuen Rhythmus.
Linear zeigt 3sat den Film am Freitag, 6. November, um 22.15 Uhr als Free-TV-Premiere. Die Kinofassung dauert rund 160 Minuten.
Eine Familie gerÀt aus dem Gleichgewicht
Das Drama mit Lars Eidinger und Nicolette Krebitz erzĂ€hlt von der entfremdeten Familie Milena und Tim Engels. Das gutbĂŒrgerliche Paar lebt zwar zusammen, hat sich aber kaum noch etwas zu sagen.
Zu den gemeinsamen Teenager-Kindern Frieda und Jon ist das VerhĂ€ltnis kĂŒhl. Die syrische HaushĂ€lterin Farrah bringt Bewegung in den Alltag der Familie, trĂ€gt aber selbst ein schweres Schicksal.
Drama trifft auf Satire und Fantasy
Farrah kann sich mithilfe einer Therapielampe in andere BewusstseinszustÀnde versetzen. Tykwer verbindet das Familiendrama mit Satire, Musical-Einlagen und Fantasy-Elementen vor der Kulisse eines regnerischen Berlin.
Auch Klimaaktivismus, Rassismus, Migration, Generationenkonflikte und Virtual Reality gehören zu den Themen des Films. Die Besetzung umfasst neben Eidinger und Krebitz auch Tala Al-Deen, Elke Biesendorfer und Julius Gause.
Die Umwandlung eines Kinofilms in eine Miniserie ist bei aufwendig produzierten Stoffen ein verbreitetes Modell, um vorhandenes Material fĂŒr Streaming und lineares Fernsehen unterschiedlich zu nutzen. Im Fall von «Das Licht» verĂ€ndert das ZDF nicht nur die LĂ€nge, sondern auch die ErzĂ€hlstruktur: Vier Episoden können Figuren und Themen ausfĂŒhrlicher entfalten als eine zusammenhĂ€ngende Kinofassung.
FĂŒr das Publikum entstehen dadurch zwei unterschiedliche ZugĂ€nge. Die Serie ist ab dem 30. Oktober im Streamingportal verfĂŒgbar, wĂ€hrend die lineare Free-TV-Premiere am 6. November bei 3sat den Film in seiner rund 160-minĂŒtigen Kinofassung zeigt. Damit können Zuschauer zwischen serieller Veröffentlichung und klassischem Fernsehabend wĂ€hlen.
Mehr Raum fĂŒr Figuren und Themen
Inhaltlich verbindet Tykwers Drama eine Familiengeschichte mit Fragen zu Migration, Rassismus, Klimaaktivismus, Generationenkonflikten und Virtual Reality. Die neue Anordnung und zusĂ€tzlich eingefĂŒgte Szenen können diese thematische Breite stĂ€rker gewichten, ohne den Ausgangspunkt der Geschichte zu verĂ€ndern: eine entfremdete Familie, deren Alltag durch die syrische HaushĂ€lterin Farrah in Bewegung gerĂ€t.
Die Veröffentlichung zeigt zugleich, wie Sender Kinoproduktionen ĂŒber mehrere Ausspielwege verlĂ€ngern. FĂŒr Zuschauer bedeutet das mehr Material und eine andere Dramaturgie; fĂŒr den Film selbst entsteht eine zweite Rezeptionsform zwischen Kino, Streaming und Fernsehen.
