Hessen, Deutschland

Runkel trauert nach tödlichem Unfall in Lederfabrik

17.04.2026 - 18:21:53 | dpa.de

Drei Tote, zwei lebensgefĂ€hrlich Verletzte: Nach dem UnglĂŒck in der traditionsreichen Lederfabrik in Runkel herrscht Fassungslosigkeit. Angehörige und Behörden suchen nach Antworten.

  • Nach dem folgenschweren Arbeitsunfall mit drei Toten und zwei lebensgefĂ€hrlich Verletzten bleibt die Lederfabrik geschlossen. - Foto: Sascha Ditscher/dpa
  • Am Nachmittag kommt es wegen eines auffĂ€lligen Geruchs erneut zu einem Feuerwehreinsatz an dem FirmengelĂ€nde in Runkel. - Foto: Sascha Ditscher/dpa
  • In Runkel trauern Angehörige um die verstorbenen Arbeiter. - Foto: Sascha Ditscher/dpa
  • Nach dem tödlichen Unfall in der Lederfabrik ermitteln Experten die Ursache. - Foto: Sascha Ditscher/dpa
  • Die Ermittlungen konzentrieren sich auf Chemikalien in einer Grube. - Foto: Sascha Ditscher/dpa
  • Nach dem folgenschweren Arbeitsunfall mit drei Toten und zwei lebensgefĂ€hrlich Verletzten bleibt die Lederfabrik geschlossen. - Foto: Sascha Ditscher/dpa
  • Am Nachmittag kommt es wegen eines auffĂ€lligen Geruchs erneut zu einem Feuerwehreinsatz an dem FirmengelĂ€nde in Runkel. - Foto: Sascha Ditscher/dpa
  • In Runkel trauern Angehörige um die verstorbenen Arbeiter. - Foto: Sascha Ditscher/dpa
  • Nach dem tödlichen Unfall in der Lederfabrik ermitteln Experten die Ursache. - Foto: Sascha Ditscher/dpa
  • Die Ermittlungen konzentrieren sich auf Chemikalien in einer Grube. - Foto: Sascha Ditscher/dpa
Nach dem folgenschweren Arbeitsunfall mit drei Toten und zwei lebensgefÀhrlich Verletzten bleibt die Lederfabrik geschlossen.  - Foto: Sascha Ditscher/dpa Am Nachmittag kommt es wegen eines auffÀlligen Geruchs erneut zu einem Feuerwehreinsatz an dem FirmengelÀnde in Runkel.  - Foto: Sascha Ditscher/dpa In Runkel trauern Angehörige um die verstorbenen Arbeiter.  - Foto: Sascha Ditscher/dpa Nach dem tödlichen Unfall in der Lederfabrik ermitteln Experten die Ursache. - Foto: Sascha Ditscher/dpa Die Ermittlungen konzentrieren sich auf Chemikalien in einer Grube. - Foto: Sascha Ditscher/dpa Nach dem folgenschweren Arbeitsunfall mit drei Toten und zwei lebensgefÀhrlich Verletzten bleibt die Lederfabrik geschlossen.  - Foto: Sascha Ditscher/dpa Am Nachmittag kommt es wegen eines auffÀlligen Geruchs erneut zu einem Feuerwehreinsatz an dem FirmengelÀnde in Runkel.  - Foto: Sascha Ditscher/dpa In Runkel trauern Angehörige um die verstorbenen Arbeiter.  - Foto: Sascha Ditscher/dpa Nach dem tödlichen Unfall in der Lederfabrik ermitteln Experten die Ursache. - Foto: Sascha Ditscher/dpa Die Ermittlungen konzentrieren sich auf Chemikalien in einer Grube. - Foto: Sascha Ditscher/dpa

Tag der Trauer in Runkel - der folgenschwere Arbeitsunfall mit drei Toten und zwei lebensgefĂ€hrlich Verletzten in einer Lederfabrik hat viele Menschen in der Kleinstadt schockiert. Am Tag danach kamen immer wieder Angehörige und Freunde der Toten zu dem FirmengelĂ€nde am Stadtrand, die das UnglĂŒck noch kaum fassen konnten. Auch zu einem weiteren Feuerwehreinsatz kam es am Nachmittag - vorsichtshalber. 

«Nach dem Vorfall gestern ist heute bei den Ermittlungsarbeiten der Polizei ein Geruch aufgetreten, dessen Herkunft wir nicht bestimmen können», sagte der Sprecher der Feuerwehr der Stadt Runkel, Jörg Martin, der Deutschen Presse-Agentur. Um sicherzugehen, dass kein Gefahrstoff austritt, sei die Feuerwehr vor Ort und habe den Bereich weitrÀumig abgesperrt. 

«Die Messkomponente des Landkreises Limburg-Weilburg ist jetzt da und misst das GelĂ€nde frei, ob und wie schĂ€dlich der Stoff ist, ob er ĂŒberhaupt schĂ€dlich ist», erlĂ€uterte Martin. Mehr könne er derzeit nicht sagen. «Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme im Moment», erklĂ€rte er. Niemand sei beeintrĂ€chtigt worden. 

Drei Tote aus Grube geborgen 

Bei dem Arbeitsunfall in der Lederfabrik und Pelzgerberei in dem 9.500-Einwohner-StÀdtchen im Kreis Limburg-Weilburg waren am Donnerstagnachmittag drei Arbeiter im Alter von 38, 58 und 59 Jahren ums Leben gekommen. Die zwei lebensgefÀhrlich Verletzten befanden sich nach Polizeiangaben auch am Folgetag noch in kritischem Zustand. 

Kriminalpolizei ermittelt zur Todesursache 

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen ĂŒbernommen, wie das PolizeiprĂ€sidium Westhessen in der Nacht mitgeteilt hatte. Nun gehe es darum, die Todesursache zu klĂ€ren. Im Zentrum der Ermittlungen stĂŒnden die Chemikalien in einer Grube, die nun untersucht werden mĂŒssten. 

Am Morgen traf auch ein Spezialist des unter anderem fĂŒr den Arbeitsschutz zustĂ€ndigen RegierungsprĂ€sidiums (RP) Gießen vor Ort ein. Der Mitarbeiter des Dezernats fĂŒr industrielles Abwasser, wassergefĂ€hrdende Stoffe, GrundwasserschadensfĂ€lle, Altlasten und Bodenschutz wollte sich ein Bild von der Lage vor Ort verschaffen, wie ein Sprecher des RegierungsprĂ€sidiums Gießen der dpa sagte. 

Da bislang widersprĂŒchliche Aussagen zum Arbeitsschutz vorlĂ€gen, werde der Vorfall weiter untersucht. «So ist noch völlig unklar, wer zuerst den betroffenen Schacht ĂŒber eine Leiter betreten hatte», erklĂ€rte der RP-Sprecher. Auch die genauen UmstĂ€nde, wie es zur Verkettung der Ereignisse kam, sei «aktuell weiter Gegenstand der polizeilichen und arbeitsschutzrechtlichen Ermittlungen». Das RP Gießen stehe in engem Kontakt zur Kriminalpolizei und weiteren Behörden. 

Bei den beiden lebensgefĂ€hrlich Verletzten handelt es sich den Angaben zufolge um einen weiteren Mitarbeiter der Leder- und Pelzgerberei sowie eine Person einer Kanal- und Rohrreinigungsfirma aus dem rheinland-pfĂ€lzischen Montabaur. Zuletzt sei der Betrieb mit insgesamt weniger als zehn BeschĂ€ftigten durch das Arbeitsschutzdezernat des RegierungsprĂ€sidiums im November 2023 ĂŒberprĂŒft worden. Auch Vertreter der ebenfalls fĂŒr den Arbeitsschutz zustĂ€ndigen Berufsgenossenschaft Rohstoffe und Chemische Industrie hatten das FirmengelĂ€nde am Vormittag in Augenschein genommen. 

Behörden gehen von Kohlenmonoxidvergiftung aus

Nach Angaben von Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) gehen die Behörden davon aus, dass es in der Grube der Gerberei zu einer Kohlenmonoxidvergiftung gekommen sei, die zum Tod der Arbeiter gefĂŒhrt habe. 

Nachbarn zeigen sich betroffen 

Ein Paar, das seit etwa zwei Jahren in der Nachbarschaft wohnt, kam an dem nebligen Morgen mit seinem Hund an dem FirmengelĂ€nde vorbei. Von dem Geschehen am Vorabend hatten die Leute in den Medien erfahren. Man kenne die Partnerin des Firmenbetreibers von Gassi-Begegnungen, es seien «nette Leute», sagt die Frau. Von der bereits 200 Jahre alten Firma hat das Paar nach eigenen Angaben in der Vergangenheit außer «ein bisschen Geruch» nicht viel mitbekommen, sagt die SpaziergĂ€ngerin. «Das ist furchtbar, dass so was passiert ist.» 

Trauergottesdienst am Abend

Am Abend sollte es auch einen Trauergottesdienst fĂŒr die Opfer geben. Wie Runkels BĂŒrgermeisterin Antje Hachmann auf Facebook schrieb, könnten die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger von 18.00 bis 20.00 Uhr in einem ökumenischen Trauergottesdienst innehalten. 

Zudem sollten ab 19.00 Uhr in Runkel und im Stadtteil Schadeck die Kirchenglocken lĂ€uten – «als Zeichen des Gedenkens und der Verbundenheit», wie Hachmann schreibt. Die Stadt werde ihre Fahnen auf halbmast flaggen. «Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen sowie allen EinsatzkrĂ€ften und Betroffenen dieses Ereignisses», schrieb die BĂŒrgermeisterin.

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