Emil und die Detektive: Neue Verfilmung schickt clevere Kinder durch Berlin
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 13:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie neue Verfilmung von Erich Kästners Kinderbuchklassiker „Emil und die Detektive“ bringt die Geschichte am 24. September ins Kino und verlegt sie mit einer neu zusammengestellten Kindergruppe ins Berlin des Jahres 2026.
Emil jagt den Dieb durch Berlin
Wie im Roman reist Emil Tischbein aus der Provinz nach Berlin, wo ihm das Geld gestohlen wird, das für seine Großmutter bestimmt ist. Gemeinsam mit Berliner Kindern verfolgt er den Täter Max Grundeis und hilft dabei, einen lange gesuchten Kriminellen zu überführen.
Die Hauptrollen spielen Nicholas Jonah Peter als Emil, Lara Toni Lüdders als Pony und Kilian Kasa als Gustav. Pony ist diesmal ein selbstbewusstes Nachbarskind der Berliner Oma Renate, die von Ursula Werner verkörpert wird.
Smartphone statt Festnetz-Zentrale
Regisseur David Dietl und Drehbuchautorin Antonia Scheurlen holen die fast hundert Jahre alte Handlung in die Gegenwart. Emil reist im ICE und steigt am Berliner Hauptbahnhof aus; die Kinder bewegen sich unter anderem mit E-Scootern durch Kreuzberg.
Die Figur Dienstag arbeitet nicht mehr mit einem Festnetzanschluss, sondern mit einem Smartphone und gibt sich nicht eindeutig als Junge oder Mädchen aus. Emil besitzt dagegen nur ein einfaches Kinder-Handy ohne Internet. Um Grundeis zu verfolgen, stecken die Kinder ihm unauffällig moderne AirPods zu.
Mehr Mädchen und aktuelle Berlin-Bilder
Die Neuverfilmung setzt stärker auf eine gemischte Kindergruppe als frühere Fassungen. Neben den technischen Veränderungen greift der Film auch gegenwärtige Berliner Alltagssituationen und Klischees auf.
In der Rolle des Diebes ist Merlin Sandmeyer zu sehen. Rapperin und TikTok-Star Zah1de tritt in einer Nebenrolle auf. Gedreht wurde im August, September und Oktober 2025.
Bernburg statt Neustadt
Emil stammt im Film aus Bernburg in Sachsen-Anhalt. Seine Mutter Anna, gespielt von Luise Heyer, arbeitet wie in der literarischen Vorlage als Friseurin; die Familie ist jedoch biografisch neu gestaltet.
Die Neuverfilmung knüpft nach Angaben der dpa stärker an die Grundwerte des Romans an als die Fassung von 2001. Im Mittelpunkt stehen Solidarität, Freundschaft, Mut und gemeinsames Handeln gegen einen skrupellos agierenden Erwachsenen.
Ein Klassiker im Wandel
„Emil und die Detektive“ gehört zu den dauerhaft erfolgreichen Kinderstoffen der deutschen Literatur. Erich Kästners 1929 erschienener Roman verbindet eine überschaubare Kriminalhandlung mit einem modernen Gedanken: Ein Kind ist Erwachsenen nicht bloß ausgeliefert, sondern kann gemeinsam mit anderen selbstständig handeln.
Die neue Verfilmung überträgt diesen Kern in eine Gegenwart, in der sich Kindheit, Mobilität und Kommunikation deutlich verändert haben. Smartphone, Ortungstechnik und E-Scooter ersetzen Festnetztelefon, Fahrrad und Straßenbahn, ohne das Grundprinzip der Geschichte aufzugeben. Die Verlagerung von der historischen Vorlage in das heutige Berlin macht den Film für ein junges Publikum unmittelbar anschlussfähig.
Mehr Vielfalt in der Kindergruppe
Auch die Figuren werden neu akzentuiert. Pony ist kein verwandtes Mädchen aus der Vorlage mehr, sondern ein selbstbewusstes Berliner Nachbarskind; die Kindergruppe soll zudem unterschiedliche soziale und kulturelle Erfahrungen abbilden. Die Figur Dienstag wird technisch versiert und geschlechtlich nicht eindeutig festgelegt. Damit reagiert der Film auf heutige Erwartungen an Repräsentation, ohne den Abenteuercharakter zu verlassen.
Für Familien liegt die Bedeutung vor allem in der Verbindung aus Spannung und sozialen Themen. Freundschaft, Solidarität, Mut und gemeinsames Handeln bleiben die tragenden Motive. Der Kinostart am 24. September fällt zugleich in eine Phase, in der bekannte Kinderbuchstoffe regelmäßig neu interpretiert werden – mit der Herausforderung, Vertrautes zu bewahren und die Lebenswelt heutiger Kinder glaubwürdig zu treffen.
