Emil und die Detektive: Neue Verfilmung schickt Kinder mit E-Scootern durch Berlin
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 07:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie neue Verfilmung von Erich KĂ€stners Kinderbuchklassiker âEmil und die Detektiveâ bringt die Jagd nach einem Dieb ins Berlin des Jahres 2026 und startet am 24. September im Kino.
Emil reist mit dem ICE nach Berlin
Nicholas Jonah Peter spielt den Emil, Lara Toni LĂŒdders ĂŒbernimmt die Rolle der Pony, Kilian Kasa ist als Gustav zu sehen. Emil kommt diesmal aus Bernburg (Saale) in Sachsen-Anhalt und steigt nicht am Bahnhof Zoo, sondern am Berliner Hauptbahnhof aus.
Wie im Roman wird dem Jungen wĂ€hrend der Reise Geld gestohlen, das fĂŒr seine GroĂmutter bestimmt ist. Gemeinsam mit Berliner Kindern verfolgt Emil den TĂ€ter Max Grundeis und hilft dabei, einen gesuchten Kriminellen zu ĂŒberfĂŒhren.
Mehr MĂ€dchen und moderne Technik
Regie fĂŒhrte David Dietl, das Drehbuch schrieb Antonia Scheurlen. Gedreht wurde im August, September und Oktober 2025.
Die neue Pony ist ein starkes Nachbarskind der Berliner Oma Renate, gespielt von Ursula Werner. Der kleine Dienstag wurde als technisch versiertes MĂ€dchen angelegt, das mit einem Smartphone als Verbindungspunkt der Kindergruppe dient.
Mit E-Scootern durch Kreuzberg
FĂŒr die Verfolgung nutzen die Kinder unter anderem E-Scooter und moderne Ortungstechnik. Emil besitzt dagegen nur ein altes Kinder-Handy ohne Internet; dem Dieb werden unauffĂ€llig AirPods zugesteckt.
Der Film nimmt auĂerdem Berliner Alltagsklischees auf, etwa Sprachprobleme im Service, die U-Bahn-Linie U8 und das Nachtleben. Einen Cameo-Auftritt hat Rapperin und TikTok-Star Zah1de.
Der Stoff bleibt ein Gemeinschaftsabenteuer
Der Roman erschien 1929 und wurde bereits mehrfach verfilmt, unter anderem 1931, 1954 und 2001. Die neue Fassung orientiert sich wieder stĂ€rker am ursprĂŒnglichen Grundgedanken: Kinder lösen ein Problem gemeinsam und behaupten sich mit Mut, Freundschaft und SolidaritĂ€t gegen einen skrupellosen Erwachsenen.
Ein Klassiker als Gegenwartsstoff
Erich KĂ€stners Roman âEmil und die Detektiveâ erschien 1929 und gehört zu den prĂ€genden deutschsprachigen KinderbĂŒchern des 20. Jahrhunderts. Der Kern der Geschichte bleibt auch in der neuen Fassung zeitgemĂ€Ă: Ein Kind gerĂ€t in eine bedrohliche Situation und kann sie nicht allein, sondern nur mit UnterstĂŒtzung einer Gruppe bewĂ€ltigen.
Die Aktualisierung verlegt die Handlung sichtbar in den Berliner Alltag des Jahres 2026. ICE, Smartphone, AirPods und E-Scooter ersetzen frĂŒhere technische und urbane Bezugspunkte. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen Bewahrung und Anpassung: Die ErzĂ€hlung bleibt an KĂ€stners Handlungsidee orientiert, spricht Kinder aber mit ihrer heutigen Lebenswelt an.
Mehr Vielfalt in der Kindergruppe
Besonders deutlich fĂ€llt die Neugestaltung der Figuren aus. Pony ist kein verwandtes MĂ€dchen aus dem ursprĂŒnglichen Figurenmodell, sondern ein selbststĂ€ndiges Berliner Nachbarskind; auĂerdem ĂŒbernimmt ein technisch versiertes MĂ€dchen die frĂŒhere Telefonzentralen-Funktion des kleinen Dienstags. Die Kindergruppe wird damit vielfĂ€ltiger und stĂ€rker von MĂ€dchen geprĂ€gt.
FĂŒr das Publikum ist die Verfilmung deshalb nicht nur eine neue Detektivgeschichte, sondern auch eine Auseinandersetzung mit der Frage, wie ein fast hundert Jahre alter Stoff heute erzĂ€hlt werden kann. Die Aktualisierungen verĂ€ndern die OberflĂ€che und einzelne Figuren, wĂ€hrend SolidaritĂ€t, Freundschaft, Mut und gemeinsames Handeln als zentrale Werte erhalten bleiben.
