Haftbefehl sagt Shows in Düsseldorf und Berlin ab
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 13:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWSHaftbefehls Auftritte fallen aus
- Aykut Anhan sagte Shows in Düsseldorf und Berlin aus gesundheitlichen Gründen ab.
- Sein Bruder Cem Anhan teilte die ärztliche Betreuung in sozialen Medien mit.
- Das Management erklärte, der Rapper gewinne von Tag zu Tag an Kraft.
Haftbefehl sagt zwei Konzerte wegen Gesundheit ab
Der Rapper Haftbefehl muss seine geplanten Shows in Düsseldorf und Berlin wegen gesundheitlicher Probleme absagen. Sein Bruder Cem Anhan teilte mit, der 40-Jährige befinde sich unter ärztlicher Aufsicht und müsse sich auf seine Genesung konzentrieren.
Bruder bittet um Verständnis
Cem Anhan, der unter dem Namen Capo bekannt ist, erklärte in einem Video bei Instagram und TikTok, Haftbefehl könne derzeit nicht selbst zu seinen Fans sprechen. Details zum Gesundheitszustand nannte er nicht.
Das Management teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dem Rapper gehe es von Tag zu Tag besser. Er gewinne zunehmend an Kraft.
Shows in Düsseldorf und Berlin abgesagt
Haftbefehl sollte zunächst in Düsseldorf und wenige Tage später in Berlin auftreten. Beide Konzerte wurden abgesagt, nachdem der Rapper bereits im Juni eine Auftrittspause aus gesundheitlichen und persönlichen Gründen angekündigt hatte.
Damals schrieb er, die Aufmerksamkeit nach der Netflix-Dokumentation über sein Leben und seine Drogensucht habe ihn zusätzlich belastet. In dem 2025 erschienenen Film hatte er offen über psychische Probleme und seinen Drogenkonsum gesprochen.
Große Anteilnahme in sozialen Medien
Das Video seines Bruders wurde millionenfach aufgerufen und löste Tausende Kommentare und Likes aus. Auch die Rapper Marteria und Samra reagierten mit Genesungswünschen.
Der Soziologe Martin Seeliger von der Universität Bremen erklärt das anhaltende Interesse mit Haftbefehls außergewöhnlicher Kunstfigur, seiner öffentlichen Biografie und der starken Verbindung von Musik, persönlicher Krise und Boulevardinteresse.
Gesundheit hat Vorrang
Manager Erfan Bolourchi sagte, Haftbefehl habe die Konzerte trotz seiner Probleme spielen wollen, um Besucher nicht zu enttäuschen. Seine Gesundheit habe nun jedoch oberste Priorität; er brauche zunächst eine Pause von öffentlichen Auftritten.
Das Management bat Fans um Verständnis, Geduld und positive Energie. Einen Termin für eine Rückkehr auf die Bühne nannte es nicht.
Haftbefehl steht seit Jahren für einen Deutschrap, der persönliche Erfahrungen, soziale Herkunft und Selbstinszenierung eng miteinander verbindet. Dadurch richtet sich die Aufmerksamkeit auf ihn nicht nur als Musiker, sondern auch als öffentliche Figur, deren Biografie viele Fans mit seiner Kunst verbinden.
Die Netflix-Dokumentation über Aykut Anhan hat diesen Blick verstärkt. Sie machte gesundheitliche und persönliche Krisen zum Teil der öffentlichen Erzählung über den Rapper. Die nun bekannt gewordene ärztliche Betreuung und die Absage der Auftritte knüpfen deshalb unmittelbar an ein bereits etabliertes Bild an.
Zwischen Anteilnahme und Voyeurismus
Die große Zahl an Reaktionen zeigt zunächst Verbundenheit: Fans, Weggefährten und andere Künstler sorgen sich um einen Rapper, der seine Karriere stark über Authentizität geprägt hat. Zugleich besteht bei öffentlichen Krisen prominenter Menschen das Risiko, dass medizinische Details und dramatische Darstellungen wichtiger werden als die betroffene Person selbst.
Für das Publikum bedeutet die aktuelle Entwicklung vor allem, dass die angekündigte Pause ernst genommen werden sollte. Konkrete Angaben zu Haftbefehls Gesundheitszustand liegen nicht vor; entscheidend ist daher die Mitteilung seines Umfelds, dass seine Genesung Vorrang vor öffentlichen Auftritten hat.
Pause statt Bühnenplan
Nach den abgesagten Konzerten in Düsseldorf und Berlin dürfte zunächst die Stabilisierung seiner Gesundheit im Mittelpunkt stehen. Ob und wann Haftbefehl wieder auftritt, bleibt offen. Die Reaktionen auf die Absagen zeigen zugleich, wie eng sein persönliches Schicksal inzwischen mit der Wahrnehmung seiner Musik verbunden ist.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
WDR: „Konzert in Düsseldorf abgesagt : Haftbefehl unter ärztlicher Aufsicht“ (14.10.2026)
Der WDR bestätige die Absage der beiden Konzerte und die Erklärung von Haftbefehls Bruder zur ärztlichen Betreuung. Der Beitrag lege zusätzlich einen Schwerpunkt auf die Ticket-Rückabwicklung und greife Berichte über einen möglichen Kokain-Rückfall auf, ohne diese Angaben als eigene Feststellung darzustellen.
rbb24: „Gesundheitliche Probleme: Rapper Haftbefehl sagt Konzert in Berlin ab“ (12.10.2026)
rbb24 stelle die gesundheitlich begründete Absage und die Erklärung des Bruders in den Mittelpunkt. Anders als der WDR konzentriere sich der Beitrag stärker auf den Berliner Konzerttermin und die Vorgeschichte der Auftrittspause nach der Dokumentation.
Beide Beiträge stimmten bei den Absagen und der ärztlichen Betreuung überein. Unterschiede ergäben sich vor allem bei der Gewichtung von Ticketfragen, Vorgeschichte und weiteren Medienberichten; offen bleibe, wann Haftbefehl wieder öffentlich auftreten könne.
