PreistrÀgerinnen, PreistrÀger

stern-Preis 2025: Das sind die PreistrÀgerinnen und PreistrÀger

14.05.2025 - 22:35:33 | presseportal.de

Hamburg - Am Mittwochabend hat der stern in Hamburg erneut herausragende journalistische Arbeiten mit dem renommierten stern-Preis geehrt. Die feierliche Preisverleihung wĂŒrdigte BeitrĂ€ge aus allen Mediengattungen, die im vergangenen Jahr durch Relevanz, Recherchekraft und ErzĂ€hlqualitĂ€t ĂŒberzeugten. Die Jury vergab Auszeichnungen in fĂŒnf Kategorien. Durch den Abend fĂŒhrten stern-Chefredakteur Gregor Peter Schmitz und RTL-Journalistin Pinar Atalay. Zum Auftakt begrĂŒĂŸte Dr. Carsten Brosda, Senator der Hamburger Behörde fĂŒr Kultur und Medien, die GĂ€ste.

stern-Preis 2025: Das sind die PreistrÀgerinnen und PreistrÀger - Foto: presseportal.de

Diese Journalistinnen und Journalisten erhalten den stern-Preis 2025:

"Dokumentation":

David Körzdörfer, DĂŒzen Tekkal - BĂȘmal - Heimatlos. 10 Jahre Völkermord an den Jesiden- ARD Mediathek - in Kooperation mit Radio Bremen, SWR, German Dream Productions

BegrĂŒndung der Jury: DĂŒzen Tekkal und David Körzdörfer schildern in ihrem Film "BĂȘmal - Heimatlos. 10 Jahre Völkermord an den Jesiden" die Schicksale von vier Geschwisterpaaren, die dem Genozid an der religiösen Minderheit im Nordirak nach großen Verlusten und grauenhaftem Leid entfliehen konnten. Sie berichten von einem neuen Leben in Deutschland, von Trauma und Hoffnung, von Mut und Wunden. Über Jahre haben sie die Protagonisten immer wieder getroffen und ihre Lebensgeschichten anhand der verfĂŒgbaren Quellen recherchiert. Die Produktion im Auftrag von Radio Bremen und SWR erzeugt NĂ€he und Empathie, vermittelt aber auch Kontext und Fakten ĂŒber Massenmord, Versklavung und Vergewaltigung. Tekkal beschrĂ€nkt sich dabei nicht auf ihre Rolle als Berichterstatterin, sondern wird zur Menschenrechtsaktivistin - was in ihrem Fall nach Überzeugung der Jury den journalistischen Wert des Films nicht schmĂ€lert.

"Lokal":

Manuel Andre, Axel Hechelmann, Timian Hopf, Jan Kandzora, Max Kramer, Ina Marks, Holger Sabinsky-Wolf, Christiane Zaunitzer - Skandal um die JVA Gablingen- Augsburger Allgemeine

BegrĂŒndung der Jury: Mit ihrer Berichterstattung ĂŒber die Justizvollzugsanstalt Gablingen hat ein Team der Augsburger Allgemeinen gravierende MissstĂ€nde enthĂŒllt und beispielhaft gezeigt, was lokaler Journalismus leisten kann. Die Kolleg:innen recherchierten, wie Gefangene in sogenannten besonders gesicherten HaftrĂ€umen schikaniert und ihrer Rechte beraubt wurden. PrĂ€sentiert wurde die Arbeit in der Zeitung, als Online-Text und zudem als Videodokumentation. Inzwischen bemĂŒht sich die Politik um Reformen, die Staatsanwaltschaft ermittelt - und die Gefangenen sind besser vor Übergriffen geschĂŒtzt.

"Fotogeschichte des Jahres":

Dominic Nahr - "Sie machen das Land kaputt"- Neue ZĂŒrcher Zeitung

BegrĂŒndung der Jury: Seitdem der Jemen im Krieg rivalisierender schiitischer und sunnitischer Milizen zerstört wird, gilt er als unerreichbares Land fĂŒr Journalisten: zu gefĂ€hrlich, zu unberechenbar. Umso bemerkenswerter, dass es dem Schweizer Fotografen Dominic Nahr gemeinsam mit Daniel Böhm (Text) gelang, in den SĂŒden des Landes zu reisen. Und noch bewundernswerter, dass ihm dort unter schwierigsten Bedingungen eine umfassende, vielschichtige Reportage auf allerhöchstem fotografischem Niveau gelang. Sie zeigt ein zerrĂŒttetes Land, aber auch Momente trotziger Lebensfreude; sie zeigt einen Alltag unter schwierigsten Bedingungen - und voll verzweifeltem Einfallsreichtum. Sie kommt den leidenden Menschen, den KĂ€mpfern wie den Zivilisten nahe, ohne Partei zu ergreifen und ohne sentimental zu werden. Die Könnerschaft des Fotografen drĂ€ngt sich dabei nie in den Vordergrund, sondern steht ganz im Dienst der Sache: Zeuge sein, wo sonst niemand hinkommt. Zeigen, was ist. Diese urjournalistische Aufgabe hat Dominic Nahr brillant gemeistert.

"Investigation":

Isabell Beer, Isabel Ströh - Das Vergewaltiger-Netzwerk auf Telegram- STRG_F

BegrĂŒndung der Jury: Aus einem in diesem Jahr ungewöhnlich starken Teilnehmerfeld entschied sich die Jury am Ende fĂŒr eine Geschichte, die an einigen Stellen eine Zumutung ist. Die beiden Re­por­te­rin­nen des Funk-Formats STRG_F haben ein Vergewaltiger-Netzwerk auf Telegram aufgedeckt. Über 70 000 User tauschen sich dort darĂŒber aus, wie sie Frauen betĂ€uben und ihnen sexualisierte Gewalt antun können. Sie teilen Fotos, filmen live. Isabell Beer und Isabel Ströh recherchierten mehr als ein Jahr in diesem Netzwerk. In ihrem Film fĂŒr STRG_F dringen sie tief ein in dieses Netzwerk zur Organisation von Missbrauch und Vergewaltigung auf dem Messenger-Dienst. Sie zeigen, wie dort Anleitungen ausgetauscht werden, um Frauen wehr- und bewusstlos zu machen. Videos von Vergewaltigungen werden in den Gruppen zum Teil in Echtzeit geteilt. Vor allem aber zeigen die Autorinnen, dass es sich dabei keineswegs um EinzelfĂ€lle handelt, sondern dass viele Tausend MĂ€nner - auch in Deutschland - sich daran beteiligen. Das Ausmaß des Missbrauchs macht fassungslos, war so bislang nicht bekannt - und rief zahlreiche Reaktionen hervor. Diese investigative Leistung ĂŒberzeugte die Jury ebenso wie die Relevanz der EnthĂŒllung und die HartnĂ€ckigkeit der Autorinnen bei der Überwindung von WiderstĂ€nden.

"Egon Erwin Kisch-Preis" (geschriebene Reportage):

Malte Henk - Wie weit weg ist Buchenwald?- DIE ZEIT

BegrĂŒndung der Jury: Mit seiner Reportage "Wie weit weg ist Buchenwald?" hat Malte Henk die unsĂ€gliche Geschichte des Konzentrationslagers mitten hinein in unsere aufgewĂŒhlten Zeiten geholt: Er begleitet eine zehnte Klasse auf ihrem Besuch am Ort des Massenmordes und beschreibt neben der alltĂ€glichen NormalitĂ€t des Gedenkens das Auseinanderdriften unserer Gesellschaft. In genau gesetzten SĂ€tzen und mit feinen Beobachtungen seziert er die WidersprĂŒche zwischen der Erinnerungskultur West und Ost, zwischen denen, die jedes Wort analysieren, und denen, die fĂŒhlen, sie dĂŒrfen nicht mehr sagen, was sie denken. Dabei fĂŒhrt Henk den Leser zu einem Parforceritt zu Menschen und an Orte, die ihn verwundern, vielleicht verĂ€rgern und erschrecken - und erstaunlich viel Neues lernen lassen. Mit seiner Reportage aus dem Konzentrationslager Buchenwald hat Malte Henk eine Reportage gerade fĂŒr die heutige Zeit geschrieben, in der die leisen Zwischentöne in Gefahr sind, gar nicht mehr gehört zu werden.

Alle Infos: www.sternpreis.stern.de

Pressekontakt:

Kommunikation stern
Anna Velken
anna.velken@rtl.de
+49 221-456-74305

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