Auszeichnung, Medien

stern-Preis 2026: Die PreistrÀgerinnen und PreistrÀger

19.05.2026 - 22:19:01 | presseportal.de

Hamburg - Der stern hat am Dienstagabend in Hamburg herausragende journalistische Arbeiten mit dem renommierten stern-Preis geehrt. PrĂ€miert wurden BeitrĂ€ge aus allen Mediengattungen, die im vergangenen Jahr MaßstĂ€be setzten: mit relevanten Themen, starker Recherche und ĂŒberzeugender ErzĂ€hlkunst. Die Jury vergab Preise in den fĂŒnf Kategorien "Dokumentation", "Lokal", "Fotogeschichte des Jahres", "Investigation" sowie "Egon Erwin Kisch-Preis" (geschriebene Reportage).stern-Chefredakteur Gregor Peter Schmitz und RTL-Journalistin Pinar Atalay moderierten die feierliche Preisverleihung. Carsten Brosda, Senator der Hamburger Behörde fĂŒr Kultur und Medien, begrĂŒĂŸte die GĂ€ste.

stern-Preis 2026: Die PreistrÀgerinnen und PreistrÀger - Foto: presseportal.de
stern-Preis 2026: Die PreistrÀgerinnen und PreistrÀger - Foto: presseportal.de

Diese Journalistinnen und Journalisten gewinnen den stern-Preis 2026:

"Dokumentation":

Katrin Wegner - Akutstation Psychiatrie - ARD Mediathek

BegrĂŒndung der Jury: Groß-Umstadt in Hessen, nahe des Odenwalds. Hier erlebt die Autorin Katrin Wegner den Alltag in einer psychiatrischen Klinik - aus nĂ€chster NĂ€he, als Journalistin, aber auch als Mitarbeiterin im Klinikalltag. Eine Woche lang hat sie ein Praktikum absolviert, um die Menschen und die Einrichtung kennenzulernen. Danach verbringt sie sechs Wochen in der Klinik, oft bis zu zehn Stunden am Tag.

Die Dokumentation von Katrin Wegner erlaubt einen bemerkenswerten Einblick in die Lebenswelt psychiatrischer Patienten. Sie taucht ab in Beobachtungen und lange GesprĂ€che, allein, ohne Kamerateam. Die Gefilmten kannten Wegners Projekt von Anfang an, sie haben die Aufnahmen anschließend freigegeben. So entsteht in gegenseitigem Einvernehmen eine Nahaufnahme von seltener Eindringlichkeit.

"Lokal":

Erik Westermann - Im Bann des Opfers. Anatomie eines Justizirrtums - Braunschweiger Zeitung / Recherchekooperation mit DER SPIEGEL

BegrĂŒndung der Jury: Eine junge Frau hat den Albtraum erlebt. Sexueller Missbrauch, DemĂŒtigungen, SchlĂ€ge und Folter. Die Justiz greift durch, 90 Ermittlungsverfahren, 60 VerdĂ€chtige, ein Dutzend Angeklagte. Sogar ihre Eltern mĂŒssen ins GefĂ€ngnis. Doch dann nimmt das Verfahren eine spektakulĂ€re Wende - die Horrorerlebnisse stellen sich als Hirngespinste heraus. Das Braunschweiger Verfahren erweist sich als massiver Justizirrtum.

Erik Westermann wandelt sich im Laufe des Verfahrens vom Gerichtsberichterstatter zum Investigativreporter. Akribisch legt er dar, wie die Beweislage in neuem Licht erscheint, wer die Wahrheit wissen will und wer die Augen davor verschließt. Und er reflektiert seine eigene Rolle. Ein verdienstvolles StĂŒck Lokaljournalismus.

"Fotogeschichte des Jahres":

Emile Ducke - Die Schatten des Sieges - DIE ZEIT

BegrĂŒndung der Jury: Zuckerwatte in Ruinen - es ist eines der Bilder, die Emile Ducke von seiner Reise quer durch Syrien mitgebracht hat. Ihm ist es gelungen, in diesem vom BĂŒrgerkrieg zerstörten Staat den Raum zwischen Hoffnung und Angst, zwischen Freude und BrutalitĂ€t einzufangen. Nach ĂŒber 50 Jahren Assad-Herrschaft steht Syrien am Scheideweg. In Duckes Bildern erhaschen wir eine Ahnung von den Herausforderungen. Und von der neuen Freiheit der Menschen.

"Investigation":

Nicole Rosenbach - Der Kinderpsychiater - Die Macht des Dr. Winterhoff - ARD Mediathek

BegrĂŒndung der Jury: Dr. Michael Winterhoff ist ein stark umstrittener Kinderpsychiater. Seine Thesen zur kindlichen Entwicklung werden in weiten Teilen der Fachwelt heftig kritisiert. Die Autorin hat recherchiert, welchen Einfluss Winterhoff dennoch in der Praxis und insbesondere im Jugendhilfesystem ausĂŒbte. Sie hat dabei nicht nur das PhĂ€nomen Winterhoff und der Wirkung seiner Thesen beschrieben, sondern akribisch aufgearbeitet, welche Methoden zur Anwendung kamen. Sie bringt damit Licht in ein sonst verschlossenes System, dem vor allem Kinder im System der psychiatrischen Jugendhilfe ausgesetzt sind.

"Egon Erwin Kisch-Preis" (geschriebene Reportage):

Philipp Daum - "Du bist wie ein Vater fĂŒr mich. Nicht so ein Arsch wie mein letzter" - DIE ZEIT

BegrĂŒndung der Jury: Dies ist kein normales Ferienlager fĂŒr Jugendliche. Ins Abenteuercamp kommen Kinder von Eltern, die im GefĂ€ngnis sitzen. In den zehn Tagen des Ferienlagers erleben sie eine Welt, die sie oft nicht kennen. Sie erfahren Betreuung und FĂŒrsorge und bleiben dennoch Teenager mit allen WĂŒnschen und Konflikten, die dazugehören.

Der Autor hat nach einer kurzen Schulung neun Tage lang als Betreuer im Camp gelebt und mitgearbeitet. Die Jugendlichen wissen, dass er seine Erlebnisse und ihre Geschichten mitschreibt. Er erwirbt ihr Vertrauen und wahrt dennoch Distanz. So gelingt ihm ein einfĂŒhlsamer Blick auf die Jugendlichen, ihre SehnsĂŒchte und Sorgen und ihre Gedanken zu den besonderen VerhĂ€ltnissen, aus denen sie stammen.

Alle Infos: www.sternpreis.stern.de

Pressekontakt:

Anna Velken
Senior Managerin Kommunikation/PR Information & Sport und Stv. Sprecherin stern/stern+
Kommunikation RTL Deutschland
anna.velken@rtl.de
+49 221-456-74305

Original-Content von: STERN ĂŒbermittelt durch news aktuell

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