Grundlegender Denkfehler beim Online-Dating: Neue Erkenntnisse stellen gesamte Partnersuche im Netz infrage
05.08.2025 - 09:05:00 | presseportal.de
Mehr Auswahl, mehr Chancen auf eine Beziehung? Klingt logisch - ist es aber nicht.
Die meisten Menschen, die online auf Partnersuche gehen, handeln meist nach einem unausgesprochenen Prinzip - sie glauben, je mehr Profile sie sehen und je mehr Kontakte sie knĂŒpfen, desto besser stehen ihre Chancen. Dabei wird jedoch oft ĂŒbersehen, dass gerade dieses Verhalten dazu fĂŒhren kann, dass Beziehungen gar nicht erst entstehen.
Dr. Guido F. Gebauer, Psychologe, Dating-Coach und MitgrĂŒnder der psychologisch ausgerichteten Partnervermittlung Gleichklang.de, hat diesen Mechanismus ĂŒber Jahre hinweg untersucht - in seiner Praxis, in zahlreichen Interviews mit Mitgliedern und in seinem Buch A Perfect Match - Online-Partnersuche aus psychologischer Sicht. Sein Fazit:
"Das gesamte Online-Dating steht auf dem Kopf - und muss wieder auf die FĂŒĂe gestellt werden. Beziehungen entstehen nicht durch Schnelllebigkeit und OberflĂ€chlichkeit, sondern durch Innehalten, Verbindlichkeit und Konzentration auf eine einzige Person."
Was viele nicht wissen - das stĂ€ndige Swipen, Scrollen und Vergleichen aktiviert im Gehirn automatische Bewertungsmechanismen. Plötzlich erscheinen ĂŒberall vermeintliche MĂ€ngel. Und was eigentlich interessant sein könnte, wirkt nach drei weiteren Profilen nur noch mittelmĂ€Ăig. So verpufft Potenzial, noch bevor ĂŒberhaupt ein GesprĂ€ch beginnt.
Was wir ĂŒbersehen: Mehr Kontakte bedeuten nicht mehr Beziehung
TatsĂ€chlich erleben wir gerade einen historischen Widerspruch: Noch nie war es so einfach, mit potenziellen Partner:innen in Kontakt zu treten - und gleichzeitig war der Anteil an Menschen, die trotz klarer BeziehungswĂŒnsche dauerhaft allein bleiben, nie höher.
Mehr Auswahl verfĂŒhrt zur OberflĂ€chlichkeit. Tiefe entsteht anders.
Gebauer sieht darin keine ZufĂ€lligkeit, sondern ein strukturelles Problem. Der Aufbau intimer Beziehungen erfordert Ruhe, Konzentration, Vertrauen. Was das gĂ€ngige App-Design hingegen begĂŒnstigt, ist das Gegenteil: stĂ€ndiges Weiterziehen.
Ein alternatives Vorgehen - gegen den Strich, aber wirksam
Aus 19 Jahren Erfahrung mit digitaler Partnervermittlung hat Gebauer ein Schema entwickelt, das gĂ€ngigen Gewohnheiten beim Online-Dating widerspricht - aber genau deshalb funktionieren kann. Denn es schĂŒtzt vor Zerstreuung, die NĂ€he verhindert.
Die sieben Schritte des alternativen Dating-Schemas:
1. Nur 1-3 Profile pro Tag ansehen.
Oder besser: alle 2-3 Tage. Kein Dauerinput, keine ReizĂŒberflutung.
2. Jedes Profil anschreiben, bei dem eine gewisse Offenheit spĂŒrbar ist.
Viele erfolgreiche Gleichklang-Paare berichten, dass sie das Profil ihrer spÀteren Beziehungsperson zunÀchst eher unauffÀllig fanden. Erst durch die Kontaktaufnahme entwickelte sich Interesse - und spÀter Liebe.
3. Sobald eine Antwort kommt: keine neuen Profile mehr ansehen, niemand anderen anschreiben.
So lĂ€sst sich vermeiden, sich zu verzetteln oder innerlich auf Standby fĂŒr "Besseres" zu bleiben.
4. Schnell den Schritt aus der App heraus machen:
Telefonieren, Video-GesprÀch, persönliches Treffen. Kein endloses Schreiben.
5. Mehrere reale Begegnungen ermöglichen.
Auch wenn es beim ersten Treffen nicht sofort funkt. Sympathie und sogar körperliche Anziehung können wachsen. Menschen finden nicht nur jene attraktiv, die sie sofort anziehend finden - sie beginnen auch, attraktiv zu empfinden, mit wem sie sich wohlfĂŒhlen.
6. Solange ein Kontakt besteht: keine RĂŒckkehr zum Online-Dating.
Das stĂ€ndige "offen bleiben" ist kein Zeichen von Freiheit, sondern ein Sabotageprogramm fĂŒr Bindung.
Gebauer berichtet von Klient:innen, deren Beziehungen genau daran scheiterten - weil das Online-Dating weiterlief. Das ist kein Einzelfall. Studien zeigen: Ein erheblicher Teil der aktiven Nutzer:innen von Dating-Apps ist bereits in einer Beziehung. Verbindlichkeit sieht anders aus. Nicht nebenher weitersuchen. Nicht "mal schauen". Wer eine Beziehung aufbauen will, braucht Fokus - nicht Ablenkung.
7. Kommt es zu einer beginnenden Beziehung: Dating sofort beenden.
Online-Dating sollte enden, sobald eine echte Verbindung entsteht. In seiner Arbeit als Dating-Coach berichtet Gebauer regelmĂ€Ăig von Klient:innen, deren beginnende Beziehungen daran scheiterten, dass das Online-Dating nicht beendet wurde. Dieses Verhalten steht nicht nur der Bindungsentwicklung entgegen - es entspricht auch einem Muster, das in Studien gut dokumentiert ist: Ein erheblicher Teil der aktiv Suchenden auf Dating-Plattformen befindet sich tatsĂ€chlich bereits in einer Beziehung.
Gleichzeitig zeigt Gebauers Beratungspraxis, dass bei konsequenter Umsetzung des vorgestellten Schemas - selbst nach jahrelanger erfolgloser Partnersuche - oft ĂŒberraschend schnell tragfĂ€hige Beziehungen entstehen. Entscheidend ist der bewusste Verzicht auf Parallelkontakte und die klare innere Ausrichtung auf nur eine einzige Person. Nur so kann sich echte NĂ€he entfalten.
Wer Beziehungen will, muss sich entscheiden
Die vielen Optionen heute verfĂŒhren zur Unverbindlichkeit. Aber NĂ€he braucht Konzentration.
Die höchste Zahl an Kontaktmöglichkeiten in der Geschichte der Menschheit hat nicht zu mehr, sondern zu weniger Beziehung gefĂŒhrt.
Gebauers Modell fordert Disziplin - aber genau diese Disziplin macht Beziehung möglich. Es ist ein bewusster Ausstieg aus dem Schleifenmodus des stÀndigen Vergleichens. Wer sich traut, den Fokus auf eine einzige Person zu richten - und parallel alles andere auszublenden -, erhöht seine Chancen auf echte Verbindung erheblich.
Hinweis:
Die hier vorgestellten Erkenntnisse und Empfehlungen basieren auf der langjĂ€hrigen Vermittlungserfahrung der psychologisch ausgerichteten Partnerplattform Gleichklang.de. Seit 2006 unterstĂŒtzt Gleichklang Menschen mit ernsthaftem Beziehungswunsch dabei, auf wertorientierter Grundlage zueinanderzufinden.
Pressekontakt:
Dr. Guido F. Gebauer
Gleichklang limited
Oesterleystr 1
30171 Hannover
Tel.: +49 (0)15228973672
E-Mail: gebauer@gleichklang.de
Original-Content von: Gleichklang Limited ĂŒbermittelt durch news aktuell
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